Die Red-Bullisierung der Bundesliga

Justin Schroll
Sport1
Marco Rose und die Salzburger schnappen sich auch den Meistertitel
Marco Rose und die Salzburger schnappen sich auch den Meistertitel

Angefangen hatte alles im April 2005, also vor gerade mal 14 Jahren. Red Bull stieg beim SV Austria Salzburg ein und benannte den Verein in FC Red Bull Salzburg um.

Der Beginn einer Erfolgsgeschichte: Nach und nach weitete der Getränke-Gigant sein Fußball-Engagement auf dem gesamten Globus aus, ab Mai 2009 auch in Deutschland, wo RB Leipzig aus dem Boden gestampft wurde.


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Setzte man in den Anfangsjahren noch auf erfahrene Trainer sowie auf alternde Stars, schlug Red Bull ab Sommer 2012 einen völlig neuen Weg ein. Ralf Rangnick wurde neuer Sportdirektor in Salzburg und war darüber hinaus auch für die Entwicklung von Leipzig zuständig.

RB setzt auf die Jugend

Fortan hieß das neue Zauberwort "Jugendlichkeit". Man habe einen "Spielstil, der zur Marke passt", sagte Rangnick vor einigen Jahren – jung, cool und erfolgreich: "Jugendlichkeit ist ein Qualitätsmerkmal, das haben wir früh erkannt." 

Das Konzept mit jungen Spielern trug zeitig Früchte. Während Salzburg von einem Meistertitel zum nächsten eilt, ist Leipzig als Tabellendritter auf dem besten Wege, sich in seiner dritten Bundesliga-Saison zum zweiten Mal für die Champions League zu qualifizieren. (DATENCENTER: Die Tabelle der Bundesliga)

Das Red-Bull-Erfolgsgeheimnis liegt aber nicht nur in der Jugendlichkeit, sondern auch in der besonderen Qualität der Trainer, die sich in Salzburg einen Namen machen und den Verein zudem als Sprungbrett für eine Karriere in der Bundesliga nutzen.

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Roger Schmidt führte mit Salzburg den FC Bayern vor

Roger Schmidt war 2012 der erste kluge Schachzug von Rangnick für Salzburg. In zwei überaus erfolgreichen Jahren hob der gelernte Werkzeugmacher bei den Mozartstädtern die Kunst des Pressings auf eine neue Stufe. 

"Ich habe in meiner Karriere noch nie gegen eine Mannschaft gespielt, die mit so einer hohen Intensität gespielt hat, wie Red Bull Salzburg", schwärmte Bayerns damaliger Trainer Pep Guardiola im Januar 2014 nach einer 0:3-Testspielpleite gegen Salzburg.

Ein gewisser Sadio Mané (heute beim FC Liverpool) erzielte damals übrigens das 1:0 für Red Bull. 

Schmidt-Nachfolger Hütter jetzt bei Eintracht Frankfurt

Sein damaliger Trainer Schmidt folgte wenige Monate nach der Gala gegen Bayern dem Lockruf der Bundesliga und heuerte bei Bayer Leverkusen an. Inzwischen ist Schmidt in China tätig.

Sein Nachfolger in Salzburg wurde Adi Hütter, der nach einer Top-Saison zu den Young Boys nach Bern weiterzog und inzwischen mit Eintracht Frankfurt ganz Europa begeistert.


Rose der nächste RB-Import

Mit Marco Rose hat sich jetzt der nächste Salzburg-Trainer für die Bundesliga entschieden. Der frühere Mainzer Spieler, der mit Salzburg 2017 sensationell die UEFA Youth League gewann und dann erfolgreich die Profimannschaft übernahm, betreut ab der kommenden Saison Borussia Mönchengladbach.

Alle drei Trainer lassen so spielen, wie es Rangnick mag: Attraktiver Offensivfußball, Pressing und Gegenpressing, Überzahl in Ballnähe, zügige Balleroberungen sowie blitzschnelles und überfallartiges Umschalten. "Nach schneller Balleroberung möchte ich aber auch sehen, dass wir fußballerische Lösungen haben", merkte Rose an.


"Wer mich kennt, weiß, dass ich gerne Pressing und Gegenpressing spiele", erklärte Hütter bei seiner Vorstellung in Frankfurt, fügte jedoch hinzu: "Man muss sich als Trainer weiterentwickeln. Für ein Mittel gibt es immer ein Gegenmittel, deshalb müssen wir flexibel sein. Man kann nicht bedingungslos nach vorne attackieren, das finde ich viel zu riskant."

Zweimaliger Aufstieg unter Zorniger

In Leipzig, als der Verein noch in der Regionalliga spielte, installierte Rangnick 2012 Alexander Zorniger, der RB zu zwei Aufstiegen und bis in Liga zwei führte.

Im Februar 2015 trat der Schwabe zurück, das Verhältnis zu seinem Sportdirektor soll angespannt gewesen sein.

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Nagelsmann soll RB auf nächste Stufe heben

Seit Sommer 2015 ist Rangnick ausschließlich für Leipzig tätig und führte den Verein 2016 als Trainer in die Bundesliga. Unter Ralph Hasenhüttl setzte sich der kometenhafte Aufstieg der Leipziger mit bewährtem Spielstil – aggressivem Pressing und schnellem Umschaltspiel – fort.

"Meine ehemalige Mannschaft, der FC Ingolstadt, wurde mal als 'Pressing-Monster von der Donau' beschrieben, und das hat eigentlich ganz gut gepasst", sagte Hasenhüttl hinsichtlich seines Spielstils. "Diese Arbeit gegen den Ball, die wir in Ingolstadt gezeigt haben, macht auch in Leipzig den Schwerpunkt aus."

Während der Österreicher seit Dezember 2018 den FC Southampton betreut und mit dem damaligen Abstiegskandidaten dicht vor dem Klassenerhalt steht, übernahm Rangnick bei Leipzig wieder den Cheftrainerposten, ehe in der kommenden Spielzeit Hoffenheims Trainer-Wunderkind Julian Nagelsmann den Verein auf die nächste Stufe heben soll.

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