Bayern-Coach Carlo Ancelotti: "Wir leben noch"

Der Druck auf Carlo Ancelotti wächst. Der Trainer des FC Bayern München muss liefern, sonst könnte es ein ungemütlicher Herbst für ihn werden.

Der FC Bayern München gibt im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Real Madrid eine Führung aus der Hand. Coach Carlo Ancelotti gibt sich dennoch kämpferisch. Borussia Dortmund muss sich im Nachholspiel gegen die AS Monaco geschlagen geben. Nach dem Sprengstoffanschlag auf den BVB-Mannschaftsbus am Vorabend kamen die Borussen nur schwer in die Partie und gingen mit einem 0:2-Rückstand in die Pause. Nach dem Seitenwechsel steigerten sich die Schwarz-Gelben und kamen noch einmal heran. Jedoch reichte es am Ende nicht, um die Partie für sich zu entscheiden. Die Stimmen zum Spiel.

FC Bayern - Real Madrid 1:2

Carlo Ancelotti (Trainer Bayern München): "Die Leistung in der ersten Halbzeit war sehr gut. Der verschossene Elfmeter und die Rote Karte waren dann sicher die Schlüsselszenen. Insgesamt hat uns heute das Glück gefehlt. Es wird schwer, aber wir haben nochmal 90 Minuten in Madrid. Real ist der Favorit, aber wir haben noch Chancen." 

Philipp Lahm (Kapitän Bayern München): "Wir hatten in der ersten Halbzeit alles im Griff, haben aber die Räume nicht konsequent genutzt. Der Bruch kam, als wir das 1:1 bekommen haben, der Genickbruch war die Gelb-Rote Karte."

Manuel Neuer (Torwart Bayern München): "Es ist wichtig, mit elf Spielern den Platz zu verlassen. Wir hatten nicht mehr so viel Ballbesitz, die Sicherheit hat gefehlt. Es hätte am Ende sogar noch höher ausgehen können. Wir glauben daran, dass wir es packen können. Wie waren die bessere Mannschaft in der ersten Halbzeit, hätten da das 2:0 oder 3:0 machen können."

Thomas Müller (Angreifer Bayern München): "Wir hatten kurz vor der Halbzeit eine gute Möglichkeit durch den Elfmeter auf 2:0 zu stellen. Danach waren wir kurz nach der Halbzeit einmal unachtsam. Das hat uns schon ein bisschen aus dem Tritt gebracht. Dann kam die Gelb-Rote Karte und das Spiel ist komplett in die andere Richtung gekippt. Meiner Meinung nach lag es daran, dass wir nicht die einhundertprozentige Überzeugung hatten, dass wir die bessere Mannschaft sind. Eine halbe Stunde zu Zehnt gegen Madrid ist kein Zuckerschlecken. Deswegen sind wir froh, dass es beim 1:2 geblieben ist.“

... zur Ausgangsposition für das Rückspiel: "Am Dienstag gilt volle Kraft voraus, es ist noch alles möglich. Wir haben die Qualität, die Leidenschaft und das Rüstzeug, um auch in Madrid zu gewinnen. Im Fußball gab es schon größere Geschichten. Wir tun alles dafür, dass wir das Ding noch umbiegen."

Borussia Dortmund - AS Monaco 2:3

Thomas Tuchel (Trainer von Borussia Dortmund)

... zum Spiel: "Ich fand die zweite Halbzeit sehr gut. Die erste Halbzeit war nicht so gut, aber es war auch ein ganz bitterer Verlauf für uns. Das erste Tor war Abseits, das muss man sehen. Insgesamt kann man von zwei Eigentoren und einem Abseitstor sprechen. Es ist nicht für uns gelaufen. Leider hatten wir heute den Spielverlauf nie auf unserer Seite."

... zur schwierigen Aufgabe am heutigen Tag: "Es hat viel Mut und Courage erfordert. Das haben wir heute gezeigt. Es ist nicht vergessen und nicht verarbeitet. Wir hätten uns gewünscht, mehr Zeit zu haben. Es geht hier einerseits um Verarbeitung, aber auch um unseren Champions-League-Traum. Wir werden uns nochmal schütteln, und wir haben keine Lust rauszugehen."

... zur Ausgangsposition: "Im Rückspiel haben wir natürlich eine große Aufgabe. Aber es ist Halbzeit und wir liegen 2:3 zurück. Mal schauen, wir werden auf jeden Fall weiter dran glauben und alles versuchen."

Julian Weigl (Borussia Dortmund)

... zum Spiel: "Am Anfang hat man es stark gemerkt. Wir konnten nicht so frei spielen, wie wir das eigentlich können. Zum Glück haben wir uns dann ein Stück weit davon gelöst. In der zweiten Halbzeit haben wir dann einfach die Köpfe ausgeschaltet, Gas gegeben und zum Glück noch ein relativ ordentliches Ergebnis gestalten können."

... zu seinen Emotionen: "Es bestand ja keine andere Möglichkeit. Es war natürlich schon schwierig für uns. Die meisten Jungs haben wie ich auch nur wenig geschlafen. Es gibt nicht den goldenen Weg, wie man damit umgehen kann, weil es für jeden das erste Mal war. Ich habe versucht, die Zeit mit meiner Familie zu verbringen und ein bisschen runterzukommen. Wir haben das Bestmögliche daraus gemacht."

Nuri Sahin (Borussia Dortmund)

... zum Spiel: "Wir wussten, dass es nicht einfach wird sich auf Fußball zu konzentrieren. Bis zum Anpfiff war bei mir alles im Kopf, aber kein Fußball. Die zweite Halbzeit war überragend, wenn man bedenkt, was wir die letzten 24 Stunden erlebt haben. Nach dem 1:3 habe ich den Jungs gesagt, dass wir noch ein Tor brauchen. Wir sind fokussiert geblieben und haben das zweite Tor gemacht. Das zweite Tor war heute Gold wert für uns."

... zur Ansetzung am Mittwoch: "Wir sind alle Menschen. Was gestern passiert ist, das wünsche ich niemandem. Es war mir im ersten Moment nicht bewusst. Erst als ich gestern nach Hause kam und meine Frau und mein Sohn vor der Türe standen, da habe ich erst realisiert, wie viel Glück wir hatten. Ich weiß, dass der Fußball sehr wichtig ist, dass es um sehr viel geht und ich weiß, dass wir hier liefern müssen. Wir wissen auch, dass wir hier heute antreten müssen. Aber man sollte auch nicht vergessen, dass wir Menschen sind. Das war nicht schön>

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