Ricciardo: George Russell hat bewiesen, dass er "das ganz große Ding" ist

Norman Fischer
·Lesedauer: 2 Min.

Mit dem Rennen in Sachir hat George Russell die Formel-1-Welt in Staunen versetzt. Bis dahin galt der Engländer zwar als großes Talent, bei Williams konnte er aber bislang noch nicht zeigen, was wirklich in ihm steckt. Zwar zog er in diesem Jahr regelmäßig in Q2 ein, Punkte blieben ihm aber bis zu seiner Chance bei Mercedes verwehrt.

Daniel Ricciardo weiß, dass es manchmal schwierig ist zu wissen, wie gut junge Fahrer sind, bis sie irgendwann einmal an der Spitze gefahren sind. Auch der Australier fing 2011 bei Hinterbänkler HRT an und konnte sich danach bei Toro Rosso für einen Aufstieg zu Red Bull empfehlen.

Erst dann ging sein Stern richtig auf, als er den viermaligen Weltmeister Sebastian Vettel 2014 schlagen konnte und dabei drei Saisonsiege holen konnte - der Deutsche keinen einzigen. Auch Russell bekam erst bei Mercedes wirklich die Chance, sein Können unter Beweis zu stellen. Und er enttäuschte nicht.

"Es geht nicht nur darum zu sehen, ob sie schnell genug sind, sondern ob sie mit dem Druck umgehen können", sagt Ricciardo im Podcast 'In The Fast Lane'. Das hat Russell für ihn eindrucksvoll bewiesen. Der Brite verpasste am Samstag im Qualifying die Pole-Position gegen seinen erfahrenen Teamkollegen Valtteri Bottas nur äußerst knapp um 26 Tausendstelsekunden.

"George musste die Pole nicht holen, um zu beweisen, dass er das Talent hat. Er war sehr nah an der Pole dran. Auch wenn es eine kurze Runde war, musst du es erst einmal am Samstag hinbekommen, wenn es darauf ankommt", so der scheidende Renault-Pilot.

Was für Ricciardo aber noch beeindruckender war: Dass Russell am Start die Führung übernehmen und das Rennen daraufhin über weite Teile anführen konnte. Viele sind sich einig, dass er das Rennen wohl gewonnen hätte, wenn ihn das Pech mit dem verpatzten Boxenstopp und dem späteren Reifenschaden nicht ereilt hätte.

Vom Australier gibt es dafür großes Lob: "Ja, das Auto ist fantastisch", sagt Ricciardo, "aber er hat bewiesen, dass er das ganz große Ding ist."

Für 2021 muss Russell aber trotzdem wieder bei Hinterbänkler Williams Platz nehmen. Sein Weg zu Mercedes scheint aber vorgezeichnet.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.