"Katastrophe" - Tedesco in Erklärungsnot

"Katastrophe" - Tedesco in Erklärungsnot
"Katastrophe" - Tedesco in Erklärungsnot

Beeindruckender Auftritt des amtierenden Europa-League-Siegers!

Eintracht Frankfurt hat sich kurz vor dem ersten Auftritt in der UEFA Champions League in absoluter Topform präsentiert. Gegen RB Leipzig setzten sich die Hessen auf beeindruckende Art und Weise mit 4:0 durch. RB-Coach Domenico Tedesco findet nach der Begegnung klare Worte über die Leistung seiner Mannschaft:

„Das ist heute hochverdient verloren gegangen. Wir haben komplett die Basics vermissen lassen, waren im ersten Durchgang gar nicht auf dem Platz“, schimpfte Tedesco nach der Partie bei Sky: „Wir waren grottenschlecht, eine Katastrophe.“ Für die eigenen Ansprüche seien fünf Punkte aus fünf Partien „viel zu wenig“, die Spitzengruppe droht früh zu enteilen.

Tedesco wirft Mannschaft fehlende Mentalität vor

„Wir haben die Bälle so schnell verloren. Klar hat es auch Frankfurt gut gemacht, aber wir waren grottenschlecht. Wenn man drei Systeme spielt und es ändert sich nichts, dann liegt das einfach an der Mentalität, an den Basics“, erklärte Tedesco klipp und klar. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Was auch klipp und klar ist: Domenico Tedesco muss jetzt liefern. Nach der Klatsche wird auch in den sozialen Medien mehr und mehr sein Name in Frage gestellt, einige Fans fordern schnelle Veränderungen.

Der verkorkste Saisonstart mit fünf Punkten aus fünf Spielen lässt auch RB-Boss Mintzlaff an Tedesco zweifeln, deutet man Mintzlaffs Aussagen nach dem 2:2 gegen den 1. FC Köln: „Es ist ein beschissener Start mit zwei Punkten aus zwei Spielen. Er wird die richtigen Schlüsse daraus ziehen müssen und dann heißt es, die Dinge deutlich besser machen.“

Kamada eröffnet, Rode profitiert von Orban

Vor der Partie habe Tedesco sein Team selbst noch energisch gewarnt. Die Sieglosserie in der hessischen Metropole habe „gute Gründe“, sagte der 36-Jährige: „Wenn sie Räume haben, sind sie wahnsinnig.“ Und genau deshalb schickte er nach der massiven Rotation beim 8:0 im DFB-Pokal gegen Teutonia Ottensen wieder seine A-Elf aufs Feld, unter anderem kehrten Topscorer Christopher Nkunku und Kapitän Peter Gulacsi zurück.

Die Partie begann mit einem frühen Schock für RB. Dani Olmo knickte im Zweikampf unglücklich mit dem Knie weg, ihn ersetzte nach elf Minuten Emil Forsberg. Nur kurz darauf kam es noch dicker, denn die Eintracht schlug mit dem ersten gelungenen Angriff zu. Mario Götze flankte perfekt, ehe Kamada die Kopfballablage von Randal Kolo Muani über die Linie drückte.

Leipzig wirkte sehr fahrig. Offensiv stotterte das Kombinationsspiel gewaltig, defensiv gingen wichtige Zweikämpfe verloren. Nach einer ganzen Serie solcher Duelle fälschte Willi Orban einen harmlosen Schuss von Rode unhaltbar ab. Tedesco stellte nach einer halben Stunde hinten auf Viererkette und im Mittelfeld auf Raute um - doch es half erstmal wenig. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Reguläres 3:0? Schiedsrichter Brych klärt auf

Denn die Hessen agierten viel galliger, waren immer den berühmten Schritt schneller. Leipzig blieb ohne Torchance in der ersten Hälfte. Zur Pause kam mit Dominik Szoboszlai ein zusätzlicher Offensiver und damit mehr Schwung ins Spiel. Nkunku (50.) vergab eine erste gute Gelegenheit, auf der Gegenseite scheiterten Kolo Muani (52.) und Götze (59.) jeweils freistehend.

Leipzig erarbeitete sich in Durchgang zwei ein Übergewicht an Ballbesitz. Doch die Frankfurter warfen sich defensiv in jeden Zweikampf und agierten offensiv weiter zielstrebiger. Tuta verwertete einen Abpraller nach Schuss des starken Götze zum 3:0, allerdings ließ der Treffer einige Fragezeichen offen: Beim Schuss von Götze stand Daichi Kamada im Abseits und wohl auch im Sichtfeld von Peter Gulacsi. Der Treffer behielt allerdings zum Entsetzen der Leipziger seine Gültigkeit.

Nach dem Spiel äußerte sich der Schiedsrichter Dr. Felix Brych zur Situation. Er begründete, warum der VAR nicht intervenierte: „Die Regel verlangt, dass der Spieler klar im Sichtfeld stehen muss. Gulacsi konnte den Ball allerdings klar sehen, hat auch ziemlich gut reagiert. Daher konnten wir davon ausgehen, dass er den Ball die ganze Zeit sehen konnte. Deshalb ist der VAR nicht eingeschritten.“

Nach dem 3:0 kam bei Leipzig noch der Ex-Frankfurter Andre Silva in die Partie, doch Chancen blieben Mangelware. Borre behielt vom Punkt die Nerven und traf zum 4:0-Endstand.

RB erlebt historische Pleite

Für RB ist die Niederlage eine Historische: Wie auch beim Auftritt in Hoffenheim in der Spielzeit 2017/18 kassierten die Leipziger ein 0:4, welche ihre höchste Niederlage in der Bundesliga-Geschichte darstellt.

Ähnlich wie sein Trainer schlug auch RB-Star Emil Forsberg Alarm: „Um hier zu gewinnen, musst du auch Zweikämpfe gewinnen. Da musst du schnell und intensiv spielen. Das war aber zu schlecht von uns, alles war schlecht. Das ist nicht unser Anspruch, wir haben glaube ich gar keinen einzigen Zweikampf gewonnen. Und wir haben verdient verloren. Wir müssen verstehen, was wir machen müssen.“

Kevin Trapp hingegen war nach der Galavorstellung seiner Mannschaft naturgemäß besser gelaunt. Er sei „brutal stolz“ auf sein Team und sprach sogar von „einem der besten Spiele, die die Eintracht je gezeigt hat.“

Für beide Mannschaften steht unter der Woche nun der erste Spieltag der UEFA Champions League auf dem Programm. Die Eintracht will am Mittwoch gegen Sporting Lissabon seine aktuelle Form bestätigen, währenddessen RB am Dienstag gegen Schachtar Donezk zurück in die Erfolgsspur finden will.

Mit SID-Informationen

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