Reebok beendet Zusammenarbeit mit CrossFit wegen geschmacklosen George Floyd-Tweet des Geschäftsführers

Ein einziger Tweet des Gründers und Geschäftsführers von CrossFit hat dafür gesorgt, dass Reebok nun ankündigt hat, dass sie die lukrative Zusammenarbeit mit dem Fitness-Netzwerk zum Ende des Jahres beenden werden.

<em>Greg Glassman (rechts) im Gespräch mit Angestellten vor einer Präsentation in Washington DC im Jahr 2015. (Foto von Linda Davidson / The Washington Post über Getty Images)</em>
Greg Glassman (rechts) im Gespräch mit Angestellten vor einer Präsentation in Washington DC im Jahr 2015. (Foto von Linda Davidson / The Washington Post über Getty Images)

Der fragliche Tweet stammt von Greg Glassman, der das Unternehmen gemeinsam mit seiner Frau im Jahr 2000 gründete. Er reagierte auf ein Statement des Leiters des Institutes für Gesundheitsmetrik und Evaluation der Universität Washington.

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In dem Statement wurde Rassismus als ein Problem der öffentlichen Gesundheit bezeichnet.

Glassman reagierte mit einem Witz über COVID-19, mit dem sich das Institut seit März befasst. Um genau zu sein: Er bezeichnete es als „FLOYD-19“.

Es ist das FLOYD-19 Virus.

Glassman ging am darauffolgenden Tag noch einen Schritt weiter und kritisierte, dass sich das Institut für Quarantäne aussprach. Dazu beklagte er sich über die Proteste im Lande.

„Euer gescheitertes Modell hat uns unter Quarantäne gestellt und nun wollt ihr eine Lösung gegen den Rassismus finden?“, schrieb er.

„Der brutale Mord an George Floyd hat im Land zu Aufständen geführt. Quarantäne an sich ist "in jedem Zeitalter und unter allen politischen Regimes von einer Unterströmung aus Verdächtigungen, Misstrauen und Ausschreitungen begleitet". Danke!“

Euer gescheitertes Modell hat uns unter Quarantäne gestellt und nun wollt ihr eine Lösung gegen den Rassismus modellieren? Der brutale Mord an George Floyd hat im Land zu Aufständen geführt. Quarantäne an sich ist „in jedem Zeitalter und unter allen politischen Regimes von einer Unterströmung aus Verdächtigungen, Misstrauen und Ausschreitungen begleitet". Danke!“

CrossFit-Geschäftsführer wegen “ekelhaftem” Tweet verurteilt

Es überrascht nicht, dass ein Tweet, der die Reaktion auf strukturellen Rassismus und die Brutalität der Polizei mit den Maßnahmen aufgrund einer globalen Pandemie gleichsetzte, zu heftigen Gegenreaktionen führte. Und das schloss am Ende auch einen von CrossFits größten Geschäftspartnern mit ein.

Reebok kündete am Sonntag gegen über Footwear News an, dass das Unternehmen Gespräche über die Verlängerung der Zusammenarbeit mit CrossFit beendet habe. Damit wird die Kooperation Ende diesen Jahres enden.

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„Unsere Zusammenarbeit mit CrossFit HQ wird Ende des Jahres auslaufen. Es hat Gespräche über einen neuen Vertrag gegeben. Anlässlich der aktuellen Ereignisse haben wir uns allerdings dazu entschlossen, unsere Zusammenarbeit mit CrossFit HQ zu beenden“, sagte Reebok in einer Stellungnahme per E-Mail an FN.

„Wir werden unsere verbleibenden vertraglichen Pflichten 2020 erfüllen, denn das sind wir unseren CrossFit Games-Teilnehmern, den Fans und der Community schuldig.

„Was sich nicht ändert, ist unser Engagement für unsere CrossFitter und die leidenschaftliche CrossFit-Community.“

„Wir sind so dankbar für die starken Beziehungen, die wir mit Trainern, Logenbesitzern und Athleten auf der ganzen Welt in den letzten 10 Jahren geknüpft haben.

„Wir möchten uns insbesondere bei Dave Castro, Nicole Carrol, Andy Stumpf, Steve Weiss und Jimi Letchford bedanken, die dafür gesorgt haben, dass Reebok von der Community angenommen wurde. So konnten wir unseren Teil dazu beitragen, dass mehr Menschen ihre Leben durch Fitness verbessern.

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Reebok waren nicht die einzigen, die sich von CrossFit trennten. Auch eine Reihe von Fitnessstudios – die Lizenzgebühren an Glassman zahlen – kritisierten den Tweet oder kündigten an, sich von CrossFit zu lösen.

Wir sind euch Voraus

@CrossFitCEO wir lesen diese Reaktion auf @IHME_UW und uns fehlen die Worte. Als ein @CrossFit Partner seit über 10 Jahren, der gerade 3 Monate lang geschlossen war, sind wir bereits am kämpfen. Wie können Sie so etwas mit Ihrer Marke machen? Und wir zahlen dafür, mit Ihnen in Zusammenhang gebracht zu werden? Helfen Sie uns bitte, es zu verstehen.

E-Mail von Grossman enthüllt

Ein CrossFit-Fitnessstudio hatte angekündigt, dass es seine Kooperation beenden würde. Es veröffentlichte Grossmans Antwort auf eine E-Mail, in der es seine Reaktion auf die Pandemie und die Proteste aufgrund von Floyds Tod in Frage stellte.

In seiner unverschämten Antwort stellte Glassman die geistige Gesundheit der Verfasserin in Frage. Dazu beschimpfte er ihre Einstellung als „ekelhaft“ und bezeichnete sie als eine „bösartige“ besch*** Person.“

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Es ist nicht das erste Mal, dass ein Tweet von CrossFit zu scharfen Gegenreaktionen geführt hat. Das Unternehmen hatte vor einiger Zeit seinen leitenden Wissensmanager gefeuert, nachdem dieser das Feiern des LGBTQ-Pride als „Sünde“ bezeichnet hatte.

Kürz bevor er Berger feuerte, soll Glassman gesagt haben: „Er sollte mal eine anständige Dosis „Halt die Fr****“ einnehmen und sich etwas zurückziehen. Es ist traurig.“

Wow. Reeboks Kooperation mit CrossFit gehört der Vergangenheit an – und CrossFits Partner sind außer sich wegen Geschäftsführer Greg Glassmans unsensiblen Tweets zu #GeorgeFloyd

CrossFit und Glassman sind allgemein nicht gerade für politische Korrektheit bekannt. Das fühlt sich bedeutsam an.

Ich kann kein Unternehmen unterstützen, dass Greg Glassman unterstützt.

Mit sofortiger Wirkung werde ich alle Beratungen von @crossfitbc Crossfit-Fitnessstudios einstellen.

Ich weiß, dass nicht alle derselben Meinung sind wie dieser Mann, deshalb, wenn... J

Das ist ekelhaft. @CrossFit ist hiermit gecancelt, bis Greg Glassman zurücktritt.

Und übrigens: Es heißt COVID-19, weil es seinen Ursprung im Jahr 2019 hat.

So unsensibel, so unverhohlen rassistisch und dazu noch unglaublich uninformiert.

Wow, dieser E-Mail-Austausch zwischen CrossFit Mitbegründer Greg Glassman und einem seiner Fitnessstudio-Partner ist einfach schockierend. Wenn CrossFit nicht als rassistisch bezeichnet werden will, warum bleiben sie dann still?


Ich muss sagen, dass mir als Mitglied der CrossFit-Community diese Reaktion von Greg Glassman wehtut.

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