Russell: "Eingerostete" Gegner als Chance für Williams bei Saisonneustart

Ruben Zimmermann
motorsport.com

Falls die Formel-1-Saison 2020 wirklich Anfang Juli in Spielberg starten kann, dann werden die 20 Piloten zu diesem Zeitpunkt mehr als vier Monate nicht mehr in ihren Autos gesessen haben. Williams-Pilot George Russell glaubt, dass sich eine Chance für Außenseiter ergeben könnte, weil einige Fahrer zu Saisonbeginn dadurch vielleicht nicht bei 100 Prozent sein werden.

"Normalerweise sind alle auf einem unglaublich hohen Niveau", erklärt der Brite gegenüber 'F1.com' und erinnert: "Es sind die besten Fahrer der Welt, und wir fahren eigentlich so viel, dass man nicht aus der Übung kommt." Das sei zu Beginn der Saison 2020 allerdings anders. Seit den Testfahrten Ende Februar saß niemand mehr in einem echten Formel-1-Auto.

"Wenn Leute etwas eingerostet sind und Fehler machen, dann wird das in den ersten Rennen der Fall sein. Deswegen muss ich dafür sorgen, dass ich nicht dazu gehöre", weiß Russell und erklärt: "Aus Sicht des Teams muss ich die Jungs um mich herum motivieren und sagen: 'Okay, das ist eine Möglichkeit, die wir so nie wieder bekommen werden.'"

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Die Botschaft an seine Crew: "'Lasst uns dafür sorgen, dass wir das Maximum aus den ersten Rennen holen, wenn es wieder losgeht.'" Auch Russell selbst tut alles dafür, um beim geplanten Auftakt in Österreich so nah wie möglich bei 100 Prozent zu sein. Er nutze die Zeit in der Quarantäne, um noch mehr an seiner ohnehin schon guten Fitness zu arbeiten.

"Aber ich denke, dass es für uns alle unglaublich hart werden wird. Man kann so viel trainieren, wie man will, aber die Rennfitness wird man trotzdem verlieren", erklärt der Williams-Pilot und verrät: "Im Garten zu laufen oder im Fitnessstudio Gewichte zu heben ist nicht das gleiche, wie mit 200 Meilen pro Stunde in Silverstone zu fahren."

Er prophezeit daher: "Die g-Kräfte werden uns im ersten Training nach der Rückkehr hart treffen." Im Mittelpunkt steht vor allem die Nackenmuskulatur der Piloten, die sich erst wieder an die hohen Kräfte im Cockpit gewöhnen muss. Russell will daher alles dafür tun, dass ihm in den ersten Rennen nach dem Neustart nicht die Puste ausgeht.

Mit Bildmaterial von LAT.

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