Nach Rosberg-Forderung: Berger lästert über Elektro-Rennen

Sport1
Laut Gerhard Berger passt ein Elektromotor nicht zur Identität der DTM
Laut Gerhard Berger passt ein Elektromotor nicht zur Identität der DTM


DTM-Boss Gerhard Berger erteilt einer Elektro-DTM, wie sie von Ex-Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' langfristig gefordert wurde, eine Absage.

"Unsere DNA ist Racing. Unser Kern-Business sind spektakuläre Rennen. Und ich habe noch nicht viele spektakuläre Rennen mit Elektroautos gesehen", stellt der DTM-Boss klar, als er von 'Motorsport-Total.com' mit dem Thema konfrontiert wird.

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Und ergänzt: "Vielleicht stimmt es gar nicht, dass sie nicht spektakulär sind. Sie sind einfach langsam." Damit äußert sich Berger kritisch zur Formel E, an der mit Audi und BMW auch zwei der drei in der DTM aktiven Hersteller teilnehmen.

"Man hat keine Reichweite, und die Autos sind langsamer als Formel-3-Autos", holt Berger aus. "Wir wollen aber in die andere Richtung gehen und uns der Formel 1 annähern", erklärt der Chef der DTM-Dachgesellschaft ITR, welche Pläne er für die Zukunft hat.

Berger: Hybridantrieb wird wegen der Hersteller eingeführt

"Damit will ich nicht sagen, dass es keine elektrischen Tourenwagen geben kann", relativiert Berger. "Aber das passt nicht zur DTM. Unsere DNA ist eine andere." Dieses Jahr wurden in der DTM Turbomotoren eingeführt, die um rund 100 PS mehr Leistung bieten als die bisher verwendeten V8-Saugmotoren.

Während man immer noch mit reinen Verbrennungsmotoren startet, wird derzeit im Hintergrund an der Einführung eines Hybridantriebs in der DTM gearbeitet, die aber laut Berger erst 2021 oder 2022 stattfinden soll. "Ich bin kein großer Hybrid-Fan", gibt der ehemalige Formel-1-Pilot zu. "Aber die Hersteller verlangen es."

So sehen Audi und BMW die Motorendebatte

Wie Audi und BMW die Motorendebatte sehen? "Dass die DTM sofort elektrisch wird, sehe ich derzeit nicht", meint Audi-Sportchef Dieter Gass gegenüber 'Motorsport-Total.com'. Ob sich das ändern wird, hänge davon ab, "wie weit wir in die Zukunft schauen", sagt Gass. Vorerst reiche es auch aus, wenn der Hybridmotor kommt: "Das wäre für mich der erste Schritt."

BMW will sich währenddessen möglichst breit aufstellen, stellt Motorsportdirektor Jens Marquardt gegenüber 'Motorsport-Total.com' klar. "Wir nehmen an der Formel E teil. Und was man jetzt gerade sieht, wenn man sich unsere globale Aufstellung anschaut, ist, dass alles extrem regional und Markt-abhängig sein wird. Wir wollen daher bei unserer Vorbereitung möglichst flexibel sein", will man sich als Autohersteller für die Zukunft alle Türen offenhalten.

Hybridisierung für Class-1-Reglement ein Problem?

Die Hybrideinführung wird aber auch von den Münchnern klar unterstützt. Man darf jedoch gespannt sein, ob das auch die in der Super-GT-Serie aktiven Hersteller Nissan, Lexus und Honda so sehen, die durch das gemeinsame Class-1-Reglement auf die gleichen technischen Vorgaben beim Bau der Autos setzen wie die DTM.

Nach der mühsamen Angleichung, die es den Herstellern erlaubt, mit einem Auto in beiden Serien an den Start zu gehen, muss alles aufeinander abgestimmt sein. Eine Hybrideinführung der DTM könnte das verkomplizieren.

"Wir sprechen darüber gerade, aber es würde mich überraschen, wenn die japanischen Hersteller das nicht wollen", sieht Berger kein Problem. "Wir haben da noch Zeit."

© Motorsport-Total.com

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