"Rookie of the Day": Aegerter bei MotoE-Testdebüt starker Dritter

Juliane Ziegengeist
motorsport.com

Zwar stehen die Räder der MotoGP derzeit still, dafür absolvierte die MotoE in den vergangenen drei Tagen (10.-12. März) ihren ersten von zwei geplanten Vorsaisontests in Jerez. Mit dabei war auch Ex-Moto2-Pilot Dominique Aegerter, der in diesem Jahr die Nachfolge von Jesko Raffin im MotoE-Team von IntactGP antritt.

In den drei Testtagen hatte der Schweizer erstmals die Gelegenheit, mit dem Einheitsbike von Energica auf die Strecke zu gehen. Im Vergleich zum Vorjahr ist es mit einigen neuen Features ausgestattet. So hat Öhlins eine neue Vorderradgabel eingeführt, um das Fahrverhalten in den Kurven zu verbessern.

Michelin liefert neue Vorder- und Hinterreifen. Außerdem verfügen die MotoE-Maschinen jetzt über eine neue Luftstromkühlung für die Batterien. Dadurch sollen sie schneller aufgeladen werden können. Einige neue Sicherheitsmaßnahmen gibt es ebenfalls. So wird in der Boxengasse künftig ein Motorengeräusch simuliert mehr dazu hier.

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Aegerter über MotoE: "Etwas weniger Power als erwartet"

Für Aegerter ist die MotoE aber so oder so Neuland. Dafür schlug sich der 29-Jährige in Jerez beachtlich. Die drei Testtage beendete er auf dem dritten Gesamtplatz mit nur 0,225 Sekunden Rückstand auf die Bestzeit von Matteo Ferrari, der im vergangenen Jahr der erste Weltcup-Sieger in der neuen Elektrorennserie wurde.

"Für mich ist das natürlich eine neue Herausforderung, denn das Motorrad ist komplett anders als alles, was ich bis dato gefahren bin", gibt Aegerter nach seinem MotoE-Testdebüt zu. "Ich bin froh, ein so gutes Team an meiner Seite zu wissen. Das Motorrad hat letztlich doch etwas weniger Power, wie ich angenommen hatte."

Die Unterschiede zur Moto2 sind für ihn offensichtlich: "Das Fahren ist ein bisschen schwierig, weil man am Kurvenausgang schon ziemlich früh das Gas voll aufdrehen kann, was so bei einem Benziner-Motorrad nicht geht. Natürlich spürt man besonders beim Bremsen die 260 Kilogramm Gewicht, in den Kurven dafür weniger."

IntactGP zufrieden: "Pro Tag fast zwei Sekunden schneller"

Dennoch gelang es ihm, sich in den drei Tagen deutlich zu steigern. "Wir hatten einen guten Testplan, auch wenn man bei diesem Serienmotorrad nicht so viel machen kann. Wir haben aber an der Übersetzung, dem Fahrwerk und der Sitzposition gearbeitet. Am Schluss konnte ich dann auch solide Zeiten fahren", resümiert er.

"Aktuell können wir mit dem E-Bike sieben bis neun volle Runden drehen, wo man auch tatsächlich die komplette Leistung zur Verfügung hat. Dadurch kann man eigentlich nur drei mal am Tag acht Runden fahren. Wir als Team freuen uns jetzt, die drei Tage mit einem positiven Gefühl und einer guten Rundenzeit beendet zu haben.?

Von Crew-Chief Gero Beetz kassierte Aegerter ein Lob: "Domi hat stark an sich gearbeitet, was man am Endresultat sehen kann. Wir haben pro Tag fast zwei Sekunden gut gemacht. Zum Schluss wurde es weniger, aber er hat sich kontinuierlich herangetastet und sauber gearbeitet. Wir hatten keinen Crash und es war ein sehr guter Test."

"Gesamtes Feld sehr eng": Tulovic beim MotoE-Debüt auf 16

Als "Rookie of the Day" hatte Aegerter in Jerez auch den anderen Neuankömmlingen etwas voraus. Zu ihnen zählt sein deutscher Ex-Moto2-Kollege Lukas Tulovic, der in MotoE-Mannschaft von Tech 3 debütiert. Für ihn endete der Dreitagestest auf dem 16. Platz mit knapp zwei Sekunden Rückstand auf die Spitze.

Lukas Tulovic konnte sich steigern, doch das Feld in der MotoE ist eng

Lukas Tulovic konnte sich steigern, doch das Feld in der MotoE ist eng <span class="copyright">Tech 3</span>
Lukas Tulovic konnte sich steigern, doch das Feld in der MotoE ist eng Tech 3

Tech 3

"Im Allgemeinen bin ich mit den Fortschritten, die wir gemacht haben, recht zufrieden. Am Anfang starteten wir in den 1:55er-Zeiten und landeten in den niedrigen 49ern. Das war also großartig, aber auch die anderen Fahrer machten große Schritte, daher weiß ich, dass ich weiter arbeiten muss", zieht Tulovic ein erstes Fazit.

Er weiß: "Das gesamte Feld ist sehr eng, und um gute Ergebnisse zu erzielen, müssen wir einen weiteren Schritt machen. Ich muss verstehen, wie man mit diesem Motorrad wirklich schnell fahren kann. Ich bin im Moment nicht langsam, aber ich pushe sehr viel, also muss ich lernen, die elektrische Power besser zu nutzen."

"Leider hatte ich in der letzten Sitzung des finalen Tages einen kleinen Unfall zu vermelden, deshalb möchte ich mich bei meinem Team entschuldigen. Insgesamt haben wir gute Fortschritte gemacht, und jetzt liegt es an mir, den nächsten Schritt zu finden, um für die gesamte Saison konkurrenzfähig zu sein."

Mit Bildmaterial von IntactGP.

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