Ronaldo schlägt wieder zu! Real Madrid demontiert Stadtrivale Atletico

Tommy Gaber
Editor Yahoo Sports

Real Madrid ist dem Finale der Champions League einen großen Schritt näher gekommen. Der Titelverteidiger besiegte im Halbfinal-Hinspiel Stadtrivale Atletico Madrid mit 3:0 (1:0). Mann des Abends war einmal mehr Cristiano Ronaldo. Die Yahoo-Analyse der nächsten CR7-Show. 

Cristiano Ronaldo erzielte per Kopf das 1:0 für Real Madrid gegen Atletico

Der Spielverlauf

Atemberaubende Anfangsphase von Real. Mit ihren extrem offensiv orientierten Außenverteidigern Marcelo und Carvajal zogen die Königlichen ein breit angelegtes Powerplay auf. Vor allem Carvajal machte über rechts enorm viel Druck und hatte auch nach sieben Minuten die erste dicke Chance nach einem klasse Doppelpass mit Isco, scheiterte aber aus kurzer Distanz an Atletico-Keeper Oblak.

Drei Minuten später war es dann soweit: Casemiro brachte den Ball per Direktabnahme von rechts vors Tor, wo Ronaldo sechs Meter vor dem Atletico-Kasten höher sprang als Savic und den Ball ins Tor köpfte – Ronaldos 101. Treffer in der Champions League und damit eins mehr als Atletico in der gesamten Klubgeschichte.

Real blieb am Drücker und hatte weitere Chancen. Oblak kratzte einen Kopfball von Varane aus dem rechten Eck (15.), Benzemas artistischer Fallrückzieher ging knapp drüber (29.) und Modric jagte die Kugel aus 15 Metern haarscharf links am Tor vorbei (35.). Atletico lauerte im typischen Stil der Rojiblancos auf Konter, bekam aber kaum vernünftige Offensivaktionen zustande. Von Stürmer-Star Griezmann war nichts zu sehen, weil der letzte Pass in die Spitze stets von der umsichtigen Real-Abwehr unterbunden wurde.

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Nach der Pause änderte sich nichts. Real schaffte es in Perfektion, dominanten Vollgas-Fußball zu spielen und sich dann aber auch immer wieder Ruhephasen zu gönnen, indem sich die Mannschaft zurückzieht und den Gegner machen lässt. Atletico konnte jedoch mit dem Ball nichts anfangen, auch nicht mit den früh eingewechselten Stürmern Torres und Gaitan. Ganz im Gegenteil: Real erarbeitete sich weitere Torchancen, zwei davon nutzte Ronaldo zu seinem nächsten Dreierpack (73./86.). Das 2:0 gelang ihm per Volleyschuss aus 15 Metern.

Am Ende hatte Atletico Glück, nicht noch höher verloren zu haben. Real ist das nächste Finale in der Champions League kaum noch zu nehmen. Das Rückspiel findet am 10. Mai im Estadio Vicente Calderon statt.

Der Auftritt von Toni Kroos

Der Weltmeister spielte in Reals 4-4-2 auf verschiedenen Positionen im Mittelfeld. Mal rechts, mal zentral, mal defensiv, mal offensiv. Eine Rolle irgendwo zwischen der Sechser- und der Achterposition, die Kroos nahezu perfekt ausführte. Im ständigen Positionswechsel mit Modric war Kroos für Atletico nicht zu greifen und konnte so sein überragendes Passspiel aufziehen. Auch in den Zweikämpfen war er präsent und bestach mit seiner Ruhe am Ball und seiner Übersicht. Seine Standards waren zwar nicht so gefährlich wie sonst, doch der Auftritt des Deutschen war bärenstark.


Die Schlüsselszene des Spiels

Atletico fand offensiv nicht statt, hätte aber mit einer einzigen Aktion das Spiel auf den Kopf stellen können. Koke spielte in der 17. Minute einen Traumpass zwischen die Real-Innenverteidiger Ramos und Varane, Gameiro lief perfekt ein und stand blank vor Real-Keeper Navas. Gameiro wollte Navas ausspielen, doch der packte den langen Arm aus und klaute Gameiro so den Ball vom Fuß. Es war die einzige echte Torchance für die Rojiblancos und eine richtig gute dazu. In einem Champions-League-Halbfinale muss so ein Ding drin sein.

Das Phänomen – CRISTIANO RONALDO

Es gibt schon lange keine Superlative mehr, mit denen man den Portugiesen beschreiben kann. Es ist einfach nur noch unfassbar, wie Ronaldo insbesondere in der Champions League namhafte Gegner quasi im Alleingang zerlegt. Doppelpack gegen die Bayern in München, Dreierpack gegen die Bayern in Madrid. Und weil’s noch nicht genug ist, legt Reals Superstar gleich im nächsten Spiel in der Königsklasse den nächsten Dreierpack drauf. Acht Buden in den letzten drei CL-Spielen, insgesamt bereits 102 und wettbewerbsübergreifend 400 für Real Madrid! Er lässt keine Torchance aus, sondern schlägt gnadenlos zu. Diesmal per Kopf, volley aus der Distanz oder als klassischer Mittelstürmer aus kurzer Distanz. Man muss ihn nicht mögen, aber man muss sich vor den Leistungen von Cristiano Ronaldo verneigen.


 

 

 

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