Rosenqvist räumt trotz Strafe beim ePrix von Berlin ab ! Nick Heidfeld fährt beim Heimrennen auf das Siegerpodest!


Das Wochenende der Formel-E in Berlin enthielt zwei Läufe an zwei Tagen und somit auch mehr Möglichkeiten, um Punkte zu sammeln. Felix Rosenqvist (Mahindra Racing) erledigte dies am besten. Er holte sich am Samstag den Sieg und am Sonntag den zweiten Platz. Beim ersten Auftritt am Samstag schnappte der Däne Lucas Di Grassi (ABT Schaeffler Audi Sport Team) den Sieg weg und sein Teamkollege Nick Heidfeld (Mahindra Racing) holte mit dem dritten Rang sich wieder einen Podestplatz. Beim zweiten Rennen in der Hitze von Berlin, lief eigentlich auch alles nach Plan. Allerdings kassierte Rosenqvist beim Autowechsel eine Strafe für einen “unsafe release“ und bekam am Ende des Rennens 10 Sekunden Zeitstrafe. Somit fuhr er zwar vor Sebastien Buemi  als Erster über die Ziellinie, wurde allerdings nur als Zweiter gewertet. Diesmal komplettierte Lucas Di Grassi das Siegerpodest. Den undankbaren vierten Platz erbte der Deutsche Daniel Abt (ABT Schaeffler Audi Sport Team).

Ganz hart traf es den Leader in der Meisterschaft, Sebastien Buemi (Renault e.dams), am Samstag nach dem Rennen. Er wurde durch einen technischen Regelverstoß (zu niedriger Reifendruck) disqualifiziert und ging ohne Meisterschaftspunkte ins Bett. Seine tolle Aufholjagd bis auf den fünften Platz wurde somit nicht belohnt.

Der Samstag zeigte die spannendste Superpole der Formel-E Geschichte. Hier fuhr Lucas di Grassi von Jose Maria Lopez mit nur einer Tausendstel Sekunde auf den ersten Startplatz. Dritter wurde Felix Rosenqvist. Ex-Formel-1 Pilot Nick Heidfeld stand in der zweiten Reihe auf Platz vier, Daniel Abt auf acht und Maro Engel (Venturi Formel E) startete von Rang elf. Die Überraschung war Sebastien Buemi, er musste vom 14. Platz aus ins Rennen.

Das Rennen am Samstag wurde gleich zu Anfang etwas durcheinander gewürfelt. Jose Maria Lopez kam nur langsam vom Start weg und im Mittelfeld berührten sich Buemi und Stephane Sarrazin (Techeetah), so dass gleich Teile durch die Luft flogen. Dies hinderte Buemi allerdings nicht daran, eine Aufholjagd durch das nahezu komplette Feld zu zeigen. Platz fünf war am Ende das Ergebnis, welches allerdings nach dem Rennen annulliert wurde. Das Rennen wurde dann zur wahren Hitze und Akkuschlacht, die Felix Rosenqvist sehr klug für sich entscheiden konnte. Lucas Di Grassi musste sich mit 2,2 Sekunden Rückstand geschlagen geben, konnte sich aber Nick Heidfeld mit weiteren knapp zwei Sekunden Abstand gerade noch vom Hals halten. Ein besonderes Ergebnis fuhr diesmal die deutsche Armada ein: Alle drei Fahrer in den ersten zehn Positionen! Daniel Abt überfuhr als Siebter und Maro Engel auf Rang zehn die Ziellinie.

Am Sonntag im Qualifying kündigte sich dann an, dass es das Wochenende von Felix Rosenqvist werden würde. Hier holte sich der Däne nach seinem Sieg am Samstag die Poleposition für das zweite Rennen. Aber auch Sebastien Buemi zeigte, dass wieder mit ihm zu rechnen ist und positionierte sich neben dem Dänen auf dem zweiten Startplatz. Jose Maria Lopez und Sam Bird (DS Virgin Racing) komplettierten die zweite Reihe. Daniel Abt stand auf Platz acht, Maro Engel auf Platz 13 und Nick Heidfeld erwischte es ganz schlimm. Er musste von der letzten Position ins Rennen, da er im Qualifying ein technisches Problem hatte.

Das, im Gegensatz zum Samstag, um zwei Runden längere Rennen, fand dann mit über 50°C Asphalttemperatur auch noch bei sehr heißen Bedingungen statt. Damit rechnete man wieder mit Akku-Problemen und Schwierigkeiten bei der Haltbarkeit der Reifen, was sich aber beides zum Glück nicht bewahrheitete.

Die neue Strecke auf dem alten Flugfeld von Berlin Tempelhof wurde von den Veranstaltern so flüssig angelegt, dass diesmal das Safetycar nicht zum Einsatz kam. Auch wenn der eine oder andere Fahrer auf den hinteren Startpositionen vor dem Rennen darauf gehofft hatte. Der Start verlief ohne besondere Vorkommnisse und der Mönchengladbacher Nick Heidfeld konnte gleich vier Positionen gutmachen. Maro Engel musste nach einer kleinen Kollision an die Box und reparierte sein Auto. In der der vierten Runde lag Heidfeld dann schon auf dem 12. Platz. An der Spitze fuhr Rosenqvist vor Buemi und Lopez ein sehr souveränes Rennen.

Maro Engel machte sich ab Runde 13 mit voller Leistung auf die Jagd nach der schnellsten Rundenzeit, was ihm einen weiteren Meisterschaftspunkt einbrachte. In der 17 Runde  kamen die beiden Teamkollegen Lopez und Sam Bird von DS Virgin Racing aneinander, wodurch Bird auch gleich mal drei Plätze verlor. Die beiden ABT Schaeffler Audi Sport Team Fahrer di Grassi und Abt arbeiteten sich vor dem Autowechsel auch etwas nach vorne und belegten die Plätze 4 und 5.

Die Entscheidung des Rennens passierte aber nicht auf, sondern abseits der Strecke. Beim Wechsel der Autos verursachte das Team Mahindra Racing bei der Ausfahrt von Felix Rosenqvist einen “unsafe release” und dies ausgerechnet auch noch mit dem eigenen Teamkollegen Nick Heidfeld. Das wurde von der Rennleitung am Ende des Rennens mit einer Zeitaddition von 10 Sekunden für Rosenqvist, den Leader des Rennens, bestraft. Er überfuhr dann zwar die Ziellinie auf dem ersten Platz, aber Sebastien Buemi, nur knapp eine Sekunde hinter dem Dänen, erbte damit einen glücklichen Sieg. Lucas di Grassi und Daniel Abt vervollständigten mit einer tollen Leistung die Plätze drei und vier. Nick Heidfeld rettete vom letzten Startplatz noch den zehnten Rang und einen Punkt in der Meisterschaft. Diesen holte sich Maro Engel durch seine schnellste Rennrunde ebenfalls, überquerte allerdings als Letzter die Ziellinie.   

In der Meisterschaft, bei der noch vier Läufe zu fahren sind (je zwei in New York und Montreal), liegt noch immer Sebastien Buemi mit 125 Punkten vor Lucas di Grassi mit 125 Punkten und jetzt Felix Rosenqvist mit 86 Punkten an der Spitze. Hinter Rosenqvist hat Nicolas Prost (Renault e.dams) 14 Punkte Rückstand und ist damit auf dem vierten Platz, während sich auf dem fünften Rang schon Nick Heidfeld mit 63 Zählern einreiht. Daniel Abt belegt den neunten Platz mit 46 Punkten und Maro Engel steht im Moment mit 15 Punkten auf dem 14. Rang.

Nun geht es für die beiden letzte Gastspiele nach Übersee. Dort findet am 15. und 16. Juli erstmalig in New York ein Formel Rennen statt. Wenn man es genau nimmt, sind es derer zwei an einem Wochenende, bevor es dann für das Saisonfinale am 29. und 30. Juli nach Montreal / Kanada geht. Dies wird ebenfalls eine doppelte Ausgabe.

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