Ricciardo erwartet zum Formel-1-Saisonauftakt etwas "Chaos"

Juliane Ziegengeist
motorsport.com

Wie wird das erste Formel-1-Rennen nach der Corona-Pause ablaufen? Klar ist: Die Sicherheitsmaßnahmen vor Ort werden streng sein, regelmäßige Tests inklusive. Doch nicht nur abseits, sondern auch auf der Strecke dürfte sich die lange Auszeit bemerkbar machen. Das jedenfalls glaubt Daniel Ricciardo.

Der Renault-Pilot erwartet beim Saisonneustart in Spielberg Anfang Juli "eine Form von Chaos, hoffentlich auf kontrollierte Weise", wie er gegenüber 'BBC Radio 5 Live' erklärt. Zwar seien alle bereit loszufahren, doch genau darin liege auch die Krux. Denn nach der langen Auszeit seien viele Fahrer besonders aufgeregt und motiviert.

"Wir werden einige Jungs erleben, die auf diesem Adrenalinlevel fahren, und andere, bei denen das vielleicht nicht der Fall ist. Es ist also mit einigen kühnen Überholmanövern zu rechnen, einigen falsch kalkulierten. Wir werden von allem etwas sehen, da bin ich sicher", blickt Ricciardo auf das erste Kräftemessen in Spielberg voraus.

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Jüngere Fahrer könnten sich nach Pause schwerer tun

Nach gut vier Monaten, die die Piloten dann nicht mehr in ihren Rennautos saßen, könnten die erfahreneren unter ihnen im Vorteil sein, glaubt der 30-Jährige: "Die Neulinge, die Jungs im ersten und zweiten Jahr, werden es ein bisschen mehr spüren." Er selbst, seit 2011 in der Königsklasse, macht sich wiederum keine Sorgen.

"Wintertests sind normalerweise ein guter Bezugspunkt. Bei meinen ersten Wintertests fühlte sich der erste Tag immer wieder wie ein kleiner Schock an. Und je weiter meine Karriere vorangeschritten ist, desto weniger war es ein Schock." Mittlerweile habe er sich vollständig daran gewöhnt und könne den Schalter einfach umlegen.

Die Zwangspause verbrachte Ricciardo auf seiner Farm in der Nähe von Perth in Westaustralien. Nur sein Trainer und ein weiterer enger Freund leisteten ihm Gesellschaft. "Es war schön, zu Hause und auf der Farm zu sein, so viel Platz und ein bisschen Freiheit zu haben, im Gegensatz zu einer kleinen Wohnung", sagt der Renault-Pilot.

Ricciardo hat Auszeit auf Farm in Australien genossen

Als sehr aktiver Mensch hätte er sich laut eigener Aussage an anderen Orten schwer getan, doch so konnte Ricciardo die unfreiwillige Auszeit regelrecht genießen: "Es war wirklich sehr schön, hier etwas Zeit zu verbringen. Ich habe das nicht mehr erlebt, seit ich Australien 2007 verlassen habe, also ist es wirklich selten für mich."

Dank des großzügigen Platzangebots war es ihm und seinem Trainer möglich, ein "echtes Trainingsprogramm aufzustellen", das man sonst allenfalls zu Beginn eines Jahres realisieren kann. "Wenn man erst einmal wieder in Europa ist und die Reise beginnt, ist es so schwer, Routine und Beständigkeit zu bekommen", weiß er.

Jetzt sei das Gegenteil der Fall - mit Erfolg, denn Ricciardo sieht "einige wirklich gute Verbesserungen". Auch, dass er nicht ständig durch Zeitzonen reisen musste, habe geholfen. "Weil es so einzigartig ist, war es wichtig, dies zu maximieren. Und wer weiß? Es könnte mir ein bisschen mehr Langlebigkeit in meiner Karriere bringen."

Mit Bildmaterial von LAT.

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