Regenbogen-Debatte: Deutsche Bahn trollt Uefa

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Streit um Symbolik: Die Regenbogenflagge als Eckfahne gehört in vielen Stadien längst dazu. (Bild: Justin Setterfield/Getty Images)
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Die Uefa verbietet ein bunt angestrahltes Münchener Stadion und bekommt Gegenwind von allen Seiten. Jetzt wurde der Verband sogar von der Deutschen Bahn getrollt.

Die Europäische Fußball-Union Uefa hat sich in kürzester Zeit gleich zweimal ordentlich selbst zu PR-Desastern verholfen. Zuerst leitete der Verband eine Untersuchung gegen den Deutschen Kapitän Manuel Neuer ein, weil er in den ersten beiden EM-Spielen mit einer Kapitänsbinde in Regenbogenfarben aufgelaufen war. Die Untersuchung wurde dann kleinlaut eingestellt, als der Gegenwind zunahm. Doch direkt danach untersagt die Uefa es der Stadt München, die Allianz-Arena als Zeichen gegen Homophobie in den Regenbogenfarben leuchten zu lassen. Der Verband zog sich auf seine angeblich unpolitischen Prinzipien zurück und erlaubte die Beleuchtung im Spiel der DFB-Mannschaft gegen die Ungarn am heutigen Mittwochabend nicht.

Protest-Trend: #MuenchenMachEsTrotzdem

Der Unmut ist bei vielen Fans groß, sie organisieren virtuellen Protest, posten Regenbogenflaggen unter offizielle Uefa-Posts und fordern die Stadt München auf, das Stadion einfach trotzdem bunt zu beleuchten. Doch nicht nur bei den Fans, die sich ein klareres Eintreten für Toleranz und Weltoffenheit gewünscht hätten, kommt das Uefa-Verbot nicht gut an. Auch mehrere Bundesligisten kündigten an, ihre Stadien heute Abend stellvertretend bunt leuchten zu lassen.

Wie sehr sich die Gesellschaft geöffnet hat, lässt sich auch daran erkennen, dass nicht nur Fans und Aktivistengruppen sich eindeutig positionieren. Auch große Unternehmen haben den gesellschaftlichen Wandel hin zu mehr Toleranz längst erkannt. Und so ist es kaum erstaunlich, dass sich die Deutsche Bahn einreihte in Reihen der Kritiker und die Uefa mit einem eigenen Post trollte. Auf dem offiziellen Instagram-Kanal schrieb die Bahn: "Okay liebe Uefa, wir haben die Beleuchtung ausgemacht." Dazu postete die DB ein Foto von einem Zug in Regenbogenfarben, auf dem der Slogan zu lesen ist "I am Einziganders".

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Der Post kam bei den Usern gut an. Fast 8000 Likes gab es für den bunten Zug. Einige User schlugen vor, den Zug am Mittwoch durch München fahren zu lassen oder sogar direkt nach Ungarn zu schicken.

Und zahlreiche Unternehmen taten es der DB gleich und zeigten Flagge für Toleranz. Die Berliner BVG, bekannt für ihre cleveren Kampagnen, machte einen subversiven Vorschlag und postete das Bild einer in Regenbogenfarben beleuchteten U-Bahn Station. Dazu schrieb der Verkehrsverband: "Was alles geht, wenn man vorher nicht fragt." Und unterstrich: "Und Berlin steht trotzdem noch."

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Ob die Stadt München auf den Vorschlag der Berliner Kollegen eingehen wird oder das Stadion durch die Zuschauer in einen Regenbogen verwandelt wird, zeigt sich heute Abend beim letzten Gruppenspiel der Deutschen Mannschaft gegen die Ungarn ab 21:00.

Video: EM-Stadion in Regenbogenfarben - Empörung über UEFA-Absage

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