Ronaldo macht klar, für wie irrelevant er die Bundesliga hält

Er sei „nicht mal ein Trainer“, er hätte „nicht mal von ihm gehört“.

Schon vor der Ausstrahlung des Aufsehen erregenden Abrechnungs-Interviews mit Manchester United am Mittwoch waren vernichtende Aussagen von Cristiano Ronaldo über den deutschen Ex-Coach Ralf Rangnick publik geworden.

Nun hat der britische Sender Talk TV den ersten Teil des Ronaldo-Gesprächs mit Star-Moderator Piers Morgan gesendet - in dem der in Ungnade fallende portugiesische Superstar seine Kritik näher ausführte.

Ronaldos Aussagen bei „Piers Morgan Uncensored“ sprechen auch Bände darüber, für wie irrelevant der fünfmalige Weltfußballer und Champions-League-Sieger die Bundesliga hält.

Cristiano Ronaldo: Rangnick „nicht mal ein Trainer“

„Tief in meinem Inneren habe ich ihn nie als Boss gesehen, weil ich einige Punkte gesehen habe, in denen ich nicht mit ihm einverstanden war“, sagte Ronaldo über Rangnick, der von Dezember 2021 bis zum Saisonende 2022 Interimscoach war. (DATEN: Die Tabelle der Premier League)

Er hätte außerdem das Gefühl gehabt, dass Rangnick und sein Mitarbeiterstab nicht gewusst hätten, was sie tun würden: „Sie kannten den Verein sehr gut, aber sie kannten die wichtigsten Aspekte des Klubs nicht, die Geschichte des Klubs. Das hat mich noch mehr überrascht.“ (So reagierte Ralf Rangnick auf Cristiano Ronaldos Kritik)

Morgans plakative Frage, ob Rangnicks Berufung anstelle des entlassenen Ole Gunnar Solskjaer gar „lächerlich“ gewesen sei, bejahte Ronaldo: „Natürlich, man muss ehrlich sein. Wenn man nicht einmal ein Trainer ist, wie will man dann Chef von Manchester United werden? Sie haben nicht den richtigen Weg eingeschlagen, um mit Liverpool oder Manchester City mitzuhalten. Sie sind ein paar Schritte hinterher.“

Ronaldo nimmt die Bundesliga offensichtlich nicht wahr

Ronaldo verdeutlichte also seine Haltung, dass er Rangnick nicht als Trainer wahrnahm. Seine langjährige Erfahrung als Coach deutscher Topklubs wie Schalke, Hoffenheim und RB Leipzig ist dem 37-Jährigen entweder überhaupt nicht bewusst - oder er lässt sie nicht als relevant gelten.

Ein vielsagendes Bild über den Stellenwert der Bundesliga in Ronaldos Wahrnehmung liefern die Aussagen in jedem Fall.

Rangnick ist mittlerweile Nationaltrainer Österreichs, eine ursprünglich angedachte Weiterbeschäftigung bei ManUnited in beratender Funktion wurde dadurch hinfällig.

Kritik an jungen Spielern, skurrile Prahlerei: „Bin wie eine Erdbeere“

Ronaldo ließ in dem Interview generell kein gutes Haar an ManUnited, attestierte seinem (Noch-)Klub, den Anschluss an die Topvereine Europas verloren zu haben: „Für mich sind sie auf der Stelle getreten. Bei United war der Fortschritt gleich Null, wenn man es mit Real Madrid und sogar Juventus vergleicht - vor allem in Bezug auf Training, Ernährung und Regeneration.“

Das Interview beinhaltete auch Generalkritik an der jungen Spielergeneration (“Für sie ist alles einfach. Sie leiden nicht, sie kümmern sich nicht“) und skurrile Prahlerei über seine Popularität in den sozialen Medien (“Man muss charismatisch sein. Ich bin eine Frucht, in die Leute beißen wollen, wie eine Erdbeere. Gutes Aussehen hilft auch“).

Der kurz vor Beginn der WM in Katar von Ronaldo selbst entfachte Wirbel ist übrigens noch nicht vorbei. Am heutigen Donnerstag wird ein zweiter Teil des Interviews ausgestrahlt.