Sankt Corona: Plötzlich ist ein kleines Dorf weltbekannt

Willy FlemmerFreier Autor für Yahoo
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Eine kleine Gemeinde in Niederösterreich ist plötzlich in den Fokus der Welt geraten. Das ist der Preis dafür, dass ein Ort heißt wie ein aktuell weltweit grassierender Virus.

Viele kleine Ortschaften in Österreich leben vom Ökotourismus. (Bild: Getty Images)
Viele kleine Ortschaften in Österreich leben vom Ökotourismus. (Bild: Getty Images)
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Die Einwohner eines kleinen Dorfs weit abseits einer Metropole kommen sich normalerweise nicht vor, als befänden sie sich im Mittelpunkt der Welt. Heißt das Dorf indes Sankt Corona am Wechsel und befindet sich die Welt aufgrund eines gewissen Coronavirus in einem Ausnahmezustand, dann ist die Sachlage eine andere. Dann erregt selbst eine rund 400 Einwohner zählende Gemeinde weltweite Aufmerksamkeit.

Sonderlich glücklich sind die Einwohner von Sankt Corona am Wechsel angesichts der Namensübereinstimmung jedoch nicht, wie aus einem Interview des Bürgermeisters Michael Gruber herauszuhören ist. "Am Anfang fanden wir es noch lustig, dass ein Virus so heißt wie unser Dorf", sagt der Politiker in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP. "Die Witze haben aber aufgehört, als die Epidemie immer ernster wurde."

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Sorge um die Tourismus-Branche

Zumal die in Niederösterreich, rund 100 Kilometer südlich von Wien, am Fuß der Alpen gelegene Gemeinde wesentlich vom Ökotourismus lebt. "Corona" im Namen eines Orts könnte auf die Wanderer, Sommerrodler und Mountainbiker abschreckend wirken. Aus diesem Grund zieht Bürgermeister Gruber tatsächlich eine neue Tourismus-Kampagne in Erwägung. "Vielleicht müssen wir einen neuen Namen für unser Maskottchen finden, um die Touristen willkommen zu heißen", sagt er.

Bei dem Maskottchen handelt es sich um eine braune Ameise, die mit einer Krone verziert und in traditioneller Tracht die Touristen begrüßt. Sein Bild findet sich auf Schildern, Flugblättern und Prospekten.

In Österreich gibt es nach Angaben der Johns Hopkins University knapp 5.500 Coronavirus-Fälle. 30 Menschen sind an COVID-19 gestorben. Wie in vielen anderen Ländern steht auch dort das öffentliche Leben nahezu still. Auch mit Einschränkungen sozialer Kontakter, Verkehrsbeschränkungen und Quarantäne-Maßnahmen in bestimmten Gebieten will die Regierung die Ausbreitung des Virus verlangsamen.

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