Ricken verrät BVB-Strategie: "Kaufen keine Superstars, sondern..."

SPORT1
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BVB-Nachwuchskoordinator Lars Ricken hat über die Dortmunder Transferstrategie gesprochen.


"Bei uns passieren die Dinge nicht aus Versehen oder zufällig. Es ist eine klare und eindeutige Strategie, dass wir keine Superstars kaufen, sondern sie erschaffen", sagte Ricken der BBC. Bestes Beispiel für den Erfolg dieses Plans ist aktuell Jadon Sancho, der 2017 für acht Millionen Euro von Manchester City ohne Spielpraxis nach Dortmund kam. Dort entwickelte sich Sancho zu einem der besten Spieler in der Bundesliga und nun wird kolportiert, dass er im Sommer für eine hohe Ablösesumme zurück in seine englische Heimat wechseln könnte. 

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Ricken: "Wir haben sie zu Superstars entwickelt"

Ricken nannte weitere Beispiele: "Ousmane Dembélé und Pierre-Emerick Aubameyang waren keine Superstars, als sie nach Dortmund gekommen sind. Wir haben sie zu Superstars entwickelt." Dembélé, der verletzungsbedingt die EM verpassen wird, wechselte für 105 Millionen Euro zum FC Barcelona, während Aubameyang für über 60 Millionen Euro zum FC Arsenal wechselte.

Diese Strategie sei sehr wichtig für den Verein und das Identifikationsgefühl. "Der Grund für die gute Stimmung in unserem Stadion ist, dass es eine hohe Identifikation zwischen Spielern und Fans gibt", meinte Ricken.

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Der 43-Jährige blickte auch auf die Verpflichtungen der laufenden Saison. "Wir haben einige wirklich gute Spieler unter Vertrag genommen, aber wir haben auch junge Spieler - Haaland ist 19, Giovanni Reyna 17. Sie sind sehr leichtfüßig. Es ist toll, das zu sehen." Beim Scouten von neuen Spielern lege er vor allem Wert auf Tempo und technische Fähigkeiten, meinte Ricken. "Die Spieler unserer ersten Mannschaft sind alle so schnell. Es ist unglaublich."


Ricken nannte ein Beispiel: "Vor einigen Monaten hatten wir einen Spieler aus dem Ausland, der bei unserer U17 spielte, und er war nicht schnell genug, also wir haben beschlossen, den Transfer nicht durchzuführen. Es machte keinen Sinn." 

"Belastungen, die wir den Spielern aufbürden, sind sehr hoch"

Neben den Fähigkeiten auf dem Platz sei auch die Mentalität der Talente ein wichtiger Faktor. "Die Belastungen, die wir den Spielern aufbürden, sind sehr hoch. Schule, Fußball, Nationalmannschaften. Das alles kann 70 oder 80 Stunden pro Woche dauern. Die Jungs müssen schon in sehr jungen Jahren erwachsen, konzentriert und diszipliniert sein", erklärte Ricken. 

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Dortmunds Ziel sei es "Spieler aus Dortmund und Umgebung auszubilden. Aber wenn wir Spieler aus dem Ausland mit Potenzial finden, gehen wir das Risiko ein, sie unter Vertrag zu nehmen", sagte Ricken. Doch anschließend schränkte er ein: "Aber wir werden sie nicht aus den USA oder England holen, nur um unsere U17- oder U19-Mannschaft ein bisschen besser zu machen. Wir wollen das Besondere finden."

Mit Christian Pulisic, Giovanni Reyna und Jacob Bruun Larsen sei dies dem Klub bereits "recht erfolgreich" gelungen. Zu Reyna sagte Ricken: "Als Gio nach Dortmund kam, wussten wir, dass er Profispieler werden würde. Das war nicht die Frage. Die Frage war, wann er für die erste Mannschaft spielt. Im Sommer? Im Winter? In drei Monaten? In sechs? Jeder war sich sicher, dass er es tun würde."


Ricken spielte früher selbst für Borussia Dortmund und erzielte im Champions-League-Finale 1997 das Siegtor für den BVB gegen Juventus Turin. 2009 beendete er seine Karriere und arbeitet seither in verschiedenen Funktionen für die Schwarz-Gelben. 

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