Warum RB Krösche nicht vermissen wird

Tobias Holtkamp
·Lesedauer: 2 Min.
Warum RB Krösche nicht vermissen wird
Warum RB Krösche nicht vermissen wird

Bei vielen Vereinen wären die Sorgenfalten jetzt zurecht tief.

Nicht nur der Erfolgstrainer will den Verein verlassen (und zu den Bayern wechseln), sondern auch der Sportdirektor geht. Doch RB Leipzig geht mit der Sachlage auffällig gelassen um. Weil sich die Verantwortlichen ziemlich sicher sind, auch aus dieser Situation gestärkt hervorzugehen.

Julian Nagelsmann steht vor einem Wechsel nach München, die Gespräche laufen. Der Vertrag mit Markus Krösche wurde aufgelöst. Von Krise oder Zukunftssorgen ist am Cottaweg in Leipzig, wo neben dem hochmodernen Trainingszentrum auch die RB-Geschäftsgebäude steht, trotzdem nichts zu spüren.

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Krösche sah sich nicht aus der Überholspur

Für Nagelsmann werden sie viel Geld bekommen. 25 Millionen Euro, heißt es, sei das Preisschild, das dem FC Bayern mitgeteilt wurde. Die Leipziger, das ist zu hören, gehen von einer Einigung aus, sogar schon kurzfristig. Nachfolger könnte Jesse Marsch werden, der schon als Co-Trainer unter Ralf Rangnick bei RB gearbeitet hat und gerade zum zweiten Mal Meister in Österreich wird. Er kennt sowohl die Philosophie und die Strukturen als auch alle handelnden Personen.

In Salzburg arbeitete Marsch schon mit Christopher Vivell zusammen, dem damaligen Scouting-Chef unter Sportdirektor Christoph Freund. Und Vivell, gerade 35, soll jetzt ein Hauptgrund gewesen sein, warum Markus Krösche die Leipziger nach nicht einmal zwei Jahren schon wieder verlässt. Denn vor dieser Saison installierte Vorstandschef Oliver Mintzlaff den hochgelobten Vivell als Technischen Direktor in Leipzig - an der Seite von Sportdirektor Krösche. Gleichberechtigt.

"Es hat für mir nicht mehr ausgereicht, dass wir einen einzelnen Sportdirektor haben", argumentierte Mintzlaff damals, "weil das zu viele Themen für einen sind." Mit Vivell würde "mehr Expertise in den Verein" geholt werden.

Krösche, der Anfang März schon mit Schalke über einen Wechsel sprach (und damit Mintzlaff verärgerte), sah sich bei RB auf dem absteigenden Ast. Oder zumindest nicht mehr auf der Überholspur.

Gelassenheit einer der größten Erfolgsfaktoren von RB

Vivells Meinung in Sachen Transfers und Kaderplanung wurde klubintern immer wichtiger, auch planerische Themen im sportlichen Bereich besprach Mintzlaff immer häufiger mit Vivell, der in Österreich "Transferhirn" genannt wurde und zum Beispiel den Wechsel von Erling Haaland aus Molde organisiert hatte.

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Nicht wenige bei RB glauben, dass Vivells Rolle zukünftiger noch wichtiger wird in Leipzig. Dass er Krösche auch in Strategie und sportlicher Ausrichtung ersetzen wird. Er sei, das ist zu hören, eine der Säulen, auf die sie am Cottaweg die Zukunft bauen wollen. Doch zunächst warten die Herausforderungen der auslaufenden Saison, sie wollen unbedingt Pokalsieger werden.

So spannend die nächsten Monate in Leipzig auch werden, sportlich, aber eben auch personell - die Gelassenheit von RB bleibt einer ihrer größten Erfolgsfaktoren.