Ross Brawn: Deshalb gibt es in der Formel 1 2020 keine Streichergebnisse

Ruben Zimmermann
motorsport.com

Die Formel 1 wird unter strengen Auflagen in die Saison 2020 starten. Wird ein Fahrer positiv auf das Coronavirus getestet, muss er möglicherweise ein oder sogar mehrere Rennen auslassen. Deswegen wurde unter anderem die Idee diskutiert, die aus der Vergangenheit bekannten Streichresultate in dieser Saison zurückzubringen.

Das bedeutet, dass nicht alle Ergebnisse für den WM-Endstand zählen würden. Zuletzt kam ein solches System in der Saison 1990 zum Einsatz, als von den 16 Saisonergebnissen lediglich die besten elf pro Fahrer für die WM zählten. 30 Jahre später wurde über ein Comeback nachgedacht, damit ein kranker Fahrer keinen zu großen Nachteil in der WM hätte.

Wird ein Pilot zum Beispiel am ersten Rennwochenende in Spielberg positiv auf COVID-19 getestet, müsste er nicht nur dieses sondern eventuell auch die beiden folgenden Rennen in Spielberg und Budapest auslassen. Gegenüber 'RaceFans' erklärt Ross Brawn, warum man sich trotzdem gegen Streichergebnisse in der Saison 2020 entschieden hat.

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"Wir sind leider zu dem Schluss gekommen, dass die Teams damit spielen würden", erklärt Brawn, der überzeugt ist: "Sie würden [die Streichresultate] nicht für den Fall in der Hinterhand behalten, dass ein Fahrer krank wäre." Stattdessen würde man den Boliden zum Beispiel vorzeitig abstellen, wenn man in einem Rennen früh zurückfalle.

Brawn ist sich sicher: "Sie würden sagen: 'Wir holen in diesem Rennen sowieso keine Punkte, da können wir auch aufhören und den Motor schonen.'" Und bei einigen Teams sei es sogar möglich, dass man schlechte Top-10-Platzierungen bewusst aufgeben würde, weil es in so einem Fall mehr bringe, das Material zu schonen.

"Es liegt in der Natur der Formel 1, dass man es als taktischen Vorteil und nicht mit guter Absicht verwenden würde", so Brawn. Deshalb werden auch in der Saison 2020 alle Ergebnisse für die WM zählen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist noch nicht klar, wie viele Rennen es in diesem Jahr überhaupt geben wird. Bislang sind lediglich acht Rennen in Europa bestätigt.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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