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Schalkes fataler Torwart-Kreisel

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Schalkes fataler Torwart-Kreisel
Schalkes fataler Torwart-Kreisel

Jetzt also auch Markus Schubert.

Der einst große Hoffnungsträger im Schalker Tor verlässt die Knappen im Alter von nur 23 Jahren schon wieder. Wie SPORT1 bereits vorab vermeldete, wechselt er zu Vitesse Arnheim.

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Für den U21-Europameister sieht der klamme Bundesliga-Absteiger nicht einen Cent Ablöse, wie schon für Alexander Nübel, der erst im vergangenen Sommer zum FC Bayern gewechselt war.

Nübel und Schubert: Das waren im Sommer 2019 noch die beiden größten deutschen Torwart-Talente, die Nummer 1 und 2 im EM-Kader der U21, die erst im Finale gegen Spanien hauchdünn den Europameister-Titel verpasste. Gerade einmal zwei Jahre ist es also her, dass Schalke 04 das vielversprechendste Torwart-Duo im deutschen Fußball hatte - und doch kommt es einem vor wie eine Ewigkeit.

Was die beiden jungen deutschen Torwart-Hoffnungen außer ihrem Abschied ohne Gegenwert eint: Im rauen Schalker Klima wurden letztendlich beide verschlissen - wenn auch aus unterschiedlichen Gründen.

Nübel verliert nach Bayern-Ankündigung Kapitänsbinde

Da war zunächst Nübel: 2015 vom SC Paderborn verpflichtet, empfahl sich der Youngster über die 2. Mannschaft, gab am 34. Spieltag der Saison 2015/16 sein Bundesliga-Debüt und hatte zur Rückrunde 2019 den damaligen Stammkeeper Ralf Fährmann verdrängt.

Die bisherige Nummer 1 wurde im Sommer 2019 sogar nach England zu Norwich City verliehen - der Platz im Schalke-Tor war damit fest in der Hand des damals 23-jährigen Nübel. Trainer David Wagner machte den Youngster sogar zum Mannschaftskapitän, auch, um ihm den Verbleib schmackhaft zu machen. Immerhin lief der Vertrag nur ein Jahr später aus.

"Ich habe mich für Alex als Kapitän wegen seiner Sozialkompetenz entschieden, weil er sportlich unumstritten ist und ein schlauer, intelligenter junger Mann ist", sagte Wagner noch im September 2019. Die Botschaft auf Schalke war klar: Nübel ist unser Mann für die Zukunft.

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Das änderte sich allerdings recht schnell: Im Winter wurde bekannt, dass der Keeper seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängert und stattdessen zum FC Bayern wechselt, wo er langfristig Nachfolger von Manuel Neuer werden sollte, nach SPORT1-Informationen per Klausel sogar gewisse Einsatzzeiten garantiert bekam.

Schalke-Boss: "Verstehen müssen wir seine Entscheidung nicht"

Es war der Auftakt zu einer ungemütlichen Abschiedstournee bei S04. Die Knappen hatten um eine Vertragsverlängerung gekämpft und zeigten sich auch öffentlich enttäuscht.

"Verstehen müssen wir seine Entscheidung indes nicht", erklärte Sportvorstand Jochen Schneider in einer Pressemitteilung.

Trainer Wagner verkündete wenig später, dass Nübel fortan nicht mehr Schalkes Kapitän sein würde. Man habe sich "gemeinsam darauf verständigt" - es sah dennoch aus wie eine Demontage der Noch-Nummer-1.

"Dass Wagner ihm die Kapitänsbinde nahm, erinnerte selbst Verantwortliche auf Schalke mehr an die Handlung eines beleidigten Schuljungen", kommentierte seinerzeit SPORT1-Kolumnist Tobias Holtkamp. (KOLUMNE: Wagner macht einen Fehler)

Schalker Torwart-Kreisel

Wenig überraschend wurde die Rückrunde dann auch zum unschönen Schalker Torwart-Kreisel.

Schubert, im Sommer 2019 von Dynamo Dresden gekommen und spätestens mit Nübels Abgangs-Ankündigung der neue Kronprinz im Tor, sprang bereits während der Rot-Sperre des Stammkeepers (Kung-Fu-Tritt gegen Frankfurts Mijat Gacinovic) vier Spiele von Beginn an ein. Nach durchwachsenen Leistungen und einem 0:5 gegen den FC Bayern übernahm Nübel wieder - doch damit ging das Theater erst richtig los.

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Nach einem 0:5 gegen RB Leipzig leistete sich Nübel beim 0:3 in Köln einen folgenschweren Patzer, Schalkes Fan-Seele kochte, die mitgereisten Anhänger skandierten "Nübel raus".

Auch wenn die Mitspieler ihren Keeper schützten, der sogar Tränen in den Augen hatte, und sich auch Sportchef Schneider echauffierte, "wie Alex vom ganzen Stadion mit Häme übergossen wurde" - spätestens da war klar, dass Nübel kein schönes Schalker Ende vergönnt sein würde.

Schaden an beiden Keepern irreparabel

Es übernahm erneut Schubert und bekam von Wagner sogar als einziger Spieler vor dem Corona-Re-Start eine Stammplatzgarantie. "Ich habe vor Wochen gesagt, dass Markus Schubert - wenn er gesund bleibt - die restlichen Spiele in dieser Saison für uns bestreitet. Dabei bleibt es", verkündete Wagner in der Sport Bild.

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Schubert spielte auch nach Nübels Patzer in weiteren vier Ligaspielen, patzte aber unter anderem beim 0:4 gegen den BVB und war "mitverantwortlich" für die Klatsche, wie Wagner hinterher zugab. Für die verbleibenden sechs Bundesliga-Spiele kam dann doch wieder Nübel ins Tor. Schalke beendete mit ihm die Saison auf dem zwölften Platz - doch der Schaden für beide Keeper war längst angerichtet und nicht mehr zu reparieren.

Nübel ging zu Bayern, kam dort im ersten Jahr hinter Neuer nicht annähernd auf die erhofften Einsätze - und auch Schuberts Schalke-Zeit war eigentlich schon vorbei, bevor sie wirklich begonnen hatte. Auch er ging nach dem Seuchen-Jahr, wenn auch nicht ganz freiwillig. Eine Saison auf Leihbasis bei Eintracht Frankfurt brachte zwar einen Tapetenwechsel, aber nicht eine einzige Minute Einsatzzeit hinter Stammkeeper Kevin Trapp.

Für Schalke wird Schubert nun auch nicht mehr auflaufen. Nachdem er in der Saisonvorbereitung den Kampf zwischen den Pfosten gegen Routinier Ralf Fährmann verloren hat, verlässt er Schalke nun endgültig, um in den Niederlanden sein Glück zu suchen.

Und auch das eint die beiden in Königsblau so leidgeprüften Keeper: Auch Nübel versucht nun - per Leihe bei der AS Monaco - seine ins Stocken geratene Karriere im Ausland neu in Schwung zu bringen.

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