Auf Ronaldos Spuren? Uniteds neuer Tingeltangel-Bob

Patrick Hauser
Sport1

Noch bevor Hannibal Mejbri seine ersten Fußstapfen auf der großen Fußballbühne hinterlassen hat, wird er bereits mit Superstars der Branche verglichen.

Vor allem die Ähnlichkeit mit dem belgischen Nationalspieler Marouane Fellaini sticht ins Auge: Mejbri spielt wie einst Fellaini für Manchester United, er ist im zentralen Mittelfeld zu Hause und wenn er auf dem Platz steht, dann weht seine wilde Lockenpracht im Wind.


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Zehn Millionen Euro überwiesen die Red Devils für den Franzosen nach Monaco. Am Wochenende lief der 16-Jährige beim Mercedes Benz Junior Cup in Sindelfingen auf - er könnte der nächste Superstar werden, den das berühmte Junioren-Hallenturnier hervorbringt. In Sindelfingen begannen schon Weltstars wie Manuel Neuer, Mesut Özil oder Marcus Rashford ihre Karriere, 2018 tat sich Hertha-Juwel Arne Maier als Spieler des Turniers hervor.

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Ronaldo-Berater Mendes berät Mejbri

Mejbri fiel beim Junior Cup mehr durch seine Optik als durch spielerischen Glanz auf, der Altersunterschied zu den meist zwei Jahre älteren und physisch stärkeren Mitspielern machte sich bemerkbar.

Dennoch sind die Voraussetzungen für eine große Karriere glänzend. Seit seinem neunten Lebensjahr wird der Youngster von den Topklubs Europas gescoutet. Er stammt aus der Talentschmiede des AC Boulogna-Billancourt, die einst auch Frankreichs Legende Thierry Henry durchlief. In der aktuellen Saison spielt er regelmäßig für die U18 und U23 von United. 

Beraten wird er von Superagent Jorge Mendes, der auch Cristiano Ronaldo, Angel Di María oder James Rodriguez zu Traumkarrieren verhalf.


Mejbri verfügt über einen klaren Kopf und hatte von Beginn an auch einen Plan B. Sein Vater sah einen Job als Doktor oder Rechtsanwalt für ihn vor, falls es mit dem Fußball nicht klappen sollte.

Angekommen in Manchester versuchten seine Jugendtrainer dann gar nicht erst, Mejbri zu einer weniger auffälligen Frisur zu überreden, um den Fokus der Öffentlichkeit von ihm weg zu lenken.

Vater erhebt schwere Vorwürfe gegen Monaco

Die größte Stärke des Mittelfeldspielers ist seine Spielintelligenz, vor allem das Passspiel, die Übersicht und seine Technik brachten ihn schon früh auf die Notizzettel der Topklubs. Schwächen hat der auch für Tunesien spielberechtigte Mejbri noch im Spiel gegen den Ball, auch in Sachen Physis muss das bei 1,84 Meter Größe nur 70 Kilo leichte Talent zulegen.

Dennoch traute er sich im Sommer den Sprung in die Premier League zu, in der das körperbetonte Spiel seine Heimat hat.

Mejbri ist der viertteuerste U17-Spieler aller Zeiten, im vergangenen Winter soll auch der FC Bayern am französischen U16-Nationalspieler interessiert gewesen sein. Der große United-Rivale FC Liverpool scheiterte sogar mit einem Angebot, erklärte Vater Lofti Mejbri kurze Zeit später bei Le Parisien.


Das Interview schlug nicht nur wegen dem verweigerten Wechsel zu Jürgen Klopp große Wellen. Im gleichen Zug erhob Mejbri senior schwere Vorwürfe gegen AS Monaco. Nach einem Gespräch mit der Vereinsführung sei die Spielerseite "traumatisiert" und zum Gehen entschlossen gewesen. "Heute, morgen, übermorgen, das ist kein Problem: Wir gehen. Punkt", stellte Lofti Mejbri fest.

"Es sind ernste Dinge passiert. Es ist ein echter Schock"

Das Vertrauensverhältnis zwischen Klub und Spieler sei "zerstört" gewesen, etwas "Schlimmes" sei passiert. Nicht aus finanziellen Gründen strebe man einen Abgang von den Monegassen an, sondern wegen "tiefen außersportlichen Differenzen".

"Es sind ernste Dinge passiert. Es ist ein echter Schock, ein Trauma. (…) Es ist schwierig, weiter mit Menschen zu arbeiten, wenn es so wenig Vertrauen gibt."

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Was genau das Schock-Erlebnis war, verriet Hannibals Vater nicht. Laut Manchester Evening News habe Monaco gegen ein Vertragsdetail verstoßen, das Problem wurde zwischen Anwälten beider Klubs geklärt.

Wenige Monate später zahlte ManUnited zehn Millionen Euro. Nun soll Mejbri schon bald auf der großen Bühne auf sich aufmerksam machen - nicht nur mit seiner Frisur.

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