Rosberg verhöhnt Ferrari - und bekommt fiesen Konter

Ferrari macht sich auch in Zandvoort zur Lachnummer der Formel 1. Nico Rosberg übt scharfe Kritik, die Teamchef Mattia Binotto so nicht auf sich sitzen lassen will.

Nico Rosberg übte harsche Kritik an Ferrari.
Nico Rosberg übte harsche Kritik an Ferrari. (Bild: Arnold Jerocki/FilmMagic)

Der WM-Titel in der Forme 1 ist für Ferrari längst in weite Ferne gerückt, die Peinlich-Patzer bei der Scuderia gehen trotzdem munter weiter. Neueste Episode: Beim Großen Preis der Niederlande am Sonntag hat die Ferrari-Crew beim Boxenstopp von Carlos Sainz nur drei Räder parat. Der Spanier verliert fast 15 Sekunden an der Box, wird schlussendlich nur Achter. Auch blamabel: Beim Stopp lassen die Mechaniker ihren Schlagschrauber so liegen, dass Red-Bull-Pilot Sergio Perez über das Werkzeug fährt.

Während es vor allem aus Ferraris Heimat Prügel von der Presse gibt - die Corriere dello Sport etwa schreibt von "Schlamperei" bei den Roten – gehen auch die F1-Experten wenig zimperlich mit der nicht enden wollenden Pannenserie bei der Scuderia ins Gericht.

"Müssen etwas verändern"

Vor allem Nico Rosberg übte harsche Kritik. "Mattia (Binotto, Teamchef; d. Red.) sagt immer: 'Nein, nein, wir brauchen keine Veränderung, alles läuft gut.' Aber wann kommt der Tag? Sogar Formel-2- und Formel-3-Teams machen einen besseren Job mit der Strategie und den Stopps als Ferrari", urteilte der Weltmeister von 2016 als Sky-Experte. "Du fährst an die Box und der Reifen ist nicht da? An einem gewissen Punkt müssen sie wirklich anfangen, etwas zu verändern", forderte Rosberg.

Vor dem Heimrennen am Wochenende in Italien wächst der Druck auf Ferrari und Binotti weiter an!

Doch Binotto will diese Kritik nicht auf sich sitzen lassen und kann sich dabei auch eine kleine Spitze gegen Rosberg nicht verkneifen: "Erstens denke ich, dass man leicht reden hat, wenn man draußen (außerhalb des Paddocks; d. Red.) ist. Dann ist es leicht zu kritisieren", konterte der Rennleiter der Roten. Hintergrund: Wie von SPORT1 enthüllt darf Rosberg aktuell nicht ins Formel-1-Fahrerlager, weil er nicht vollständig gegen Corona geimpft ist. In seiner Rolle als Experte wird er deshalb immer per Videocall zugeschaltet.

Formel 1: Ferrari-Boss kontert Rosberg

Auf Rosbergs Forderung nach Veränderungen im Team reagierte Binotto ebenso deutlich: "Wir werden keine Leute auswechseln, das ist eine direkte Antwort auf Rosberg", erklärt der Italiener. "Wir haben großartige Leute, daran habe ich keinen Zweifel. Außerdem ist erwiesen, dass Stabilität im Sport noch wichtiger ist, damit wir uns von Tag zu Tag und Rennen zu Rennen verbessern", stellte sich Binotto vor seine Mitarbeiter. "Alle Teams benötigen Jahre an Erfahrung, um an der Spitze zu sein - und ich sehe keinen Grund, warum das bei uns anders sein sollte."

Rosberg sieht indes längst auch den Teamchef angezählt: "Es gibt Leute, die sagen, dass Binotto vor allem ein Techniker ist. Vielleicht braucht Ferrari aber auch eine geteilte Führung, also jemanden, der das Geschäft und die Leute führt. Ich kenne ihn nicht gut genug, aber klar ist, dass ein paar personelle Veränderungen nötig sind", sagte Rosberg.

Wie sehr Ferrari mittlerweile wieder zum Gespött geworden ist, zeigt sein Nachsatz: "Wir warten beim Kommentieren ja schon drauf, wann ein weiterer Ferrari-Fehler passiert. Denn dass er kommt, das ist klar."

Zumindest am Sonntag behielt Rosberg damit Recht.

Im Video: Formel 1: Nico Rosberg kritisiert Mercedes beim Grossen Preis der Niederlande