Rapinoe ist wütend

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Rapinoe ist wütend
Rapinoe ist wütend

Megan Rapinoe ist die Sache ernst. Sie kämpfe hier nicht nur für sich oder ihre über 500 Mitstreiterinnen, betont die bekannteste Fußballerin der Welt, sondern „für die kommenden Generationen“. Für das Recht auf Abtreibung - gegen Verbote! Und es sei ihr verdammt nochmal „eine Ehre“.

„Als Athletinnen und Menschen im Sport müssen wir die Macht haben, wichtige Entscheidungen über unsere Körper zu treffen und die Kontrolle über unsere Fortpflanzung zu haben“, fordert die Olympiasiegerin und Weltmeisterin. Dass es Kräfte gebe, die ihr und allen anderen Frauen in den USA dieses Recht verwehren wollten, mache sie „wütend“ und sei „un-amerikanisch“. Rapinoe kündigt „heftige Gegenwehr“ an.

Und zwar ganz oben. In einem offiziellen Schriftsatz („Amicus Curiae“) wenden sich mit Rapinoe 25 weitere Olympia-Teilnehmerinnen, Hunderte Athletinnen sowie Organisationen wie die Spielerinnen-Vereinigungen aus der Fußball- und Basketballprofiliga an das Oberste Gericht der USA. Ihr Ziel: Das landesweite Recht auf Abtreibung zu erhalten. Ihr Motto: „Bans off our Bodies“, Verbote weg von unseren Körpern!

Der Aufschrei hat einen aktuellen, ernsten Hintergrund: Einen Rechtsstreit im US-Bundesstaat Mississippi. Dieser könnte die wegweisende Entscheidung des Obersten Gerichts aus dem Jahr 1973 („Roe gegen Wade“) kippen, die Schwangerschaftsabbruch in den USA unter das Recht auf Privatsphäre gestellt hatte. Der Supreme Court hat die mündliche Verhandlung für den 1. Dezember auf die Tagesordnung gesetzt.

Das Gesetz in Mississippi, das von Gerichten blockiert wird, verbietet Abtreibungen nach der 15. Schwangerschaftswoche bis auf ganz wenige Ausnahmen. Der konservative Staat tief im Süden setzt in seinem Kampf für eine landesweite Regelung auf die konservative Mehrheit von sechs zu drei Stimmen im Supreme Court.

Rapinoe und Co. halten dagegen. Ein Verbot, argumentieren die Basketball-Ikonen Sue Bird und Diana Taurasi sowie die Olympiasiegerinnen Ashleigh Johnson (Wasserball) und Crissy Perham (Schwimmen), zerstöre fundamentale Rechte einer jeden Sportlerin. Sollte Athletinnen die Chance zum Schwangerschaftsabbruch in jenem knappen Zeitfenster ihrer höchsten Leistungsfähigkeit genommen werden, könne dies Karrieren in und außerhalb der Arenen vereiteln.

Ex-Schwimmerin Perham berichtet in dem Schreiben in eindringlichen Worten erstmals von ihrer Abtreibung. In ihrer College-Zeit sei sie ungewollt schwanger geworden, der folgende Abbruch habe ihr „eine zweite Chance im Leben“ eröffnet. Sie trainierte härter denn je, wurde erstmals nationale Meisterin. „Dieses Rennen“, sagt sie, „hat mein Leben verändert.“

Perham schaffte es ins US-Schwimmteam für Barcelona 1992, wo sie zweimal Staffel-Gold und eine Silbermedaille gewann. Heute ist sie längst „stolze Mutter“. Die 51-Jährige betont: „Frauen wissen selbst am besten, was gut für ihren Körper und ihr Leben ist.“ Und das sollte endlich respektiert werden.

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