Rettig fordert: "EM muss gekippt werden"

SPORT1, Sportinformationsdienst
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Der ehemalige DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig hält eine Verlegung der Europameisterschaft (12. Juni bis 12. Juli) aufgrund der Coronakrise für "zwingend".

Dies erklärte der 56-Jährige am Samstagabend im Aktuellen Sportstudio des ZDF und erläuterte: "Es kann keine EM gespielt werden. Das wäre für mich unverständlich. Die EM muss gekippt werden, verschoben werden, was auch immer".

Andreas Rettig fordert eine Verschiebung der EM (Bild: Christian Charisius/dpa)
Andreas Rettig fordert eine Verschiebung der EM (Bild: Christian Charisius/dpa)
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Der langjährige Bundesliga-Manager (u.a. 1. FC Köln, FC Augsburg) begründete dies damit, dass für ihn ein planmäßiger Abschluss der 1. und 2. Bundesliga bis zum 16./17. Mai "illusorisch" sei. Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Virus Sars-Cov-2 steige weiter, eine Ligaunterbrechung bis zum 2. April werde kaum ausreichen.

EM: UEFA denkt über Verlegung auf Dezember nach

Rettig, der bei der Deutschen Fußball Liga von 2013 bis 2015 tätig war, zeigte allerdings Verständnis für das Bestreben von Ligaverband und Vereinen, die Saison regulär zu Ende zu spielen: "Die TV-Gelder werden in vier Tranchen gezahlt, die letzte davon im Mai. Die Vereine haben da einen Liquiditätsengpass im April. Das wird eine Nagelprobe."

Rettig: Liga müsse Priorität gegenüber EM haben

Der Ligabetrieb sei das "Brot- und Buttergeschäft" und müsse Priorität gegenüber der Europameisterschaft genießen, erklärte Rettig weiter: "Wir können nicht die Existenzgrundlage oder das Schwungrad des Fußballs riskieren, nur weil wir einen nachgelagerten Wettbewerb spielen wollen."

Generell müsse sich der Fußball "mit seinem Wachstumspotenzial und seinen Möglichkeiten" selbst aus dieser Krise befreien, sagte Rettig. Staatliche Hilfen solle man "denen überlassen, die es notwendiger haben."

Coronakrise: Droht Fußball-”Shutdown” bis Dezember?

Schon Anfang der Woche hatte Rettig in einem Gastbeitrag bei SPORT1 Ausgleichsfond der DFL gefordert, um Vereine, die aufgrund der Coronakrise in wirtschaftliche Schieflage geraten, unter die Arme zu greifen.

Die Fans positionierten sich derweil in der allerersten repräsentativen Umfrage zum Thema "Corona und Fußball" klar: Jeder zweite Fußballfan in Deutschland will, dass die Europameisterschaft im Sommer um ein Jahr verschoben wird (49,1 Prozent). Jeder vierte Fan meint sogar: Die Fußball-EM sollte ersatzlos ausfallen (26,2 Prozent).

Fans wollen Verschiebung der EM

Nur jeder fünfte ist für eine Hängepartie, damit das EM-Turnier solange verschoben wird, bis die Bundesliga und andere Ligen ihre Saison beendet haben (21,3 Prozent) - und gerade einmal 3,3 Prozent wollen, dass die EM wie geplant stattfindet.

Die Exklusiv-Umfrage von bundesligabarometer.de ist eine Kooperation mit SPORT1 und dem CHECK24 Doppelpass zur 1000. Sendung am Sonntagmorgen.

Am Montag beraten Vertreter der 36 Profiklubs bei einer außerordentlichen DFL-Mitgliederversammlung in Frankfurt/Main darüber, den Spielbetrieb bis einschließlich 2. April auszusetzen. Diese Empfehlung hatte die DFL am Freitag ausgesprochen. Auch die mittelfristige Perspektive soll thematisiert werden.

Am Dienstag bittet die Europäische Fußball-Union (UEFA) zu einer Krisensitzung mit allen 55 Mitgliedsverbänden, den Vorständen der Europäischen Klubvereinigung ECA und der Vereinigung der europäischen Ligen sowie der Spielergewerkschaft FIFPro. Dabei soll unter anderem über die Europameisterschaft und den Fortgang der Champions League und Europa League gesprochen werden.

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