RB-Boss erklärt: Leipzig wollte BVB-Duo

SPORT1
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Für RB Leipzig läuft es in der Bundesliga perfekt. Das Team führt die Tabelle an und hat vor dem Auftritt in der Champions League bei Manchester United noch kein Pflichtspiel in dieser Saison verloren (Champions League: Man United - RB Leipzig am Mi. ab 21 Uhr im LIVETICKER).

Aktuell sind die Sachsen einen Punkt vor dem FC Bayern und Borussia Dortmund. Gegen den BVB musste Leipzig aber zwei Transfermarkt-Niederlagen hinnehmen, wie Geschäftsführer Oliver Mintzlaff im Interview bei der Sport Bild verriet.

Die beiden Vereine suchen laut dem Vereinsboss oft nach ähnlichen Spielertypen wie die Schwarz-Gelben.

"Sie machen einen überragenden Job. Auch wir sind kein Verkaufsklub. Wir sehen Transfers als Erlössäule. Wir können nicht immer nur kaufen, sondern müssen auch Spieler abgeben. Dann ist die Frage – und das löst Dortmund sehr gut: Welchen Ersatz habe ich? So läuft das Geschäft. Da sind wir oft auf der gleichen Spur unterwegs wie der BVB. Erling Haaland (20) und Julian Brandt (24) hätten wir zum Beispiel auch gerne verpflichtet", sagte der Funktionär.

Leipzig wollte die BVB-Stars vor ihrem Wechsel zu den Borussen holen!

Mintzlaff schwärmt von Nagelsmann

Bei Haaland lag das auf der Hand. Immerhin spielte der Norweger bis zu seinem 20-Millionen-Transfer im Januar 2020 noch für Leipzigs Tochterverein Red Bull Salzburg, Brandt lief bis zum Sommer 2019 für Bayer Leverkusen auf und wechselte dann für 25 Mio. Euro.

Auch ohne die beiden Stars und nach dem Abgang von Nationalspieler Timo Werner zum FC Chelsea ist Leipzig nun aber ein Titelkandidat - das liegt laut Mintzlaff vor allem an Coach Julian Nagelsmann (33). "Er ist ein außergewöhnlicher Trainer mit klaren Vorstellungen und trotzdem sehr teamfähig. Mit ihm haben wir bereits in seinem ersten Jahr die erfolgreichste Saison unserer Klubgeschichte gespielt. Er hat uns ins Halbfinale der Champions League geführt", schwärmte der Vereins-Boss.

Der Vertrag des Trainers läuft noch bis 2023 und diesen soll der Übungsleiter auch auf jeden Fall erfüllen. "Ich bin in der Hinsicht total entspannt. Ich habe auch nicht das Gefühl, dass RB ein unattraktiver, stagnierender Verein für ihn ist – ganz im Gegenteil", so Mintzlaff. Er verriet, dass es aktuell auch keine Anfragen für den Trainer von anderen Vereinen gibt (Nagelsmann scherzt über Solskjaer).

Darum zahlte Leipzig die hohe Nagelsmann-Ablöse

Der Geschäftsführer erklärte zudem, weshalb Leipzig im Sommer 2019 rund fünf Millionen Euro Ablöse an Hoffenheim für Nagelsmann zahlte - eine ungewöhnlich hohe Summe für einen Coach. Es gab laut Mintzlaff "keine Schmerzgrenze". "Es nutzt einem nichts, viel Geld zu bekommen, wenn dann der wichtigste Mann im Verein weg ist, um die Mannschaft zu führen und weiterzuentwickeln", sagte er.

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Auf dem Weg nach ganz oben will der Klub sich auch bei der Konkurrenz aus München und Dortmund Erfolgsrezepte abschauen. "Natürlich. Das wollen wir sogar. Beide Klubs leisten überragende Arbeit. Aber wir können nicht einfach alles blind kopieren, sondern müssen unseren eigenen Weg gehen. Dafür wählen wir unser eigenes Tempo", erzählte der gebürtige Bonner.

Ein Punkt, der noch Verbesserungspotenzial bietet: die Durchlässigkeit von Talenten zu den Profis.

Nach Kritik: Änderungen im Nachwuchsbereich

Nagelsmann hat bisher aus der hervorragenden Jugendabteilung des Klubs kein Talent fest in der Profimannschaft integriert. Nagelsmann hatte zuletzt die Mentalität der Talente kritisiert - und RB Leipzig daraufhin bereits reagiert.

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"Was das Thema Mentalität angeht, kann ich Julian nur zustimmen. Ich war selber Leistungssportler und weiß, was es heißt, sich jeden Tag aufs Neue zu motivieren. Wir wollen das NLZ weiterentwickeln. Deswegen haben wir intern eine Task Force gegründet, um aus den Millionen, die wir jährlich in den Nachwuchs investieren, mehr Ertrag schöpfen zu können", so Mintzlaff.

Für den 45-Jährigen hat die Nachwuchsarbeit nämlich einen besonders hohen Stellenwert: "Wir haben nicht 60 Millionen Euro, um eins zu eins einen Ersatz für Timo Werner zu verpflichten. Wir wollen den nächsten Timo Werner selbst entwickeln." Oder eben den nächsten Brandt oder Haaland.