Rouseys kontroverses Vorbild: Wie "Hot Rod" WWE prägte

Martin Hoffmann
Sport1

Er war das Vorbild von Ronda Rousey, eine der charismatischsten Figuren der Wrestling-Welt - und darüber hinaus.


"Rowdy" Roddy Piper, vor vier Jahren im Alter von 61 Jahren verstorben, blieb in Erinnerung als legendärer Gegenspieler von Hulk Hogan, als Improvisations-Genie am Mikrofon und auch als Hauptdarsteller eines Kultfilms.

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Legendäre Sprüche bei WWE

Piper, bürgerlicher Name Roderick George Toombs, wurde in Kanada geboren, trat im Wrestlingring aber nach Vorbild seiner Vorfahren in der Rolle als heißblütiger Schotte mit Kilt und Dudelsackeinmarsch auf.


World Champion einer großen Liga war "Hot Rod" zwar nie, galt aber als einer der besten Bösewichte des Geschäfts, vor allem wegen seines Talents, Gegner und Fans am Mikrofon in Grund und Boden zu reden. Als Liebling funktionierte er ebenso, unter anderem in seiner freundschaftlichen Rivalität mit Bret "The Hitman" Hart 1992. Ric Flair, ein weiterer großer Rivale, nannte seinen Hall-of-Fame-Kollegen "den begabtesten Entertainer in der Geschichte des Wrestling".

Pipers meist improvisierten Monologe, Interview-Segmente und Sprüche ("I am the reason Hulk Hogan lost his hair" - "Just when you think you know the answers, I change the questions") sind legendär.

Ronda Rousey eiferte Roddy Piper nach

"Roddy Piper war einer der unterhaltsamsten, kontroversesten und bombastischsten WWE-Performer aller Zeiten, geliebt von Millionen von Fans in aller Welt", fasste WWE-Boss Vince McMahon Pipers Wirken zusammen.


Seine größte Zeit erlebte Piper in den achtziger Jahren, bei der ersten WrestleMania 1985 war er Hauptkampfgegner von Hulk Hogan und Schauspieler Mr. T. Piper blieb noch Jahrzehnte lang Hogans Rivale, in den Neunzigern gab es ein Wiedersehen in der Konkurrenzliga World Championship Wrestling (WCW), nach der Jahrtausendwende ein doppeltes Comeback bei WWE.

Piper blieb so mehreren Fan-Generationen in Erinnerungen, zur prominentesten Bewunderin wurde Ronda Rousey, die ihrem Idol schon bei der UFC nacheiferte und ihm nach ihrem Wechsel zu WWE noch mehr Anleihen nahm als den "Rowdy"-Spitznamen: Auch sie kam mit Kilt zum Ring, bei ihrem Debüt 2018 auch mit einer Original-Lederjacke Pipers. Ihren Finisher nannte sie "Piper's Pit", nach Pipers berühmter Interview-Show.


Piper landete wie Hogan auch einige Rollen im Filmgeschäft, unter anderem als Alien-Jäger wider Willen in John Carpenters Science-Fiction-Horror "Sie leben". Unvergesslicher One-Liner: "I have come here to chew bubblegum and kick ass... and I'm all out of bubblegum."

Piper rechnete mit frühem Tod

Piper litt unter den gesundheitlichen Folgen seines Haupt-Jobs, schon 2003 erregte er Aufsehen mit der Interview-Aussage, dass er nicht damit rechne, 65 zu werden, aber dennoch weiter im Wrestling bleibe, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen.


2006 wurde bei ihm eine Krebserkrankung (Hodgkin-Lymphom) festgestellt, die er jedoch noch besiegen konnte. Am 31. Juli 2015 wurde Piper tot in seinem Haus in Hollywood aufgefunden, er hatte im Schlaf einen Herzstillstand erlitten.

Roddy Piper hinterließ seine Ehefrau Kitty und vier Kinder. Sohn Colt trat eine Weile als MMA-Kämpfer in Erscheinung, Tochter Ariel Teal Toombs als Schauspielerin.


Ein Mann für kontroverse Momente

Noch wenige Tage vor seinem Tod hatte TMZ Piper zur kurz davor offenbar gewordenen Rassismus-Affäre Hulk Hogans interviewt, er verstrickte sich dabei in recht eigenwillige Ideen wie: "Wir Wrestler haben gar keine Zeit, Rassisten zu sein."

Piper selbst wurde auch vorgeworfen, in seiner Rolle die Grenzen zu sehr ausgelotet zu haben: Zu seinen berühmtesten Showmomenten gehörten ein Segment, in dem er den fidschianischen Wrestler Jimmy Snuka (selbst aus anderen Gründen eine umstrittene Figur) erst rassistisch beschimpfte und dann mit einer Kokosnuss niederschlug - und ein Match gegen den Afroamerikaner Bad News Brown, für das sich Piper eine Hälfte seines Körpers schwarz anmalte.

Seinen wohl wildesten Moment löste er vor seiner WWE-Zeit aus: Eine Show in Los Angeles brachte er einmal an den Rand des Abbruchs, als er ankündigte, für die lateinamerikanischen Fans die mexikanische Nationalhymne auf dem Dudelsack vorzutragen - und dann "La Cucaracha" spielte.

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