Darum sind Owens und Zayn aus den WWE-Shows verschwunden

Martin Hoffmann
Sport1

Die Wrestling-Liga WWE hat ihr Programm trotz Corona-Pandemie ununterbrochen fortgesetzt - aber nicht mehr alle Stars mischen dabei mit.

Liga-Aushängeschild Roman Reigns hat aufgrund der Sorgen um seine Gesundheit sein WrestleMania-Match gegen Bill Goldberg abgesagt und war seitdem nicht mehr in den TV-Shows zu sehen. Nun ist bekannt geworden, dass zwei weiterere Kollegen sich für eine Weile zurückgezogen haben: der amtierende Intercontinental Champion Sami Zayn und dessen langjähriger Freund und Weggefährte Kevin Owens.

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Sami Zayn und Kevin Owens pausieren wegen Corona

Zunächst berichtete am Freitag der Wrestling Observer, dass Zayn seine Teilnahme an der SmackDown-Ausgabe vergangene Woche abgesagt und damit ein Angebot von WWE angenommen hätte, das für alle Performerinnen und Performer gelte.

Demnach sei niemand während der Corona-Pandemie zur Teilnahme an den Shows verpflichtet, jeder könnte eine Pause einlegen, die Entscheidung solle nicht gegen sie verwendet werden.

Kurz nachdem der Grund für Zayns Fehlen bekannt wurde, wurde auch bei Owens bekannt, dass er diese Ansage beim Wort genommen hat. "Das ist das Tolle an WWE: Sie zwingen uns nicht dabei zu sein, wenn wir nicht wollen", sagte er dem kanadischen Sportsender RDS: "Also war ich die vergangenen zwei Wochen nicht dabei, weil ich lieber zu Hause bei meiner Familie geblieben bin."

Die beiden Kanadier Zayn und Owens waren seit ihren Matches bei WrestleMania 36 Anfang April nicht mehr im Programm zu sehen. Beide nutzen die bewusste Abwesenheitsentscheidung anscheinend auch für körperliche Reha: Zayn hat sich Mitte April die Weisheitszähne entfernen lassen, Owens kuriert nach eigenen Angaben eine Knöchelverletzung aus, die er bei seinem großen Sprung auf WrestleMania-Gegner Seth Rollins erlitten hat.


Zayn tickt anders als der WWE-Boss

Bislang war neben Reigns nur ein aktiver Wrestler bekannt geworden, der das Angebot wahrgenommen hat, eine Corona-Pause einzulegen: der zum NXT-Kader gehörende Kyle O'Reilly, Mitglied der Gruppierung Undisputed Era. Wie der an Leukämie vorerkrankte Reigns ist O'Reilly als Diabetiker Risikopatient.

Bei Owens und Zayn sind keine Vorerkrankungen bekannt, gewiss ist allerdings, dass beide ihre Überzeugungen stärker als viele Kollegen hervorkehren.

Zayn schrieb erst im vergangenen Dezember Schlagzeilen, als er veranlasste, einen WWE-Fan, der durch homophobe Beleidigungen auffiel, aus der Halle zu werfen. Auch den US-Präsidenten Donald Trump (der als alter Geschäftsfreund von WWE-Boss Vince McMahon eng mit der Liga verbunden ist) hat Zayn oft kritisiert, unter anderem auch schon für dessen Krisenmanagement in der Corona-Pandemie. Auch Mitbürger, die die Krankheit nicht ernst nehmen und gegen die Restriktionen demonstrieren, hat sich Zayn auf seinem Twitter-Account schon vorgenommen.


Der syrischstämmige Zayn engagiert sich mit seiner Aktion "Sami for Syria" auch stark für die Opfer des Krieges in der Heimat seiner Vorfahren - und ist deswegen anscheinend auch unerwünschte Person bei den umstrittenen WWE-Shows in Saudi-Arabien, die von den autoritären Machthabern des Golfstaats mitorganisiert werden. Owens weigert sich infolgedessen inzwischen auch, in Saudi-Arabien anzutreten.

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