Rallye Dakar 2021: Sunderland greift an, Benavides verteidigt knappen Vorsprung

Gerald Dirnbeck
·Lesedauer: 4 Min.

Die Rallye Dakar bleibt in Saudi-Arabien bei den Motorrädern bis zum letzten Tag spannend. Auf der elften und vorletzten Etappe griff Sam Sunderland (KTM) an und sicherte sich seinen ersten Tagessieg. Kevin Benavides (Honda) verteidigte Platz eins in der Gesamtwertung, aber sein Vorsprung beträgt nur 4:12 Minuten. Auch Ricky Brabec (Honda) hat als Dritter mit 7:13 Minuten Rückstand noch Siegchancen.

Eigentlich hätte die elfte Etappe von Al-'Ula nach Yanbu mit 511 gezeiteten Kilometern die längste der Rallye sein sollen. Sie musste aber um 47 Kilometer verkürzt werden, da es in den vergangenen Tagen geregnet hatte und in ausgetrockneten Senken Wasser stand und sie nicht befahrbar waren.

Mit 464 gezeiteten Kilometern war es dennoch kurz vor dem Ziel ein Härtetest. Wie schwierig die Navigation und das Terrain waren, musste nicht nur Brabec erfahren, der die Strecke eröffnen musste. Es traf vor allem seinen Honda-Teamkollegen Joan Barreda.

Barreda fuhr als Zweiter los und holte Brabec rasch ein. Ab Kilometer 127 eröffnete dann Barreda die Strecke. Der Spanier verpasste den vorgeschriebenen Tankstopp bei Kilometer 174. Nach 267 Kilometern blieb Barreda ohne Kraftstoff stehen.

Schließlich wurde sein Ausfall bestätigt. Barreda suchte beim medizinischen Rettungsteam um Unterstützung an. Er wurde per Helikopter ins Biwak geflogen. Nach Ignacio Cornejo am Vortag verlor Honda einen weiteren Anwärter auf das Podest.

Aber auch Brabec verfuhr sich im Gelände und verlor wertvolle Zeit auf Benavides. Stallorder gab es bei Honda keine. Nach 306 Kilometern führte Sunderland bei der virtuellen Zwischenzeit vor Pablo Quintanilla (Husqvarna). Benavides hatte zu diesem Zeitpunkt drei Minuten verloren und Brabec deren neun.

Honda verliert etwas Zeit, KTM greift an

In weiterer Folge pendelte sich der Zeitabstand zwischen Benavides und Brabec bei diesen sechs Minuten ein. Sunderland setzte seine Attacke fort und nutzte seine vorletzte Chance, das Honda-Duo in der Gesamtwertung unter Druck zu setzen.

Vier Minuten hat Kevin Benavides vor dem letzten Tag Vorsprung

Vier Minuten hat Kevin Benavides vor dem letzten Tag Vorsprung<span class="copyright">Honda</span>
Vier Minuten hat Kevin Benavides vor dem letzten Tag VorsprungHonda

Honda

Nach viereinhalb Stunden sicherte sich Sunderland den Tagessieg. Quintanilla meldete sich mit dem zweiten Platz. Benavides büßte 6:24 Minuten auf Sunderland ein und Brabec 12:46 Minuten. Das mischte die Top 3 wieder durcheinander.

"Ich wusste, dass heute meine letzte Chance war, zu gewinnen", sagt Sunderland. "Ich habe alles gegeben. Ich habe es nicht ganz geschafft genug Zeit herauszuholen, aber ich bin zufrieden mit meiner Leistung. In der letzten Etappe kann noch viel passieren."

Benavides hat vor dem Finaltag vier Minuten Vorsprung auf Sunderland und sieben auf Brabec. Alle drei haben noch Siegchancen. Neuer Vierter im Gesamtklassement ist Daniel Sanders (KTM), der auch mit Abstand der beste Rookie in diesem Jahr ist.

"Wir haben sehr gut mit Ricky gearbeitet", berichtet Benavides. "Es war ein harter Tag mit schwieriger Navigation und vielen Sanddünen. Ich habe die Strecke für rund 200 Kilometer eröffnet. Ricky und ich haben unser Bestes gegeben."

#47 Monster Energy Honda Team: Kevin Benavides

#47 Monster Energy Honda Team: Kevin Benavides<span class="copyright">Honda Racing</span>
#47 Monster Energy Honda Team: Kevin BenavidesHonda Racing

Honda Racing

"Es war sehr schwierig, vorne zu fahren, aber wir sind okay. Morgen werden wir wie an jedem anderen Tag auch attackieren. Es gibt keine andere Strategie. Es gibt keine Teamorder. Ja, das Rennen ist noch komplett offen."

Der Österreicher Matthias Walkner (KTM) beendete die vorletzte Etappe auf dem fünften Platz. In der Gesamtwertung kletterte er auf Rang zwölf. Der Deutsche Sebastian Bühler (Hero) hält Position 15.

Am Freitag steht die letzte Etappe in diesem Jahr auf dem Programm. Von Yanbu müssen 452 Kilometer nach Dschidda zurückgelegt werden. Die gezeitete Speziale beträgt 225 Kilometer. Aufgrund der engen Abstände ist noch nichts entschieden.

Ergebnis der 11. Etappe (Top 10):

Pos.

Fahrer

Motorrad

Zeit

1

United Kingdom

Sam Sunderland

KTM

4:35.12 Stunden

2

Chile

Pablo Quintanilla

Husqvarna

+2:40 Minuten

3

Argentina

Kevin Benavides

Honda

+6:24

4

Australia

Daniel Sanders

KTM

+8:34

5

Austria

Matthias Walkner

KTM

+9:27

6

United States

Ricky Brabec

Honda

+12:46

7

France

Adrien van Beveren

Yamaha

+14:18

8

Spain

Lorenzo Santolino

Sherco

+15:09

9

Slovakia

Stefan Svitko

KTM

+16:45

10

Spain

Oriol Mena

KTM

+18:15

Gesamtwertung nach 11 von 12 Etappen (Top 10):

Pos.

Fahrer

Motorrad

Zeit

1

Argentina

Kevin Benavides

Honda

45:01.44 Stunden

2

United Kingdom

Sam Sunderland

KTM

+4:12 Minuten

3

United States

Ricky Brabec

Honda

+7:13

4

Australia

Daniel Sanders

KTM

+33:05

5

United States

Skyler Howes

KTM

+49:07

6

Spain

Lorenzo Santolino

Sherco

+49:26

7

Chile

Pablo Quintanilla

Husqvarna

+1:00.18 Stunden

8

France

Adrien van Beveren

Yamaha

+1:20.46

9

Slovakia

Stefan Svitko

KTM

+1:26.40

10

Czech Republic

Martin Michek

KTM

+2:14.55

Mit Bildmaterial von KTM.