Real Madrid - Ronaldo bereitete Fabio Capello "die meisten Probleme": "Er hat immer Partys gefeiert"

Goal.com

Ein Jahr lang war Fabio Capello Trainer von Real Madrid, mit den Königlichen gewann er in seiner einzigen Saison den Meistertitel, allerdings erst nach einer furiosen Aufholjagd in der zweiten Saisonhälfte, was auch mit dem Abgang des schwierigen Ronaldo Ende Januar 2007 zu tun hatte, wie die Trainerlegende jetzt verriet.

Einerseits sei Ronaldo "das größte Talent" gewesen, "das ich je trainiert habe", sagte Capello in einem Interview mit Sky Sport: "Gleichzeitig war er aber auch derjenige, der mir in der Umkleidekabine die meisten Probleme bereitete. Er hat immer Partys gefeiert."

"Einmal", so erzählte es Capello, "sagte Ruud van Nistelrooy zu mir: 'Trainer, bei uns in der Umkleidekabine riecht es nach Alkohol.'" Für Capello besteht ein enger Zusammenhang zwischen dem Abgang des Superstars im Winter zum AC Milan und der darauffolgenden Aufholjagd der Königlichen, die am letzten Spieltag durch einen Doppelpack des mittlerweile verstorbenen Antonio Reyes doch noch den 30. Meistertitel der Vereinsgeschichte feiern durften.

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"Als Ronaldo ging, fingen wir an zu gewinnen", sagte Capello und hatte damit nicht Unrecht. Nach dem Abschied des Brasilianers am 30. Januar verlor Real in der Liga nur noch zweimal. Für den 73 Jahre alten Italiener steht aber nichtsdestotrotz fest: "Wenn wir über Talent sprechen, war er ohne Zweifel der Größte."

Capello hat mit Sorgenkind Ronaldo heute "eine gute Beziehung"

Während Ronaldo in der königlichen Kabine noch sein Sorgenkind war, pflege Capello heute "eine gute Beziehung" zum ehemaligen Weltstar. Wenn man sich treffe, rede man sehr freundlich und vergnüglich miteinander.

Bei Milan knüpfte der damals 30-jährige Ronaldo zunächst an seine starken Leistungen aus alten Tagen an. Bis zum Ende der Saison 2006/07 schoss er sieben Tore und bereitete fünf weitere Treffer vor. In der darauffolgenden Spielzeit ereilte ihn jedoch sein ihm über die gesamte Karriere hinweg anhaftendes Verletzungspech. Aufgrund eines Schienbeinbruchs und eines Patellasehnenrisses machte er nur noch sechs Spiele für Milan, war anschließend sogar vereinslos und beendete 2011 seine schillernde Karriere bei Corinthians.

Capello wurde trotz der gewonnen Meisterschaft im Sommer 2007 von Real Madrid wieder entlassen. Seine Teampolitik war den Verantwortlichen ebenso sauer aufgestoßen wie sein defensives und demnach "anti-galaktisches" Spielsystem. Am Ende soll er eine Abfindung in Höhe von 6,2 Millionen Euro erhalten haben. Auf Capello folgte der deutsche Bernd Schuster, der mit den Königlichen ein Jahr später zwar den Meistertitel verteidigte, nach einem schwachen Saisonstart 2008/09 jedoch gehen musste.

 

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