Selenskyj trifft Papst und Meloni - am Sonntag wird der ukrainische Präsident in Berlin erwartet

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist während seines Aufenthalts in Rom mit Papst Franziskus zusammengetroffen. Der ukrainische Gast bezeichnete das Treffen als große Ehre. Der Pontifex hatte sich in der Vergangenheit wiederholt als Vermittler im russischen Angriffskrieg auf die Ukraine angeboten.

Zu Gast bei Papst, Meloni und Mattarella

Vor seinem Treffen mit dem Papst war Selenskyj von der italienischen Regierungschefin Giorgia Meloni empfangen worden. Die Ministerpräsidentin versprach ihrem Gast volle Unterstützung im Kampf gegen Russlands "brutale und ungerechtfertigte Aggression". Italien werde die Ukraine so lange wie nötig mit Waffen beliefern.

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Auch der italienische Staatspräsident Sergio Mattarella sicherte der Ukraine weitere Hilfe zu, finanziell und militärisch. Seit Beginn des russischen Angriffskrieges hat Italien der Ukraine Waffen und Finanzmittel in Höhe von rund einer Milliarde zur Verfügung gestellt.

Selenskyj wird am Sonntag in Berlin erwartet

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wird an diesem Wochenende erstmals seit dem russischen Angriff auf die Ukraine nach Deutschland kommen. Regierungskreise in Berlin bestätigten am Samstag, dass der Besuch am Sonntag stattfinden wird. Ob Selenskyj schon am Samstagabend oder erst am Sonntag eintreffen wird, blieb zunächst offen.

Am Sonntag gegen Abend findet in Aachen die Verleihung des Karlspreises für europäische Verdienste statt, der Selenskyj und dem ukrainischen Volk schon im Dezember zugesprochen wurde. Zuvor wird Selenskyj während seines ersten Aufenthaltes in Deutschland seit Beginn des russischen Angriffskrieges Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Berlin treffen.

Darüber wird seit einer Indiskretion der Berliner Polizei vor gut einer Woche spekuliert. Das Vorpreschen der Polizei gefährdete den Besuch, denn die Auslandsreisen Selenskyjs, von denen es inzwischen schon einige gegeben hat, werden aus Sicherheitsgründen in der Regel bis zur letzten Minute geheimgehalten. Das erklärt auch die Zurückhaltung der Bundesregierung bei der Bekanntgabe des Besuchsprogramms.

Zuletzt war Selenskyj wenige Tage vor der russischen Invasion im Februar 2022 als Teilnehmer der Münchner Sicherheitskonferenz in Deutschland. Nach Kriegsbeginn warf er der Bundesregierung lange Zeit Zögerlichkeit bei den Waffenlieferungen in die Ukraine vor. Spätestens seit der Zusage von Leopard-2-Kampfpanzern hat sich das aber gelegt.