"Terzic? Könnte noch mal Turbulenzen auslösen"

Marcel Reif
·Lesedauer: 3 Min.
"Terzic? Könnte noch mal Turbulenzen auslösen"
"Terzic? Könnte noch mal Turbulenzen auslösen"

Hallo Fußball-Freunde,

der Rekord-Wechsel von Julian Nagelsmann hat ja doch für einigen Wirbel gesorgt. Dass für einen Bundesliga-Trainer, der nun für 25 Millionen Euro von RB Leipzig zum FC Bayern geht, eine Summe in dieser Dimension gezahlt wird, an diese Entwicklung werden wir uns aber gewöhnen müssen.

Auch wenn ich es persönlich nicht gut finde, ich selbst gern Fußball-Romantiker bleiben mag: Schwer tue ich mir auf der anderen Seite damit, nun den Transfermarkt zu geißeln und immer wieder an die Protagonisten für mehr Demut zu appellieren.

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Demut ist so ein wundschönes altes Wort. Aber es wird ständig von der Realität überholt. Spieler und Topvereine wieder zusammen zu bringen mit unseren normalen Kategorien, da gibt es nun einmal zwei Welten. Das ist eben nicht mehr mit der Wirklichkeit zu vereinbaren.

Es ist demnach klar für mich, dass in diesem Regal, in dieser Preis- und Qualitätsklasse, die Dinge nicht mehr zurückgeholt werden können.

Nagelsmanns Bayern-Vertrag - fast schon romantisch

Ablösesummen für Trainer wird es nun regelmäßig geben, wenn auch vielleicht nicht in Heidenheim und Bielefeld. Grundsätzlich wird sich die Schere bei den Top-Trainern nun immer weiter auseinanderentwickeln. (Bundesliga: Alle Spiele und Ergebnisse)

Dass die Bayern das alles am Ende Geld gekostet hat, darf auch niemanden überraschen. Und dass Nagelsmann bei den Bayern nun einen Fünf-Jahres-Vertrag bekommen hat, ist dann ja doch schon wieder irgendwie romantisch.

Die Leipziger waren jedenfalls intelligent genug zu sagen: "Den können wir nicht halten!" Wäre Nagelsmann geblieben, dann hätte man in Leipzig doch schon nach den ersten Unentschieden bald geraunt: "Siehst du mal! Der wollte doch zu den Bayern, der ist mit dem Kopf doch gar nicht mehr bei uns!"

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Und auf der anderen Seite: Nach dem feststehenden Abschied von Hansi Flick wollten die Bayern einen Trainer für den Umbruch, das trauen sie Julian Nagelsmann zu. Selbst wenn Nagelsmann auch durchaus ein Risiko ist, denn noch hat er ja nichts gewonnen.

Reden wir in diesem Zusammenhang doch noch über Borussia Dortmund, wo der scheidende Edin Terzic nun tatsächlich den DFB-Pokal gewinnen könnte nach dem Kantersieg des BVB über Holstein Kiel - und er trotzdem abgelöst wird vom Noch-Gladbacher Marco Rose. (SERVICE: Alles zum DFB-Pokal)

Terzic und der BVB in besonderer Situation

Terzic hat gezeigt, dass er mit der ganzen Mannschaft umgehen kann, von 17-jährigen Kindern bis hin zu einem alten Recken wie Mats Hummels. In dieser Situation den Weg freimachen zu müssen, könnte beim BVB noch mal Turbulenzen auslösen. (Bundesliga: Die Tabelle)

Was aber logisch erscheint: Er wird sich niemals mehr irgendwo als dritter Mann hinsetzen. Wenn ich mir das nun beim BVB vorstelle, wohin Rose seine Assistenten mitbringt - wenn die Südtribüne dann bald wieder voll sein wird, dann hörst du das dann bestimmt bald auch von den Fans relativ deutlich...

Wie auch immer: Terzic macht einen sehr intelligenten und ruhigen Eindruck, warum also sollte er nicht über den Weg der Zweiten Liga gehen?

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Zumindest glaube ich nicht, dass Terzic durchdreht und sagen wird: Unter dem Cheftrainer-Position und Platz drei mache ich den Job nicht mehr.

Er ist in einer guten Situation, die hat er sich erarbeitet, es wird Angebote geben. Und wenn wider Erwarten doch keine kommen, dann sagt er sich vielleicht auch wieder: Lasst mich mal wieder Nachwuchsarbeit machen.

Bis demnächst
Euer Marcel Reif

Marcel Reif ist nach rund 1.500 kommentierten Spielen eine Reporter-Legende. Für seine Arbeit erhielt Reif unter anderem den "Grimme Preis", den "Deutschen Fernsehpreis" und den "Bayerischen Fernsehpreis". Seit Sommer 2016 begleitet Marcel Reif als Experte den CHECK24 Doppelpass auf SPORT1.