Kleine Wiedergutmachung: DBB-Team wahrt Olympia-Chance

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Sport1

Angeführt von Dennis Schröder haben die bislang so enttäuschenden deutschen Basketballer ein wenig Schadensbegrenzung bei der Weltmeisterschaft in China betrieben.


Im dritten Vorrundenspiel landete das Team von Bundestrainer Henrik Rödl mit einem 96:69 (48:36) gegen Jordanien den ersten Sieg und vergrößerte die Chancen auf eine Teilnahme an den Olympischen Spielen 2020. Zuvor hatte die talentierte Mannschaft mit Pleiten gegen Frankreich und die Dominikanische Republik leichtfertig den Einzug in die zweite Runde verspielt.

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Deutschland zum Siegen verdammt

Durch den Erfolg geht es mit vier Punkten in die Platzierungsrunde um die Positionen 17 bis 32. In Shanghai geht es nun in einer neuen Vierergruppe am Samstag gegen Senegal (3 Punkte) und am Montag gegen Kanada (4). Auch Jordanien (3) gehört zur Staffel. Gewinnt die deutsche Mannschaft ihre beiden verbliebenen Spiele, hat sie einen Platz bei einem Olympia-Qualifikationsturnier Ende Juni 2020 sicher. Schon bei einer Niederlage wird es eng. Sieben Teams qualifizieren sich in China für Japan, darunter die zwei besten europäischen Teilnehmer. Dazu kommen die 16 nächstbesten Mannschaften.

Bester Werfer gegen die weiter sieglose Mannschaft aus Jordanien war Maximilian Kleber mit 18 Punkten. Schröder kam in einer konzentrierten Vorstellung auf ein Double-Double aus zehn Zählern und elf Assists. Nie zuvor hat eine deutsche Auswahl bei einer WM drei Spiele für den ersten Sieg gebraucht.

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Schröder hatte vor dem Spiel fehlende Teamchemie und Energie bemängelt, entsprechend engagiert ging das Team um den Leader aus der NBA zu Werke. Im Gegensatz zu den beiden vorherigen Gruppenspielen lief die zunächst geschlossen auftretende Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB) erstmals nicht einem frühen Rückstand hinterher.

Schröder hält sich zurück

Die NBA-Profis Maximilian Kleber und Daniel Theis trafen ihre Dreierversuche und sorgten mit einem spektakulären Alley-oop für eine 22:12-Führung (7.). Schröder, der nach dem Scheitern viel Kritik abbekommen hatte, traf gute Entscheidungen und nahm sich selbst deutlich weniger Wurfaktionen. 


Rödl hatte die Stimmung in der Mannschaft vor der Partie als Mischung aus Enttäuschung, Wut und neuem Fokus beschrieben. "Die Mannschaft muss sich jetzt einfach zusammenreißen in den nächsten drei Spielen, damit sie eine Chance auf den nächsten Sommer hat", sagte Rödl mit Blick auf Olympia. Entsprechend engagiert coachte Rödl, seine Anweisungen peitschen immer wieder durch das Shenzhen Bay Sports Center. 

Der konzentrierte Schröder sorgte mit einem klasse Korbleger für den Schlusspunkt der ersten Hälfte, in der er sieben Assists und zehn Punkte ohne Fehlversuch verbuchte.

Im dritten Viertel ließ das solide agierende deutsche Team nur 13 Punkte des Gegners zu, die Quote der eigenen Würfe blieb dagegen im grünen Bereich und der Vorsprung wuchs vor dem Schlussabschnitt auf 66:49 an. Danilo Barthel stellte dann per Korbleber zum 70:49 erstmals eine Führung von mehr als 20 Punkten her, Jordanien war geschlagen. Für Schröder und Co. war es ein erster wichtiger Schritt nach der herben Enttäuschung bei der WM. 

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