Sacha Baron Cohen: Flammende Rede gegen Facebook und Co.

Antonie HänelFreie Autorin
Yahoo Stars Deutschland

Auf einer Konferenz hat Sacha Baron Cohen den sozialen Medien den Vorwurf gemacht, die Demokratie zu gefährden. Facebook und Co. bezeichnete er als “größte Propaganda-Maschine der Welt”, auf der gegen Geld jede Lüge verbreitet werden könne.

Sacha Baron Cohen bei den Emmy-Awards in Los Angeles. (Photo by Axelle/Bauer-Griffin/FilmMagic)
Sacha Baron Cohen bei den Emmy-Awards in Los Angeles. (Photo by Axelle/Bauer-Griffin/FilmMagic)

Sacha Baron Cohen hat vor der amerikanischen Anti-Defamation League eine vernichtende Rede gegen Facebook und Co. gehalten. Darin kritisierte er die sozialen Netzwerke für ihren Umgang mit Hasskommentaren und Fake News und bezeichnete sie als die “größte Propaganda-Maschine der Geschichte”.

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Hasskommentare: Politik erhöht den Druck auf Online-Plattformen

Der “Borat”-Schauspieler warf Facebook, Twitter, YouTube und Co weiter vor, ihre Algorithmen würden bewusst den Inhalten stärkere Wirkung verleihen, “die an unsere niederen Instinkte appellieren und Empörung und Angst auslösen.” Das würde Verschwörungstheorien und Hass befeuern.

Den Konzernen läge mehr an ihren Aktienkursen als an der Demokratie, folgerte Cohen daraus. “Ich glaube, dass unsere pluralistischen Demokratien am Abgrund stehen und dass die Rolle der sozialen Medien in den kommenden zwölf Monaten entscheidend sein könnte”, sagte Cohen mit Blick auf die britischen und US-amerikanischen Wahlen.

Drastischer Vergleich

Die Ankündigung von Facebook, Anzeigen mit politischen Inhalten grundsätzlich keinem Faktencheck zu unterziehen, kommentierte Cohen mit einem besonders drastischen Vergleich: "Nach dieser verdrehten Logik hätte Facebook - wenn es in den Dreißigerjahren schon existiert hätte - Hitler erlaubt, 30-Sekunden-Werbung für seine 'Lösung' des 'jüdischen Problems' zu schalten.”

Gegen Fake News: Skepsis ist gut, Faktencheck ist besser

Die Meinungsfreiheit dürfe nicht verwechselt werden mit einem Recht auf Reichweite, so Cohen. Die Konzerne müssten ihrer Verantwortung nachkommen: “Wenn ein Neo-Nazi im Stechschritt in ein Restaurant kommt, die Gäste bedroht und sagen würde, dass er Juden töten will, wäre der Besitzer des Restaurants dann gezwungen, ihm ein Acht-Gänge-Menü zu servieren? Natürlich nicht.”

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