Das Real der Zukunft: Neue Juwele für Ronaldo

Marcel Bohnensteffen

In seiner Historie hat Real Madrid ja so manchen Superlativ geprägt. Es genügt ein kurzer Blick in die Statistik und die Galacticos werden als erfolgreichster Fußballklub Europas ausgewiesen. 

33 Meisterschaften, 14 Europapokalsiege sind dort gelistet. Eine prachtvolle Trophäensammlung. Die epochale Errungenschaft aber geht weit über sportliche Erfolge hinaus. Sie offenbart die gesamte Markenmacht, die Identität dieses Klubs. 

Real Madrid ist das größte Star-Ensemble des Weltsports.


Ein Titel, den die Königlichen Jahr für Jahr verteidigen wollen. Verteidigen müssen. Er ist die Geschäftsgrundlage des Vereins.

Kein anderer Klub hat bis heute mehr Geld für all seine neuen Spieler ausgegeben. In Sachen Transfers war Real bislang unantastbar. 

Vielleicht hat man sich daran zu sehr gewöhnt. Jedenfalls ist von vielen unentdeckt geblieben, dass in Sachen Personalpolitik seit einiger Zeit Einschneidendes geschieht bei Europas Topklub. 

Real baut seine Zukunft - nicht mehr Star um Star, sondern mit neuen Juwelen an der Seite des Über-Stars: Cristiano Ronaldo.


Top-Talent Ceballos kommt aus Sevilla

Theo Hernandez ist der erste Neuzugang, den sich Real in der aktuellen Transferperiode gesichert hat. Er kommt von Lokalrivale Atletico. 30 Millionen Euro haben sich die Kaderplaner den Linksverteidiger kosten lassen. Dabei ist der Mann erst 19 Jahre alt.

Seine Ausleihe zu Deportivo Alaves hat ihn jedoch so gestählt, dass ihm Real perspektivisch die Nachfolge von Laufwunder Marcelo zutraut. Und Hernandez soll erst der Anfang sein.

Am Mittwoch hat der Klub Dani Ceballos in seine Reihen aufgenommen. Das Mittelfeld-Talent (20) von Betis Sevilla gilt als kommender Stratege Spaniens.

Als Kapitän der U21-Nationalmannschaft hat Ceballos einen ähnlichen Hype entfacht wie seinerzeit Isco. Sicherheitshalber hat Real gleich zugeschlagen. 

Überhaupt Isco. Der 25-Jährige spielte 2013 eine überragende U21-EM. Experten sahen in ihm bei Zeiten den kommenden Weltstar. Dann stagnierte seine Entwicklung. Als er kurz davor war, bei Real als ewiges Talent zu stranden, kam Zidane als Trainer - und plötzlich zählt der Offensiv-Mann wieder zu den Eckpfeilern der Zukunft.

Lob von Reschke: "Müssen ihm ein Denkmal setzen"

Und dann ist da ja noch Marco Asensio. Nach dem Geschmack vieler Experten der feinste Techniker, den der spanische Fußball derzeit zu bieten hat. Um den 21-Jährigen beneidet halb Europa die Madrilenen.

Für läppische 3,5 Millionen Euro kam der Stürmer vergangenes Jahr aus Mallorca. Als der Deal fix war, erhielt Reals Geschäftsführer Jose Angel Sanchez eine SMS. Absender war Michael Reschke. 

Bayerns Technischer Direktor gratulierte Sanchez zu seinem Coup. "Wir müssen ihm ein Denkmal setzen", sagte Reschke später mal über den Kollegen aus Madrid. "Denken Sie, dass Real Asensio jetzt für 50 Millionen abgeben würde? Ich glaube nicht." 

Einen solchen Stellenwert genießt Asensio inzwischen im europäischen Fußball.

Ronaldo lobt Reals Transferpolitik

Er, Isco und Rechtsverteidiger Dani Carvajal, der schon mit 25 Jahren Weltklasse-Format hat, führen die Generation von Nachkömmlingen an, mit denen der Champions-League-Sieger die Zukunft bestreiten will. An der Seite von Ronaldo.

Es ist ein Paradigmenwechsel der Bosse, von dem der Weltfußballer höchst angetan sein soll. Dem Vernehmen nach hat der Portugiese seinen Verbleib davon abhängig gemacht, dass er wieder die absolute Vormachtstellung im Team erhält. Vor allen anderen Hochkarätern. Die Verantwortlichen haben seine Forderung offensichtlich ernst genommen. 

In der Gunst von Präsident Florentino Perez steht zwar immer noch ein gewisser Gareth Bale. Für den zahlten die Königlichen einst sogar noch mehr Ablöse als für Ronaldo. Vielleicht wird der teuerste Zugang der Klubgeschichte aber schon bald durch einen neuen Rekord-Spieler abgelöst.

Jetzt, da Alvaro Morata zum FC Chelsea abgewandert ist, dürften die Gerüchte um Kylian Mbappe wieder zunehmen. 


Der Shootingstar von AS Monaco hat ein paar Tage seines Urlaubs auf Mallorca verbracht. Keine zehn Minuten von Perez' Jacht entfernt. Für den 18-Jährigen steht eine Ablösesumme um die 100 Millionen Euro im Raum.

Vallejo kehrt zurück

Ob Bale für Mbappe weichen muss? Für das künftige Mannschaftsgefüge ist das gar nicht entscheidend. Das wird ohnehin von Jüngeren bestimmt werden.

Womöglich ja auch durch Jesus Vallejo. Der 20-Jährige kehrt von seiner Ausleihe zu Eintracht Frankfurt zurück und wird als designierter Nachfolger von Sergio Ramos in der Innenverteidigung gehandelt. 

Ein Gefilde, in dem sich der Spanier gut aufgehoben fühlt. Natürlich orientiere er sich an Ramos und allen guten Verteidigern, sagte Vallejo vor nicht allzu langer Zeit im SPORT1-Interview, "besonders an denen von Real Madrid, die für mich die besten der Welt sind". 

Das mit den Superlativen hat Vallejo schon ziemlich gut drauf. Jetzt liegt es an ihm, ob er Reals Markenidentität mit in die Zukunft tragen kann.

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