Söderholms WM-Puzzle! Hoffen auf das deutsche Mega-Talent

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Söderholms WM-Puzzle! Hoffen auf das deutsche Mega-Talent
Söderholms WM-Puzzle! Hoffen auf das deutsche Mega-Talent

Nach seinen ersten Toren im A-Team fühlte sich Jungstar John Peterka "richtig drin".

Doch sein WM-Ticket hat der 19-Jährige mit seinem Doppelpack beim 4:5 der Eishockey-Nationalmannschaft gegen Tschechien noch nicht gelöst. "Der Kampf um die Plätze ist hart", sagte Bundestrainer Toni Söderholm nach der vierten Niederlage im vierten WM-Test.

Der künftige NHL-Stürmer Peterka, eines der größten deutschen Talente, hat in seinen ersten beiden Länderspielen beste Werbung in eigener Sache gemacht. "JJ hat riesiges Offensivpotenzial, ist lernfähig und lernwillig", lobte Söderholm den Münchner, der schon in der nächsten Saison für die Buffalo Sabres spielen könnte.

Die Eishockey-WM vom 21. Mai bis 6. Juni LIVE auf SPORT1

Peterka kämpft um WM-Platz

Deshalb setzte ihn der Bundestrainer auch in der ersten Sturmreihe und im Powerplay ein. Doch diese Rolle könnten bei der WM in Riga (21. Mai bis 6. Juni) auch andere, erfahrenere Spieler ausfüllen. "Wir müssen gute Rollen für alle finden", betonte Söderholm, aber auch "die Balance zwischen jungen und alten Spielern."

Für Peterka, der von Buffalo im vergangenen Jahr beim NHL-Draft zu Beginn der zweiten Runde gezogen wurde, hängt viel davon ab, wer nach der Corona-Saison in der DEL noch vier bis fünf weitere Wochen Eishockey unter Pandemie-Bedingungen mit Quarantäne und Abschottung in der WM-Blase spielen will.

Die Münchner Stammkräfte Yannic Seidenberg, Yasin Ehliz und Frank Mauer haben bereits abgesagt, weil die "geistige Frische" fehle.

Söderholm kann auf Kapitän Müller setzen

Mit seinen Nationalspielern vom ausgeschiedenen Topfavoriten Adler Mannheim ist Söderholm in Kontakt und rechnet durchaus mit weiteren Absagen vor den letzten beiden WM-Tests am Freitag (17 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) und Samstag (15.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) gegen Belarus.

Er habe "überhaupt kein Problem", wenn jemand aufgrund der "sehr viel größeren mentalen Belastung als in einer normalen Saison" nein sage. "Gott sei Dank hat der Großteil der Spieler die mentale Power", betonte der Finne und meinte damit unter anderem seinen Kapitän Moritz Müller.

Der Kölner, mit 34 Jahren der älteste im Kader, musste nicht zweimal überlegen: "Es ist ein unheimlich wichtiges Zeichen, dass die WM in solchen Zeiten stattfindet, damit Eishockey zumindest auf dem Bildschirm läuft und den Leuten im Gedächtnis bleibt."

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DEB verzichtet auf NHL-Goalie Greiss

Ebenfalls ein Zeichen - allerdings von Seiten des DEB - ist die klare Kante gegen Thomas Greiss.

Für den NHL-Goalie von den Detroit Red Wings ist auf unbestimmte Zeit kein Platz mehr in der deutschen Eishockeynationalmannschaft. Das bestätigte DEB-Sportdirektor Christian Künast dem Fachblatt Eishockey News.

Grund für sein Aus waren umstrittene Posts des 35-Jährigen in den sozialen Netzwerken. So hatte Greiss zuletzt zum Tode von Rush Limbaugh kondoliert. Der rechte US-Radiotalker war bekannt für seine rassistischen Hassreden und Faktenverdrehungen.

Bereits zuvor hatte Greiss, der sich als bekennender Trump-Fan bezeichnet, einen Vergleich von Hillary Clinton, mit Adolf Hitler gelikt.

Reicht es für NHL-Stars Stützle und Seider?

Teenager-Offensivpower erhofft sich Söderholm auch aus der NHL. Tim Stützle, wie Peterka Jahrgang 2002 und in seiner starken Rookie-Saison schon mit Superstar Leon Draisaitl verglichen, bestreitet mit den Ottawa Senators am 12. Mai sein letztes Spiel.

"Es wird ein, zwei Tage dauern, bis die Spieler wegfliegen könnten", sagte der Bundestrainer, "dazu kommt noch die Sieben-Tage-Regel in Riga". Erst nach knapp einer Woche Quarantäne in Lettland - drei Tage allein, drei Tage mit dem Team - dürfen Nachrücker spielen.

Stützle könnte somit die ersten beiden WM-Spiele verpassen, aber noch entscheidend in der Vorrunde eingreifen.

Gleiches gilt für den künftigen NHL-Verteidiger Moritz Seider (20), der in Schweden mit Rögle BK im Finale steht und bis spätestens 15. Mai beschäftigt sein könnte. "Wir versuchen, Lösungen zu finden, dass sie so früh wie möglich zu uns kommen können", erklärte Söderholm.

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