Saisonfinale der Moto2-EM: Tulovic enttäuscht, Aegerter auf dem Podest

Juliane Ziegengeist
·Lesedauer: 4 Min.

In Valencia fand am Wochenende das Saisonfinale der Moto2-Europameisterschaft statt, mit dem Lukas Tulovic sein Rookie-Jahr in dieser Rennklasse beendete. Am Ende sprang für den 20-Jährigen nach einem technikbedingten Ausfall am Samstag auch im Sonntagsrennen nur ein zwölfter Platz heraus.

"Es hat nicht sein wollen, obwohl ich am Start eine super Reaktion hatte. Zudem war ich in den ersten Runden als Fünfter in Schlagdistanz zur Spitzengruppe", resümiert der Pilot aus dem Kiefer-Racing-Team die Anfangsphase.

"Doch dann ist allmählich eine Lücke aufgegangen und ich musste beim Versuch dranzubleiben, alles geben. Es hat aber leider nicht ganz gereicht, was aber letztendlich egal war, denn nach sieben oder acht Runden hatte ich am Ende der Gegengerade einen Schaltfehler. Ich war wohl beim Runterschalten ein wenig zu hektisch."

MotoE-Verletzung noch immer ein Handicap

Diese Situation habe sein Rennen "ruiniert", sagt der Deutsche: "Ich musste einen weiten Bogen fahren, der gut und gerne 10 Sekunden gekostet hat. Nach diesem Umweg konnte ich zwar noch zwei Positionen gutmachen, aber ich habe auch gespürt, dass ich körperlich ziemlich am Ende war. Das muss ich ehrlich eingestehen."

Tulovic hatte sich im September beim MotoE-Rennen in Misano an der Hand verletzt und musste operiert werden. Das beeinträchtigte sein Training und machte sich schließlich auch beim Saisonfinale in Valencia bemerkbar.

"Darüber hinaus bin ich seit Jerez Ende August nicht mehr auf einem Moto2-Bike gesessen. Hauptsächlich hat dieser Umstand zum Ausgang des Rennens beigetragen. Zudem war auch komisch, dass unser Bike in den Trainings und Qualifyings sehr gut funktioniert hat, doch im Rennen hat ein wenig das Gefühl für die Front gefehlt."

Zweimal Podest: Aegerter mit starkem Debüt

Deshalb sei trotz des dritten Startplatzes am Ende nicht mehr drin gewesen. "So einen ernüchternden Abschluss haben wir uns nicht verdient", resümiert Tulovic, der die Saison mit 46 Punkten auf dem 14. Gesamtrang beendet.

Dominique Aegerter hinterließ bei seinem EM-Debüt einen starken Eindruck

Dominique Aegerter hinterließ bei seinem EM-Debüt einen starken Eindruck<span class="copyright">LIQUI MOLY Intact SIC Junior Team</span>
Dominique Aegerter hinterließ bei seinem EM-Debüt einen starken EindruckLIQUI MOLY Intact SIC Junior Team

LIQUI MOLY Intact SIC Junior Team

Besser lief es in Valencia für Dominique Aegerter, der mit einer Wildcard für das Intact-SIC-Junior-Team an den Start ging und es in beiden Rennen aufs Podest schaffte. Nach einem dritten Platz am Samstag kämpfte der Schweizer tags darauf sogar um den Sieg und musste sich nur Europameister Yari Montella geschlagen geben.

"Auch wenn es wieder nicht zum Sieg gereicht hat, bin ich mit dem heutigen Rennen viel zufriedener", sagt Aegerter. "Mein Start war ungleich besser und ich konnte mich sofort bei Montella anhängen. Ich musste mich aber ordentlich anstrengen, um ihm zu folgen. Ich habe in jeder Runde alles aus mir und dem Motorrad herausgeholt."

Rennsaison 2020: Kommt noch ein Einsatz?

In der vorletzten Runde machte sich der Gaststarter einen Fehler des Konkurrenten zu nutze und ging vorbei, wurde auf der Geraden eingangs der letzten Runde jedoch wieder zurück überholt. Bei der Reihenfolge blieb es dann bis ins Ziel: "Schade, dass sich keine Möglichkeit mehr ergeben hat, um ihn zu attackieren."

"Das ärgert mich ein wenig, denn ich bin mit der Einstellung in dieses Rennen gegangen, es gewinnen zu wollen", gibt Aegerter zu. Mit den beiden Podestplätzen zeigt er sich dennoch zufrieden und betont: "Diese Erfolge waren keine Selbstläufer."

"Ein großer Dank geht daher an meine Crew, und natürlich auch an das gesamte Intact-Team, die mein Motorrad für dieses Wochenende aufgebaut und jederzeit top vorbereitet haben. Es hat mir unglaublich viel Spaß gemacht, mit ihnen zusammenzuarbeiten. Wenn nicht noch ein Wunder passiert, dann ist meine Rennsaison 2020 nun vorbei."

Insgeheim hofft der Schweizer aber, vielleicht doch noch einmal zum Einsatz zu kommen. In der Motorrad-WM trat er bereits dreimal - in Brünn und beiden Spielberg-Rennen - als Ersatz für seinen Landsmann Jesko Raffin der Moto2 an.

"Bis jetzt habe ich noch nichts gehört", sagt Aegerter über einen möglichen Einsatz. "Trotzdem würde ich es mir wirklich wünschen, zumal mit Portimao eine so tolle neue Rennstrecke erstmals im Kalender steht." Dort findet in diesem Jahr das Saisonfinale statt, zuvor wird ein Doubleheader in Valencia gefahren.

Mit Bildmaterial von Kiefer Racing.