Rosberg freut sich über Hamiltons Schumacher-Rekordjagd

Mario Fritzsche

Mit seinem sechsten Sieg beim Grand Prix von Großbritannien in Silverstone hat sich Lewis Hamilton am vergangenen Sonntag zum erfolgreichsten Piloten in der Geschichte dieses Rennens gemacht. Zuvor hatte er den Britischen Grand Prix wie Jim Clark und Alain Prost fünfmal gewonnen gehabt.

Und Hamilton ist auf dem besten Weg, weitere Rekorde zu knacken - insbesondere von Michael Schumacher, der nach wie vor einige hält. Von dessen Siegesrekord, der bei 91 steht, ist Hamilton mit nun 80 Siegen nur noch deren elf entfernt (Formel-1-Datenbank: Ewige Bestenliste der Siege). Allein in der seit 2014 laufenden Hybrid-Ära der Formel 1 hat Hamilton 57 Siege eingefahren und damit etwas mehr als die Hälfte aller Rennen dieser Ära (110) gewonnen.

In puncto Podestplätzen fehlen Hamilton in der ewigen Bestenliste mit aktuell 143 Podestplätzen noch zwölf auf Schumachers Rekordmarke von 155 (Formel-1-Datenbank: Ewige Bestenliste der Podestplätze). Was die angeführten Rennen betrifft, liegt Hamilton mit 138 nur noch deren vier hinter dem Schumacher-Rekord von 142 zurück (Formel-1-Datenbank: Ewige Bestenliste der angeführten Rennen). Und nicht zuletzt fehlen dem Briten "nur noch" zwei WM-Titel auf des Deutschen Rekordmarke von sieben WM-Titeln (Formel-1-Datenbank: Ewige Bestenliste der WM-Titel).

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Den Pole-Position-Rekord hat Hamilton Schumacher schon vor knapp zwei Jahren, beim Grand Prix von Italien 2017 in Monza, abgenommen, als er die vom Deutschen gehaltene Marke von 68 Pole-Positions übertraf. Mittlerweile steht Hamilton schon bei sage und schreibe 86 Pole-Positions (Formel-1-Datenbank: Ewige Bestenliste der Pole-Positions).

Rosberg: Schumachers Rekorde müssen Hamiltons Motivation sein

Nico Rosberg freut sich über die Rekordjagd seines langjährigen Mercedes-Teamkollegen Hamilton. "Es ist definitiv keine schlechte Sache, dass er auf dem Weg ist, der Beste aller Zeiten zu werden und Schumachers Rekorde zu brechen", wird Rosberg von der Nachrichtenagentur 'Reuters' zitiert.

Rosberg freut sich dabei vor allem aus persönlichen Gründen. Schließlich ist der Deutsche der einzige, dem es in der Hybrid-Ära gelungen ist, Hamilton in einem WM-Kampf zu bezwingen. Die aussichtsreiche Rekordjagd des Briten "lässt mich glauben, 'OK Nico, du hast wohl einen ganz guten Job gemacht.'"

Nico Rosberg: Der bislang einzige Hamilton-Bezwinger in einem Titelkampf seit 2014

Nico Rosberg: Der bislang einzige Hamilton-Bezwinger in einem Titelkampf seit 2014 <span class="copyright">Mercedes</span>
Nico Rosberg: Der bislang einzige Hamilton-Bezwinger in einem Titelkampf seit 2014 Mercedes

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Rosberg setzte sich Titelkampf 2016 durch, indem ihm beim Saisonfinale in Abu Dhabi ein zweiter Platz hinter Hamilton reichte, um mit fünf Punkten Vorsprung auf den Briten Weltmeister zu werden. Fünf Tage nach dem größten Erfolg seiner Karriere gab der Deutsche dann überraschend seinen Rücktritt bekannt.

"Schumachers Rekord einzustellen muss seine Motivation sein", sagt Rosberg über Hamilton und versucht es einzuordnen: "Er hat diese historische Chance und er weiß, dass es realistisch für ihn ist, das zu schaffen. Er hat das Auto und er hat das Team dafür. Und die Regeln werden sich vor 2021 nicht ändern."

Und so zeichnet Rosberg den gegenwärtigen Hamilton-Trend gedanklich schon einmal weiter: "Er kann ihn [Schumacher] nächstes Jahr bezüglich der WM-Titel einholen und bezüglich der Rennsiege überholen. Er kann der Beste aller Zeiten werden. Das muss eine riesige Motivation für ihn sein. Es ist eine einmalige Gelegenheit."

Damon Hill kann sich acht Hamilton-Titel vorstellen

Damon Hill, einst der große Konkurrent von Schumacher im Kampf um die WM-Titel 1994 und 1995, bläst ins gleiche Horn wie Rosberg.

Damon Hill hat großen Respekt für die Leistungen seines Landsmanns Hamilton

Damon Hill hat großen Respekt für die Leistungen seines Landsmanns Hamilton <span class="copyright">LAT</span>
Damon Hill hat großen Respekt für die Leistungen seines Landsmanns Hamilton LAT

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"Er hat diesem Land alles gegeben, was er nur konnte. Er ist der siegreichste britische Fahrer und der Fahrer mit den zweitmeisten Siegen in der Geschichte der Formel 1", so Hill gegenüber 'talkSPORT' über seinen britischen Landsmann.

"Was er noch erreichen kann, lässt sich nur sehr schwer ausmalen", so Hill weiter, "abgesehen natürlich davon, Michael Schumachers Rekord von sieben WM-Titeln zu schlagen". Dafür müsste Hamilton allerdings bis mindestens 2021 noch Formel 1 fahren.

Mit Bildmaterial von LAT.

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