Tränen-Triumph nach Drama: Deutsche Gold-Gewinnerin rührt

Tränen-Triumph nach Drama: Deutsche Gold-Gewinnerin rührt
Tränen-Triumph nach Drama: Deutsche Gold-Gewinnerin rührt

Dieser Sieg war mehr als nur ein sportlicher Triumph.

Nach dem überraschenden Olympia-Silber im vergangenen Jahr ist die deutsche Rodlerin Anna Berreiter nun auch Europameisterin.

In einem extrem engen Rennen im lettischen Sigulda setzte sich die 23-Jährige vor Dajana Eitberger durch - und brach danach in Tränen aus: Für Berreiter war der Sieg in genau diesem Eiskanal das Happy End eines Dramas.

Gold für Berreiter Happy End nach traumatischem Erlebnis

Berreiter verbindet mit Sigulda ein traumatisches Erlebnis, sie war dort 2020 schwer gestürzt, landete mit schlimmen Gesichtsverletzungen im Krankenhaus, fiel lange aus, verlor ihren Platz im Weltcup-Team - musste sich nach eigenen Angaben auch professionelle Hilfe holen, um die Folgen zu verarbeiten.

„Ich habe die letzten zwei Jahre hier auf dieser Bahn sehr gekämpft, auf der Bahn hier überhaupt unten anzukommen“, berichtete Berreiter nach dem Sieg in einem noch immer emotionalen TV-Interview mit der ARD: „Es war für mich eine Qual, nur an diesem Ort zu sein.“

Erst vergangene Woche hätte sie das Gefühl überwunden und sich konkurrenzfähig gefühlt. Selbst, wenn es nicht für den Titel gereicht hätte, sei sie „einfach nur froh, hier überhaupt klarzukommen“. Berreiter und die knapp geschlagene Teamkollegin Eitberger umarmten sich nach dem gemeinsamen Auftritt: „Bei so einer Geschichte leidet man mit seiner Teamkollege“, meinte eine freudestrahlende Eitberger.

Dajana Eitberger nur knapp geschlagen

Bei der Generalprobe zur Heim-WM in Oberhof in zwei Wochen trennten die besten vier am Ende nur 42 Tausendstelsekunden: Die Lettin Elina Vitola holte auf ihrer Heimbahn Rang drei, fünf Tausendstel dahinter lag die starke deutsche Juniorin Merle Fräbel.

Schon am Samstag hatten auch die Männer Gold und Silber geholt, Sieger Max Langenhan und Rekordweltmeister Felix Loch kletterten durch eine Aufholjagd im zweiten Lauf noch an die Spitze. Zuvor hatten schon die Doppelsitzer Tobias Wendl/Tobias Arlt den EM-Titel gewonnen, bei den Frauen holten Jessica Degenhardt/Cheyenne Rosenthal Bronze. Für Berreiter und Langenhan war es jeweils der erste EM-Titel.

Die EM-Rennen gingen wie in jedem Winter auch in die Weltcupwertung ein, bei den Frauen stehen nun drei Deutsche vorn: Eitberger (381 Punkte) führt vor Weltmeisterin Julia Taubitz (337), die in Sigulda Achte wurde, und Berreiter (330). Bei den Männern rückte Loch (426) als Zweiter ein wenig näher an den Italiener Dominik Fischnaller (520) heran.