RB von Bayern „kaputtgekauft“? So sieht es der Kapitän

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RB von Bayern „kaputtgekauft“? So sieht es der Kapitän
RB von Bayern „kaputtgekauft“? So sieht es der Kapitän

Nach der Länderspielpause steht in der Bundesliga ein echter Kracher an: Der Vizemeister RB Leipzig empfängt den Meister FC Bayern. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Ein Spiel mit besonderer Brisanz, da im Sommer mit Trainer Julian Nagelsmann, Abwehrchef Dayot Upamecano und Kapitän Marcel Sabitzer gleich drei Protagonisten der Leipziger nach München wechselten. Wie wollen die Sachsen diese Transfers kompensieren?

Darüber gibt Peter Gulacsi im SPORT1-Interview Auskunft. Außerdem spricht der Ungar, der jüngst zum neuen Kapitän der Sachsen ernannt wurde, über sein Privatleben und den durchwachsenen Saisonstart der Roten Bullen.

SPORT1: Herr Gulacsi, Sie sind vor zwei Wochen das zweite Mal Vater geworden. Beflügelt Sie das oder sind die Nächte etwas zu kurz aktuell?

Gulacsi: Durch die Nationalmannschaft habe ich meinen Sohn leider nur zwei Tage gesehen. Ich war bei der Geburt dabei, aber musste dann direkt weiter. Wenn wir unseren Rhythmus wiederfinden, werde ich mehr Zeit haben, jetzt sind wir ja auch alle wieder in Leipzig. Meine Frau ist klasse. Sie macht die Nächte durch, damit ich genug Schlaf bekomme und fit bin. Am Tag versuche ich dann, so viel wie möglich zu helfen.

Gulacsi über Marsch: „Es lag nicht an ihm“

SPORT1: Der Saisonstart von Leipzig verlief durchwachsen. Gegen Stuttgart und im Pokal hat man hoch gewonnen, die anderen Spiele verloren. Wie beurteilen Sie den Auftakt?

Gulacsi: Drei Punkte aus den ersten drei Spielen zu haben, passt nicht zu unserem Anspruch. Man muss allerdings fair bleiben und sagen, dass wir das Spiel in Mainz sehr unglücklich verloren haben. In Wolfsburg war es nicht unsere beste Leistung, aber wir waren nicht unbedingt schlechter als der Gegner. Unser Ziel muss es sein, jetzt in den nächsten Spielen zu punkten. Die Ausbeute bisher ist zu gering. Gleichzeitig haben wir aber auch viele neue Spieler und einen neuen Trainer, der eine andere Art Fußball spielen lassen möchte. Da kann nicht alles sofort funktionieren.

SPORT1: Wie geht der neue Trainer mit der Situation um?

Gulacsi: Jesse ist ein überragender Typ und ein super Trainer. Er versucht, Ruhe in die Mannschaft zu bringen, konzentriert zu arbeiten und macht das überragend. Es lag nicht an ihm, dass wir nur drei Punkte holen konnten. Er tut, was er kann. Gegen Mainz und Wolfsburg waren wir an dem Tag vielleicht einfach nicht gut genug.

SPORT1: Jetzt geht es gegen den FC Bayern. Wie sehen Sie die Ausgangslage beim Duell Meister gegen Vizemeister?

Gulacsi: Wir spielen zu Hause. Unser Ziel ist klar, das Spiel zu gewinnen, auch wenn wir wissen, dass Bayern eine überragende Qualität hat und wir in den letzten Jahren nicht so viel gegen sie mitnehmen konnten. Aber wir wollen unseren Heimvorteil, unsere Fans und die Atmosphäre nutzen. Dann ist alles möglich.

SPORT1: Nicht nur aus sportlicher Sicht ist das Duell am Samstag ein besonderes. Im Sommer sind mit Marcel Sabitzer, Dayot Upamecano und Trainer Julian Nagelsmann drei wichtige Säulen von Leipzig zu den Bayern gewechselt. Bringt das nochmal eine besondere Brisanz mit sich? (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Gulacsi: Für mich persönlich ist es einfach Fußball. Es ist schön, die drei wiederzusehen. Aber wir wissen auch, wie gut sie sind. Wir werden ihre Qualität vermissen, müssen uns mit unserer Mannschaft jedoch nicht verstecken und haben einen sehr starken Kader. Wir fokussieren uns daher eher auf unsere Jungs und unser Spiel als auf den Gegner. Wer am Samstag auf der anderen Seite und an der Linie steht, können wir nicht beeinflussen und spielt eine kleinere Rolle.

„Hoffentlich können wir die drei mit einem Sieg verabschieden“

SPORT1: Empfinden Sie eine Form der Unfairness, dass die Bayern „die Liga kaputtkaufen“?

Gulacsi: Ich sehe es eher so, dass wir für alle drei eine hohe Summe bekommen haben. Es ist am Ende auch eine Entscheidung unseres Vereins, ob wir die Spieler verkaufen oder behalten. In dem Fall war es wahrscheinlich die richtige Entscheidung, weil wir schon Spieler verpflichtet haben, die in Zukunft auch großartige Spieler auf diesen Positionen werden können. Zudem hatte Upa ja eine Klausel, Sabi nur noch ein Jahr Vertrag – es waren also besondere Konstellationen. Nur weil Bayern jetzt drei ehemalige Leipziger hat, heißt das nicht, dass wir schlechter geworden sind oder sie besser. Wir tun gut daran, uns auf uns zu konzentrieren.

SPORT1: In der Innenverteidigung kamen für Upamecano und Ibrahima Konaté mit Mohamed Simakan und Josko Gvardiol zwei sehr junge, in Deutschland unbekannte Spieler. Wie erleben Sie diese neuformierte Verteidigung?

Gulacsi: Wir haben zwei starke Spieler mit Perspektive verpflichtet. Beide haben auch schon in guten Ligen gespielt. Gvardiol ist zudem bei der EM aufgelaufen und hat vorher mit Dinamo Zagreb international Erfahrungen gesammelt. Simakan hat in der französischen Liga ebenfalls viele Partien gemacht. Sie sind auf der einen Seite sehr jung, aber auf der anderen Seite bringen sie schon viel Erfahrung mit. Die beiden haben bisher gute, erwachsene Leistungen gezeigt, sie werden uns weiterhelfen. Wir mussten zwar in der Abwehr Spieler abgeben, haben aber zum Beispiel mit Willi Orban, Lukas Klostermann, Marcel Halstenberg oder Nordi Mukiele noch diverse erfahrene Spieler, die schon lange in Leipzig sind. Wichtig ist, dass wir uns als Mannschaft zusammenreißen und anfangen, konstant zu punkten und Erfolge einzufahren.

SPORT1: Haben Sie noch Kontakt zu den drei Bayern-Jungs?

Gulacsi: Natürlich, gerade mit Marcel Sabitzer habe ich in der Länderspielpause etwas hin-und-hergeschrieben. Ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu allen dreien. Aber es ist jetzt nicht so, dass wir uns vor der Partie viel austauschen. Wir werden uns sicherlich im Stadion begrüßen, aber dann konzentrieren wir uns auf unser Spiel und unsere Mannschaft. Hoffentlich können wir die drei mit einem Sieg verabschieden (schmunzelt).

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