Rangnicks Vermächtnis überrollt die Bundesliga

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Rangnicks Vermächtnis überrollt die Bundesliga
Rangnicks Vermächtnis überrollt die Bundesliga

Nach zwei Jahren im RB-Kosmos ist für Julian Nagelsmann bereits wieder Schluss. Der junge Trainer hat seinen nächsten Karriereschritt von Hoffenheim nach Leipzig erfolgreich bewältigt und setzt zum großen Sprung zum FC Bayern München an.

Nagelsmann ist nach Niko Kovac der dritte Coach, der die RB-DNA kennt, auch Hansi Flick war kurze Zeit in Salzburg (elf Partien als Co-Trainer unter Giovanni Trapattoni) aktiv.

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So viel RB steckt in der Bundesliga

Die Bundesliga kommt bei der Suche nach neuen Führungskräften inzwischen kaum noch an der RB-Schule vorbei. Sebastian Hoeneß (Hoffenheim) hat in Leipzig gelernt, Marco Rose (Gladbach/ab Sommer Dortmund), Adi Hütter (Frankfurt/Gladbach), Frank Kramer (Bielefeld), Bo Svensson (Mainz), Oliver Glasner (Wolfsburg) haben allesamt in Salzburg gearbeitet, Jesse Marsch kommt ab Sommer hinzu. (Service: Tabelle der Bundesliga)

Der aktuelle Salzburg-Coach verriet zuletzt im großen SPORT1-Interview, inwiefern er den RB-Fußball verkörpert: "Ich lasse gerne einen vertikalen, aggressiven und schnellen Fußball spielen. Mein Ziel ist es, dass unsere Mannschaft den Gegner in jeder Phase des Spiels dominiert. Wir wollen auch ohne Ball, bei Standardsituationen oder bei Einwürfen Kontrolle erlangen."

Rangnick als Lehrmeister bei RB

Eine Spielweise, die den Fußball in der Bundesliga inzwischen prägt. Nach Ballgewinn, bestenfalls im letzten Drittel des Spielfelds, rasant und überfallartig umschalten und im Strafraum eine Überzahl erzeugen. Dominanz und Kontrolle bedeuten dabei nicht automatisch Ballbesitz. Lehrmeister für die Trainer war vor allem Ralf Rangnick, der die Geschicke bei RB in verschiedenen Positionen von 2012 bis 2019 lenkte.

Marsch, der Rangnick respektvoll als "Genie" bezeichnete, stellte daher fest: "Es gibt mittlerweile viele Red-Bull-Trainer in ganz Europa, die mit einer ähnlichen Fußball-Philosophie agieren." Ein Ende der Fahnenstange ist nicht in Sicht. (Service: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Bayern-Campusleiter Sauer: "Hoeneß hat am meisten bei Leipzig gelernt"

Jochen Sauer, Leiter des Bayern Campus, war von 2012 bis 2017 als Geschäftsführer in Salzburg tätig. Im Buch "Kicken wie die Profis" des Journalisten Kai Psotta verriet er: "Trainer sind Führungskräfte mit einer brutal komplexen Aufgabe. Die müssen besser gemacht werden. Ich habe das zu meiner Zeit bei RB erlebt." Im RB-Kosmos wird schon in der Nachwuchsarbeit nichts dem Zufall überlassen, jeder Schritt strategisch geplant.

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Vor allem Ralf Rangnick und Helmut Groß (von 2012 bis 2019 Berater des RB-Managements) waren die Antreiber für Fort- und Weiterbildungen für die Coaches. Sauer nannte den heutigen Hoffenheim- und früheren U23-Bayern-Trainer als Paradebeispiel: "Ich behaupte mal, dass Sebastian Hoeneß am meisten gelernt hat, als er als U17-Trainer bei Leipzig war und auch regelmäßig in interne Fortbildungen musste."

Interne Schulungen auch in Salzburg

Auch in Salzburg hätten diese Schulungen oft am Wochenende von frühmorgens bis zu den Spielen stattgefunden: "Da hat sich ein Marco Rose auch nicht immer total begeistert reingesetzt."

Doch der Erfolg gibt der Idee, die kaum einer so wie Rangnick verkörpert hat, recht: "Von diesem Ansinnen und den Fortbildungsmaßnahmen haben sehr viele junge Trainer in Leipzig und Salzburg profitiert, die heute in den ersten Ligen in Europa einen hervorragenden Trainerjob machen."

Auch auf höherer Ebene verteilt sich stets mehr RB in der Bundesliga. Markus Krösche erweiterte in den beiden Jahren bei Leipzig sein Netzwerk und sammelte Know-How. Ab Juni wird er seine Erfahrung bei Eintracht Frankfurt einbringen.

RB steht zumeist für Erfolg und Qualität

Doch nicht immer bedeutet RB automatisch auch Erfolg: Alexander Zorniger etwa scheiterte beim VfB Stuttgart, Achim Beierlorzer in Köln und Mainz. Auch eine Etage höher war eine Vergangenheit in Leipzig nicht automatisch Garant für Siege, Jochen Schneider etwa konnte beim FC Schalke 04 in seiner Rolle als Sportvorstand keine neuen Impulse setzen.

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Insgesamt aber stehen - ob als Trainer, Manager oder Profi - die beiden Buchstaben R und B für Qualität. Es ist daher kein Zufall, dass kommende Saison die Hälfte der Bundesligateams von Trainern mit Leipziger oder Salzburger Vergangenheit betreut werden.

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