Renault: Spitzenteams werden eigene Partner 2022 als Bedrohung sehen

Juliane Ziegengeist
motorsport.com

Mit der niedrigeren Budgetobergrenze ab 2021 und der auf 2022 verschobenen Regelnovelle soll die Formel 1 wettbewerbsfähiger werden und das "Zwei-Klassen-System" des Sports enden. Renault-Teamchef Cyril Abiteboul glaubt, dass sich das auf die Beziehungen zwischen großen Teams und ihren Partnern auswirken wird.

"Jetzt, da wir eine Budgetobergrenze haben, die niedrig genug ist, dass das Starterfeld viel wettbewerbsfähiger sein wird, bin ich gespannt, was mit der Zusammenarbeit zwischen den Teams geschehen wird", sagt der Franzose gegenüber 'Motorsport-Total.com'.

Als Beispiel nennt er die Beziehung zwischen Mercedes und dem Kundenpartner Racing Point: "Ich glaube, dass Mercedes im Moment glücklich ist, dass Racing Point sein Auto kopieren darf. Ob es nun legal ist oder nicht, darum geht es mir nicht, aber sie helfen ihnen sehr gerne dabei, ihr Auto sehr wettbewerbsfähig zu machen."

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Mit Blick auf 2022 ist sich Abiteboul jedoch nicht sicher, ob das dann noch immer der Fall sein wird. Er glaubt vielmehr, dass sich die großen Teams davor hüten werden, dass ihre Partner zu wettbewerbsfähig werden, sobald sie mit ähnlichen Budgets operieren.

"Jeder wird für jeden eine Bedrohung sein, das ist das Entscheidende", sagt der Renault-Teamchef. "Und die, die davon profitieren, sind die Fans. Die Konstruktion, die wir jetzt haben, in der das Starterfeld nicht wettbewerbsfähig ist und wir ein Zwei-Klassen-System haben, das drei Teams schützt, wird es dann nicht mehr geben."

Renault selbst ist abgesehen von der Lieferung der Motoren an McLaren auf sich allein gestellt und ohne technische Verbündete - im Gegensatz zu einigen seiner Hauptkonkurrenten im Mittelfeld, die sich Technologie wie Getriebe und andere Systeme teilen. 2021, wenn McLaren zu Mercedes wechselt, wird das Team weiter isoliert sein.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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