"Reif und abgezockt": BMW feiert Formel-E-Sieger Maximilian Günther

Norman Fischer
motorsport.com

"Heute ist ein Traum wahr geworden", sagt Maximilian Günther nach seinem ersten Sieg in der Formel E. In Saudi-Arabien hatte der Deutsche seinen ersten Podestplatz noch nachträglich abgeben müssen, doch der Erfolg von Santiago war für ihn mehr als nur eine Wiedergutmachung. Günther siegte nach einem spannenden Schlussduell gegen Antonio Felix da Costa und ist jüngster Sieger aller Zeiten.

"Das war eine außergewöhnliche Leistung", lobt BMW-Motorsportchef Jens Marquardt. "Unglaublich, wie reif und abgezockt Maximilian in seinem erst dritten Formel-E-Rennen für unser Team gefahren ist. Er hat sich den ersten Formel-E-Sieg und den Titel jüngster Formel-E-Sieger aller Zeiten mehr als verdient."

Denn den Sieg bekam der 22-Jährige nicht geschenkt. Günther musste mit Pascal Wehrlein, Mitch Evans und Antonio Felix da Costa drei Autos auf der Strecke überholen und auch die Ruhe bewahren, als der Portugiese ihm den Sieg drei Minuten vor dem Ende entriss. Das brachte den Deutschen nicht aus der Fassung, der sich in der letzten Runde wieder vorbeischob.

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Günther: Jetzt oder nie!

"Er und das Team haben in der dramatischen Schlussphase kühlen Kopf bewahrt und die Situation genau richtig eingeschätzt", sagt Marquardt. "Wir haben damit gerechnet, dass Antonio Kühlprobleme bekommen könnte und genauso ist es gekommen. Mit Hilfe dieser Einschätzung konnte Max dieses fantastische Überholmanöver in der letzten Runde durchführen."

Die Batterie war in diesen Runden das entscheidende Thema. Nachdem er Günther überholt hatte, wurde Felix da Costa mitgeteilt, dass er aufgrund der hohen Temperaturen langsamer fahren müsse - das nutzte der BMW-Pilot aus.

"In der letzten Runde musste Antonio dann auf der Gerade etwas früher coasten als ich. Da dachte ich mir 'Jetzt oder nie' und habe das Überholmanöver probiert", erzählt Günther. "Zum Glück hat es hervorragend funktioniert."

BMW übernimmt Tabellenführung

Nur wenige Augenblicke später fuhr er als Formel-E-Rennsieger über die Ziellinie. "Bei der Zieldurchfahrt war der Jubel in der Garage ohrenbetäubend", lacht Teamchef Roger Griffiths. "Ich freue mich sehr für Maximilian, dass er es nach der Enttäuschung in Diriyah, als er seinen zweiten Platz nachträglich verloren hat, diesmal geschafft hat und seinen ersten Sieg einfahren konnte."

Nach dem Erfolg von Alexander Sims in Riad war es für BMW-Andretti bereits der zweite Sieg in Folge. Der Brite schied jedoch in Santiago vorzeitig aus und musste seine Tabellenführung an Stoffel Vandoorne abgeben. Dank Maximilian Günther, der nun Vierter der Gesamtwertung ist, konnte man sich zumindest in der Teamwertung an Mercedes vorbei an die Spitze setzen.

"Insgesamt können wir nach zwei Siegen und zwei Pole-Positions in drei Rennen sowie Platz eins in der Teamwertung mit dem Saisonstart natürlich hochzufrieden sein", sagt Marquardt.

Mit Bildmaterial von LAT.

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