"Der beste City-Spieler aller Zeiten"

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"Der beste City-Spieler aller Zeiten"
"Der beste City-Spieler aller Zeiten"

Tore, Tore, Tore. Es dreht sich alles nur um Tore.

Mohamed Salah beginnt die Saison mit einem Feuerwerk an Toren. Damit bringt sich der Liverpool-Star beim Ballon d‘Or in die Pole Position! Robert Lewandowski erzielt den schnellsten Champions-League-Hattrick im Achtelfinale. Plötzlich spricht alles für Bayerns Tormaschine und den Ballon d‘Or!

Kylian Mbappé erzielt den Siegtreffer gegen Real Madrid und stellt Lionel Messi und Neymar in den Schatten. Der Ballon d‘Or ist dem französischen Superstar von PSG anscheinend sicher. Zwei Hattricks hintereinander für Karim Benzema gegen PSG. Okay, jetzt muss der Torjäger von Real Madrid den Ballon d‘Or gewinnen.

Oder doch nicht?

Aktuell sind diese vier Fußball-Stars bei den Buchmachern die größten Anwärter auf den Ballon d‘Or 2022. Doch der beste Spieler der aktuell wohl besten Mannschaft der Welt, die vom vielleicht besten Trainer der Welt trainiert wird, wird nur auf Rang fünf geführt.

Sein Name: Kevin De Bruyne. Dabei kann der belgische Spielmacher mit Manchester City noch die englische Meisterschaft und die Königsklasse gewinnen, am Dienstagabend steht in der Champions League das Halbfinal-Hinspiel gegen Real Madrid an. (Champions League, Halbfinale: Manchester City - Real Madrid ab 21 Uhr im LIVETICKER)

SPORT1 zeigt auf, was De Bruyne so besonders macht.

Liverpool-Legende: De Bruyne „bester City-Spieler aller Zeiten“

Nach dem Viertelfinal-Hinspiel im Champions-League-Viertelfinale gegen Atlético Madrid überschlug sich TV-Experte Jamie Carragher mit Lob - und prophezeite gar, dass De Bruyne als der „beste Spieler aller Zeiten“ in die Geschichte von ManCity eingehen werde. (DATEN: Die Tabelle der Premier League)

Doch damit nicht genug: Die Liverpool-Legende bezeichnete den Belgier obendrein als den „besten Mittelfeldspieler der Welt“, nachdem er in einem packenden Spiel im Etihad Stadium in der 70. Minute das siegbringende 1:0 erzielt hatte, zum wiederholten Male der Dreh- und Angelpunkt auf dem Platz gewesen war und seine Citizens unermüdlich nach vorne getrieben hatte, um Atléticos Abwehrbollwerk zu knacken. Mit Erfolg.

Sein Gegenpart im TV - Micah Richards, ein ehemaliger City-Spieler - betonte jedoch, dass De Bruyne nur dann als einer der besten Spieler von Manchester City in die Geschichte eingehen werde, wenn er eine Champions-League-Trophäe holt - und legte nach, dass David Silva und Yaya Touré derzeit über ihm stünden.

Carragher konnte das nicht wahrhaben und antwortete wütend: „De Bruyne ist der beste Spieler der Welt auf seiner Position. David Silva war nie der beste Spieler der Welt auf seiner Position. Niemals. Er war es nicht! Kevin De Bruyne wird mehr Tore schießen und mehr Vorlagen geben als David Silva jemals.“

In der laufenden Saison bringt es De Bruyne wettbewerbsübergreifend in 36 Pflichtspielen auf starke 14 Tore und acht Assists, obwohl den 30-Jährigen eine Verletzung aus dem verlorengegangenen Champions-League-Finale, die ihn auch bei der EM 2021 und zum Saisonstart begleitete, schwer in die Saison starten ließ. Zudem erkrankte er auch noch an Corona. Mittlerweile ist De Bruyne aber wieder in Hochform.

Belgischer Spielmacher wird immer torgefährlicher

Das unterstrich der feine Techniker vor rund zwei Wochen auch im Top-Spiel der Premier League, als der Tabellenführer aus Manchester den Tabellenzweiten aus Liverpool empfing. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Premier League)

De Bruyne brachte die Citizens beim 2:2-Unentschieden mit 1:0 in Führung und wäre der gefeierte Held gewesen, hätte Riyad Mahrez in der Nachspielzeit seine 100-prozentige Torchance genutzt.

Hätte Mahrez den Siegtreffer erzielt, wäre der Traumpass von De Bruyne im TV hoch und runter gelaufen - als der Pass, der die englische Meisterschaft entschied! Doch auch nach diesem Fehlschuss und kleinem Rückschlag ist die Top-Form des Belgiers nicht zu verkennen oder zu übersehen.

Bezeichnend: Als De Bruyne einige Tage später im FA-Cup-Duell mit Liverpool 90 Minuten auf der Bank saß, verlor ManCity mit 2:3 - und verspielte die mögliche dritte Titelchance.

Wenn es beim Ballon d‘Or wirklich nur um Tore geht, dann sollten vor allem De Bruynes Leistungen in den großen Spielen nicht unbemerkt bleiben: Im Oktober 2021 erzielte er den späten Ausgleichstreffer in Liverpool, im Januar den Siegtreffer gegen Chelsea und im März die ersten beiden Tore gegen Manchester United. Selbst United-Legende Paul Scholes musste den Spielmacher des Erzrivalen loben: „Er ist der beste Mittelfeldspieler der Welt, da kann ihm keiner das Wasser reichen.“

In seinen vergangenen sieben Einsätzen für City war De Bruyne an sieben Treffern direkt beteiligt (vier Tore, drei Assists). Aber natürlich geht es beim ehemaligen Wolfsburger und Bremer nicht nur um Tore, denn für seine Gesamtleistung wurde er gegen Atlético und in der mit Stars gespickten Partie gegen Liverpool zum Mann des Spiels gewählt.

Klopp, Martínez und Guardiola schwärmen von De Bruyne

Während sich die Geister bei den Fußball-Experten scheiden, halten viele Trainer große Stücke auf den belgischen Nationalspieler, der bei der kommenden WM in Katar nichts anderes anstrebt, als mit den Roten Teufeln den Titel zu gewinnen. Es wird nach dem dritten Platz bei der WM 2018 die wohl letzte Chance der Goldenen Generation Belgiens auf einen Titel sein.

Nationaltrainer Roberto Martínez sieht in De Bruyne einen „Spieler mit einer großen Vision“. Liverpool-Coach Jürgen Klopp trauert ihm heute noch nach: „Ich liebe ihn. Ich wollte ihn bereits bei Dortmund, als er noch bei Chelsea war, aber José wollte ihn mir nicht geben.“

Und selbst José Mourinho, der damals zu Chelsea-Zeiten lieber auf Willian, Oscar und Juan Mata setzte, anstatt auf den aufstrebenden De Bruyne, gesteht neuerdings ein: „Seine Qualität spricht für sich. Er gehört zu den Top 5 der Welt.“

Die nackten Zahlen untermauern all die Lobeshymnen auf den Belgier: In 298 Spielen für die Citizens traf De Bruyne 81 Mal und legte 115 Treffer auf. Für Werder und Pokalsieger Wolfsburg verbuchte er in jungen Jahren 77 Scorer-Punkte in 107 Partien.

Seinen Jugendklub KRC Genk führte er gar als 20-Jähriger 2010/11 zur dritten Meisterschaft dank sechs Toren und 17 Assists. Und für Belgiens Nationalmannschaft erzielte der offensive Mittelfeldspieler in 88 Einsätzen 23 Tore bei 45 Vorlagen.

De Bruyne hätte den Ballon d‘Or verdient

Zahlen lügen nicht. Und deswegen traut sein Coach ihm auch den Ballon d‘Or zu: „Mir gefällt, dass er ein Spieler ist, der nicht nur viele Assists gibt, sondern auch viele Tore schießt. Ich habe ihm gesagt, dass er mehr Tore schießen muss, um eine weitere Stufe zu erreichen“, verriet Guardiola.

„Er macht viele Tore und kreiert Chancen, weil er weiß, dass die Position, auf der er spielt, gegen Mannschaften wie Liverpool so schwierig ist, weil der Raum so eng ist. Und sein Blick für den letzten Pass ist einfach außergewöhnlich.“ (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Premier League)

In dieselbe Kerbe schlägt auch sein Mitspieler Jack Grealish, der für 117,5 Millionen Euro von Aston Villa zu den Citizens gewechselt war: „Ich schaue mir regelmäßig Clips von De Bruyne an. Das ist, was ich auch machen möchte. Ich will, dass mein finaler Pass genau so ist.“ Ein größeres Lob, als das eines ähnlich genialen Team-Kollegen kann es wohl nicht geben.

Damit ist Grealish aber nicht allein. Bei der Wahl zum besten Spieler des Jahres in England zählen die Stimmen der Profis. Deshalb ist es für Legende Teddy Sheringham auch der „wichtigste persönliche Titel, den man bekommen kann“.

2019/20 und 2020/21 gewann De Bruyne diese Wahl und ist nach Thierry Henry und Cristiano Ronaldo erst der dritte Spieler, der zweimal hintereinander ausgezeichnet wurde.

In dieser Saison zählt er auch zu den Favoriten, dafür müssen aber Titel her. Am Dienstagabend kann der Belgier mit ManCity im Halbfinal-Hinspiel gegen Real Madrid schon mal den nächsten Schritt auf dem Weg zum ersehnten Henkelpott machen.

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