"Jede Runde beängstigend": Mugello-Sprungkuppe eine heikle Stelle

Gerald Dirnbeck
motorsport.com

Der Grand Prix von Italien ist alljährlich ein Highlight im MotoGP-Kalender. Seit mehr als 20 Jahren ist der 5,2 Kilometer lange Mugello-Circuit in der Toskana der Austragungsort. Das flüssig zu fahrende und schnelle Streckenlayout ist bei Fahrern und Fans gleichermaßen beliebt. Allerdings wird immer wieder die Sicherheit infrage gestellt. Vor allem am Ende der 1,1 Kilometer langen Zielgeraden erreichen die MotoGP-Raketen 356 km/h.

Der Hauptkritikpunkt der Fahrer ist die Kuppe gegen Ende der Zielgeraden. "Es ist immer beängstigend und jede Runde ein besonderes Gefühl", sagt Valentino Rossi über diese Stelle. "Mit der 500er war es etwas anders. Der Unterschied ist der Speed. Mit dem MotoGP-Bike ist es beängstigender, denn man kommt schneller zu dieser Stelle. Man hebt mit beiden Reifen etwas ab."

Zeitlupenaufnahmen zeigen jedes Jahr, wie die Motorräder über diese Kuppe mit beiden Reifen springen und den Bodenkontakt verlieren. Es ist bei diesen hohen Geschwindigkeiten eine heikle Stelle. "Mit der 500er war es aber wegen Wheelies schwieriger, weil es keine Anti-Wheelie-Kontrolle gab", vergleicht Rossi. "Man musste das mit dem Gas kontrollieren. Jetzt ist die Neigung zu Wheelies aufgrund der Winglets geringer, aber man springt mehr."

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2018 hatte dort im Training Ducati-Testfahrer Michele Pirro einen schweren Unfall. Auch in Zukunft wird über diese Stelle diskutiert werden, denn die Entwicklung steht nicht still und die MotoGP-Motorräder werden von Jahr zu Jahr leistungsstärker und insgesamt schneller. 2001 stand Rossi mit der 500er-Honda mit 1:52.554 Minuten auf der Pole-Position. Sein Topspeed im Qualifying betrug damals 306 km/h.

2019 stellte Marc Marquez im Qualifying mit 1:45.519 Minuten neuen Rundenrekord auf. Der beste Topspeed von Pirro betrug in Q2 349,9 km/h. Werden klassische Strecken wie Mugello in zehn Jahren noch Teil des MotoGP-Kalenders sein? "Man kann kein Limit von 330 km/h auf dieser Geraden einführen, weil das unmöglich ist", antwortet Cal Crutchlow auf diese Frage. "Wenn manche Fahrer nicht damit zufrieden sind, dann wird man andere Fahrer finden, die happy sind, 360 zu fahren."

Mit Bildmaterial von LAT.

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