Red Bull: Als Albon-Entscheidung fiel, "war Vettel nicht mehr verfügbar"

Christian Nimmervoll
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Am vergangenen Freitag hat Red Bull mit der Bekanntgabe von Sergio Perez die Spekulationen über die Besetzung des zweiten Cockpits beendet. Der Mexikaner erzwang sein Schicksal letztendlich mit starken Leistungen und seinem ersten Grand-Prix-Sieg in Bahrain als Höhepunkt. Damit blieb allerdings Nico Hülkenberg, der auch als Anwärter gegolten hat, auf der Strecke.

In einem exklusiven Jahresbilanz-Interview mit 'motorsport.com', das am 28., 29. und 30. Dezember in voller Länge veröffentlicht wird, verrät Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko, dass er Hülkenberg am Freitag "zehn Minuten" vor der offiziellen Bekanntgabe angerufen und ihm gesagt hat, "dass es leider nichts wird".

Zuvor hatte Teamchef Christian Horner das Interesse an Hülkenberg mit der Aussage relativiert, dass es mit dem Deutschen nur "eine kurze Unterhaltung" gegeben habe. In den vergangenen Wochen sei dann aber schon recht klar gewesen, dass sich die Entscheidung eher auf die Frage Alexander Albon oder Perez zuspitzt.

Zwischendurch wurde zumindest einzelnen Personen bei Red Bull auch ein Interesse nachgesagt, den "verlorenen Sohn" Sebastian Vettel nach dessen Abschied von Ferrari "nach Hause" zu holen. Doch Horner dementiert, dass mit dem viermaligen Weltmeister je ernsthaft darüber gesprochen wurde.

Die Variante, dass Dietrich Mateschitz den Auftrag erteilt haben soll, Vettel zurückzuholen, ist inzwischen wie eine Seifenblase geplatzt. Marko erklärt nun, dass eine Vettel-Rückkehr zu keinem Zeitpunkt eine realisierbare Idee gewesen sei, denn: "Als wir uns entschieden haben, dass wir Albon ersetzen, war Vettel nicht mehr verfügbar."

Nichtsdestotrotz ist bekannt, dass Marko als Vettels langjähriger Förderer immer noch ein freundschaftliches Verhältnis mit dem Deutschen pflegt, der 2021 ironischerweise für das neue Werksteam von Aston Martin (bisher Racing Point) fahren wird. Ironischerweise deshalb, weil Aston Martin bis Ende 2020 Titelsponsor von Red Bull war.

Marko beobachtet Vettels Karriere weiterhin genau. Zu Social-Media-Verschwörungstheorien, er habe von Ferrari schlechteres Material erhalten als Charles Leclerc, möchte er sich nicht äußern ("Kann ich nicht sagen"). Klar sei aber, dass Vettel aus Verunsicherung "viel zu viele Eigenfehler gemacht" habe, "und das Fahrerische war dann sehr oft nicht Vettel-Niveau".

"Ich glaube, es ist eine Verunsicherung, die in meinen Augen mit dem Crash in Hockenheim 2018, in Führung liegend, begonnen hat. Damals war noch Arrivabene Teamchef. Von da an ist das Verhältnis zu Ferrari immer schlechter geworden", analysiert Marko. Auf die Frage, ob er Vettel zutraut, wieder der Alte zu werden, antwortet er: "Ich hoffe es für ihn."

Der exklusive Interview-Dreiteiler mit Helmut Marko zum Jahresabschluss der Formel 1 2020 aus Sicht von Red Bull erscheint am 28., 29. und 30. Dezember in voller Länge auf motorsport.com und Formel1.de.

Mit Bildmaterial von LAT.