Ramon Forcada: "Morbidelli muss mehr an sich glauben"

Gerald Dirnbeck
motorsport.com

In seiner zweiten MotoGP-Saison startete Franco Morbidelli viermal aus der ersten Reihe und fuhr elfmal in die Top 10. Mit 115 Punkten belegte der Italiener im Jahr 2019 WM-Platz zehn. Sein erstes Jahr bei Petronas-Yamaha war eine deutliche Steigerung zu seiner Rookie-Saison mit Marc-VDS-Honda (50 Punkte/Platz 15). Trotzdem stand Morbidelli klar im Schatten seines Teamkollegen Fabio Quartararo.

"Das passierte sehr unerwartet", sagt Ramon Forcada gegenüber 'Cambia el Mapa'. "Wenn du in ein Team wechselst und auf der anderen Seite der Box sitzt ein Weltmeister, dann weißt du, was du erwarten kannst. Aber in diesem Fall gab es keine Vorwarnung. Das war natürlich ein größerer Schock."

Nach außen hing gab sich Morbidelli trotz der Situation mit Quartararo gewohnt ruhig und cool. "Franco hat sich den Druck nicht anmerken lassen, aber er hat ihn sicher gespürt", glaubt Forcada. Seit der vergangenen Saison fungiert der Spanier als Crew-Chief des Italieners im Petronas-Team.

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Davor gewann Forcada mit Jorge Lorenzo drei WM-Titel im Yamaha-Werksteam. Anschließend arbeitete er mit Maverick Vinales zusammen, doch das Verständnis der beiden Spanier war nicht perfekt. Deshalb wechselte Forcada ins Satellitenteam.

Crew-Chief Ramon Forcada mit Franco Morbidelli

Crew-Chief Ramon Forcada mit Franco Morbidelli <span class="copyright">LAT</span>
Crew-Chief Ramon Forcada mit Franco Morbidelli LAT

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Eigentlich hätte Morbidelli bei Petronas der Teamleader sein sollen. Niemand hatte erwartet, dass Quartararo derart stark sein würde. Trotzdem wurden Morbidellis präzise technische Aussagen über die Yamaha immer vom Team gelobt.

"Er arbeitet extrem viel", betont auch Forcada, der über reichlich MotoGP-Erfahrung verfügt. "Aber er muss stärker an sich selbst glauben, dass er eigentlich viel schneller ist. Er muss daran glauben, dass er die Ergebnisse erzielen kann, die er sich verdient."

Dass er es kann, hat Morbidelli mit seinem souveränen WM-Titel in der Saison 2017 bewiesen. In Summe steht das Petronas-Team hinter dem Italiener und will mit ihm auch 2021/22 weitermachen. Das hat Teamchef Razlan Razali bereits betont.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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