Sainz über Witze der McLaren-Mechaniker: "Wer zuletzt lacht ..."

Maria Reyer
·Lesedauer: 3 Min.

Carlos Sainz wird 2021 von McLaren zu Ferrari wechseln. Aufgrund der enttäuschenden Leistungen der Italiener in dieser Saison, wird der Spanier in der McLaren-Garage für seine Entscheidung belächelt. "Ich werde nicht lügen, es werden Witze gemacht." Die lassen ihn aber kalt.

"Ich nehme das sehr gelassen. Es gibt auch Leute, die sich auf sozialen Medien lustig machen. Ich mache mir keine Sorgen und nehme das alles nicht allzu ernst. Ich hoffe, ich werde derjenige sein, der nächstes Jahr als Letzter lacht", fügt er entschlossen hinzu.

Sainz wird im kommenden Jahr den Platz von Sebastian Vettel bei der Scuderia einnehmen. Er wird für zwei Jahre Teamkollege von Charles Leclerc. "Nach dem Nürburgring-Qualifying habe ich auch mit Charles Witze gemacht, ich sehe das nicht so eng."

"Es ist deutlich schwieriger geworden, viele Punkte zu holen"

Schon vor Wochen hat er selbst über Memes, die online viral gingen, gelacht. Der Spanier beweist Haltung, auch in der aktuellen Saison ist er nicht immer von Glück gesegnet gewesen. Aufgrund von mangelnder Zuverlässigkeit und Eigenfehlern wurde er um viele WM-Punkte gebracht.

Die Achillesferse des MCL35 sei aber nicht allein nur die Zuverlässigkeit, glaubt er. "Ich glaube, da gibt es noch viele weitere Faktoren, wie Reifenschäden, Boxenstopps und in manchen Fällen eben auch die Zuverlässigkeit, etwa Probleme mit der Power-Unit."

Besonders zu Saisonbeginn habe er Punkte verschenkt. "Da war das Auto am stärksten und wir konnten gute Ergebnisse einfahren. Renault und Racing Point sahen nicht so stark aus, genau da habe ich Punkte liegen lassen."

<span class="copyright">Charles Coates / Motorsport Images</span>
Charles Coates / Motorsport Images

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Sainz konnte in den ersten drei Rennen 15 Punkte einfahren, Teamkollege Lando Norris im Gegensatz dazu 26. "Das hat sich dann auf das restliche Jahr ausgewirkt." Zwei 13. Plätze in Großbritannien, der Antriebsdefekt in Belgien (kein Start), und die Ausfälle in Mugello (Unfall) und Russland (Unfall) haben dazu beigetragen, dass er aktuellen mit 51 Zählern nur auf WM-Rang elf liegt.

"Hoffentlich haben wir in den nächsten sechs Rennen weniger Probleme, unsere Konkurrenten sind jedenfalls stärker geworden. Es ist nun deutlich schwieriger geworden, viele Punkte zu holen, als noch vor ein paar Rennen. Wir werden versuchen, das Auto schneller zu machen und gegen sie zu kämpfen."

Zuletzt auf dem Nürburgring waren die McLaren-Piloten mit dem Update-Paket unzufrieden. "Zunächst muss man sagen, dass es ein gutes Zeichen ist, dass das Team neue Bauteile an die Strecke bringt. Das Team versucht alles, um das Auto schneller zu machen."

Update-Paket: Kompromiss in Portugal

In der Eifel hatte die Mannschaft kaum Trainingszeit, um das Paket weiterzuentwickeln. Sainz war mit dem Paket im Rennen unterwegs und war unzufrieden mit der Performance. "Wie immer in der Formel 1 gibt es Teile, die das Auto schneller machen, und andere, die das nicht schaffen."

Das neue Aero-Paket habe durchaus gezeigt, dass manche Teile davon gut funktioniert haben. "Aber andere Teile haben nicht so viel Performance geliefert, wie wir uns erhofft hatten." Für Portugal werde das Team "einen Kompromiss" ans Auto schrauben.

"Wir haben unsere Lehren daraus gezogen und werden für Portugal das bestmögliche Auto zusammenstellen. Welche Teile wir behalten und welche wir nicht behalten, kann ich nicht sagen. Aber wir werden ein paar interessante Tests an diesem Wochenende durchführen", verrät er.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.