"Sahen wie Trottel aus!" Golf-Eklat bei US Open

Eric Böhm
Sport1
Dustin Johnson gehörte zu den Profis, die sich nach Runde 3 der US Open über die Bedingungen beschwerte
Dustin Johnson gehörte zu den Profis, die sich nach Runde 3 der US Open über die Bedingungen beschwerte

Die US Open sind immer eines der Highlights im Golf-Kalender.

Die Austragung 2018 auf dem Shinnecock Hills Golfplatz im Bundesstaat New York sorgt allerdings für richtig Ärger bei den Profis. (BMW Championship ab Donnerstag LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM)

Vor allem nach der dritten Runde wetterten diverse Stars über den viel zu schweren Kurs. Lediglich drei Spieler schafften ein Ergebnis unter Par, der bis dahin allein führende Weltranglistenerste Dustin Johnson spielte lediglich eine 77 und liegt mit einem Gesamtergebnis von drei über Par immer noch geteilt in Front.

"Das war einfach nicht fair. Die Grüns warn unspielbar - mit völlig unnötigen Fahnenpositionen. Die USGA (US-Golfverband, Anm. der Red.) hat einen Weg gefunden, uns wie Trottel aussehen zu lassen. Es ist eine Schande, einen wunderschönen Golfplatz zu zerstören", twitterte der Spanier Rafa Cabrera-Bello.


Profis sauer über US-Open-Kurs

Zach Johnson sah es bei Sky UK ähnlich: "Wir sind nicht an der Grenze, ich dachte es könnte grenzwertig werden, aber wir sind darüber hinaus."

Die USGA ist bekannt dafür, die Open extrem schwer machen zu wollen, da sie keine Ergebnisse jenseits von zehn unter Par wollen, wie sie bei anderen Turnieren mittlerweile die Regel sind. Deshalb werden die Grüns oft extrem abgetrocknet, um sie schneller zu machen.

Diesmal wurde der Bogen aber deutlich überspannt, zum ersten Mal seit 2007 liegt nach drei Tagen niemand unter Par.

Ähnlich war es auf dem Kurs schon 2004 als dort zum letzten Mal die US Open gespielt wurde. Die Finalrunde war damals ebenfalls nahezu unspielbar und hatte die besten Spieler der Welt wie Amateure aussehen lassen.

Großes Favoritensterben

Auch Dustin Johnson, Ian Poulter und Justin Rose äußerten sich kritisch. "Ich glaube nicht, dass sie hören wollen, was ich oder andere zu sagen haben. Wenn das so wäre, hätten wir über die Jahre andere Fahnenpositionen und ein anderes Setup erlebt. Es ist, wie es ist", sagte Henrik Stenson.


Legende Phil Mickelson spielte frustriert sogar einen Ball, der noch rollte und kassierte dafür einen Strafe von zwei Schlägen. "Ich wollte einfach zum nächsten Loch, ohne die Strafe zu nehmen, hätte ich wohl nicht weitergemacht", sagte der Routinier. Sein Putt wäre komplett vom Grün gerollt.

Diverse Superstars wie Jordan Spieth, Rory McIlroy und Tiger Woods waren bereits am Cut gescheitert, das galt auch für Ex-Champion Martin Kaymer.

Die USGA gab inzwischen, dass der Kurs zu schwer war und versprach, ihn über Nacht mit Wasser deutlich langsamer zu machen.

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