"Ein Abend für die Bücher!" RB feiert historischen Sieg

Nadine Münch, Rasmus Godau, Niclas Löwendorf
Sport1

Julian Nagelsmann grinste bis über beide Ohren und konnte gar nicht mehr aufhören, zu strahlen.

"Das ist ein bedeutender Moment für die Bücher. Das steht immer auf der ersten Seite, da kann man hinblättern und sehen, was man mit dem Klub erreicht hat", sagte der Trainer von RB Leipzig nach dem historischen Einzug ins Viertelfinale der Champions League.

"Ein Abend für die Geschichtsbücher"

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Auch der Mann des Abends, Kapitän Marcel Sabitzer, kam aus dem Schwärmen nicht mehr heraus: "Ich muss der Mannschaft ein Kompliment aussprechen. Das war eine souveräne Leistung, es macht Riesenspaß. Das ist ein Abend für die Bücher."

Hugo Lloris hat das Nachsehen (Photo by Alex Grimm/Bongarts/Getty Images)
Hugo Lloris hat das Nachsehen (Photo by Alex Grimm/Bongarts/Getty Images)

Der Österreicher hatte seine Mannschaft mit einem Doppelpack im Achtelfinal-Rückspiel gegen Tottenham Hotspur beinahe im Alleingang zum 3:0-Sieg geschossen - und damit für den bis dato größten internationalen Erfolg des Klubs gesorgt. 

"Wenn du im Achtelfinale einen Doppelpack schnürst, geht einiges durch deinen Körper. Pure Emotion. Heute Nacht kann ich wahrscheinlich ganz schlecht schlafen, weil so viele Gedanken durch den Kopf gehen", sagte der Doppeltorschütze bei Sky.

RB-Sportdirektor Markus Krösche lobte die positive Entwicklung des Teams: "Die Mannschaft ist über die letzten Jahre gereift. Das ist der größte Erfolg der Vereinsgeschichte, wir sind verdient ins Viertelfinale der Champions League eingezogen." 

Sabitzer trifft doppelt

Vor 42.146 Zuschauern in Leipzig hatte Sabitzer die Gastgeber nach Vorlage von Werner früh in Führung gebracht (10.), ließ Gäste-Keeper Hugo Lloris mit seinem platzierten Flachschuss keine Chance.

Marcel Sabitzer (Photo by Alex Grimm/Bongarts/Getty Images)
Marcel Sabitzer (Photo by Alex Grimm/Bongarts/Getty Images)

Beim 2:0 sah Frankreichs Nationaltorhüter dann allerdings nicht gut aus, als erneut Sabitzer eine scharfe Flanke von Winter-Neuzugang Angelino ins Tor köpfte. Emil Forsberg, der für Sabitzer in die Partie kam, sorgte Sekunden nach seiner Einwechslung für den 3:0-Endstand (87.).

Einziger Wermutstropfen für Leipzig an diesem Abend: Nordi Mukiele musste in der 56. Minute verletzt vom Platz getragen werden, für ihn kam Tyler Adams in die Partie.

Auf die Frage, ob Leipzig den Schwung mit in die Bundesliga nimmt und im Rennen um die Meisterschaft noch einmal angreift, antwortete Nagelsmann: "Wir probieren es. Wir haben die sehr gute Ausgangsposition durch die letzten beiden Spiele ein bisschen hergegeben. Wir versuchen, die nächsten Spiele gut anzugehen und wollen die letzten beiden Spiele vor der Länderspielpause gewinnen. Wir sind bereit, ganz oben mitzumischen."

Tottenham scheitert als Vorjahres-Finalist

Für Tottenham, das in der Offensive die Stürmer-Stars Harry Kane und Heung-Min Son schmerzlich vermisst, ist es spätestens jetzt eine Saison zum Vergessen. Als Vorjahres-Finalist müssen die Spurs in der Königsklasse nach dem Achtelfinale denkbar früh die Segel streichen. (Spielplan/Ergebnisse der Champions League)

Auch in der Premier League läuft es nicht rund für die Mourinho-Truppe: Mit 41 Punkten steht der Klub nur auf Platz acht, der aktuell nicht einmal für Europa berechtigt. Zudem blieb Tottenham in Leipzig im sechsten Pflichtspiel in Folge ohne Sieg - auf Mourinho dürften schwere Zeiten zukommen.

Mourinho beklagt: "Das hatte ich noch nie"

Mourinho ist bedient (Photo by Martin Rose/Bongarts/Getty Images)
Mourinho ist bedient (Photo by Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

"Ich habe einzelne Spieler, aber ich habe keine Mannschaft. Das ist eine Situation, die ich noch nie hatte", kritisierte "The Special One" nach der Partie bei Sky:

"Wir haben keine Spieler für den Sturm, so einfach ist das. Wir spielen in der schwierigsten Liga der Welt. Es ist unmöglich, ohne diese Spieler Erfolg zu haben. Wir müssen die Saison mit diesen Spielern irgendwie zu Ende bekommen und dann nächste Saison neu anfangen. Gratulation an Leipzig, sie haben ein gutes und physisches Team. Ich mag sie sehr."

Kein Geisterspiel in Leipzig

Trotz der Coronavirus-Epidemie, wegen der in den europäischen Wettbewerben viele Stadien leer bleiben, durften in Leipzig die Fans ins Stadion.

Den endgültigen Entschluss, die Partie mit Zuschauern abzuhalten, war am Montag nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt und der Stadt Leipzig gefallen.

Argumente dafür waren, dass England kein Risikoland sei und die Tickets personalisiert seien, wodurch die Fans "zurückverfolgbar" seien.

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