Mascarell: "Xabi Alonso war für mich wie ein Spiegel"

SPORT1, Lukas Rott
Sport1

Vom Hoffnungsträger zum Leistungsträger: Omar Mascarell ist inzwischen eine der wichtigsten Stützen beim FC Schalke 04.

Unter Coach David Wagner reifte der 27 Jahre Mittelfeldspieler zur Stammkraft, stieg bei den Königsblauen zur Rückrunde sogar zum Kapitän auf.

"Er hat mir von Anfang an gezeigt, dass er an mich glaubt", erklärt der 10-Millionen-Euro-Einkauf, im Sommer 2018 vom Eintracht Frankfurt gekommen und zunächst bedeutungslos, im SPORT1-Interview.

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Darüber hinaus spricht Mascarell über Alexander Nübel, Saisonziele, ein Vorbild im Dress von Real Madrid und Bayern München - und wie ihm die Schalker Legenden Huub Stevens und Mike Büskens neues Selbstvertrauen einimpften.


SPORT1: Herr Mascarell, erklären Sie uns doch mal, warum es für Sie in dieser Saison so viel besser läuft als im Vorjahr...    

Omar Mascarell: Der neue Trainerstab hat nicht nur mir, sondern allen Spielern wieder Sicherheit gegeben. Wir haben fast das gleiche Team wie in der letzten Saison, aber jeder ist auf einem hohen Niveau. Neben der Sicherheit ist auch der Fußball, den wir spielen, gut für mich – auch meine Position als Sechser. Es ist neu für mich, aber ich mag es und genieße jedes Spiel auf dieser Position. Und wenn du glücklich bist, ist alles einfacher. Unter Domenico Tedesco hatte ich nicht viele Chancen zu spielen, das war eine harte Zeit für mich. Als Huub Stevens und Mike Büskens dann zum Team gestoßen sind, haben sie mir meine Sicherheit zurückgegeben. Es war für mich wichtig, eine gute Saisonvorbereitung zu spielen. Und mit David Wagner lief das alles auch sehr gut.


SPORT1: Wie lief das genau mit Wagner, was zeichnet ihn aus?

Mascarell: Für uns war es anfangs schwierig, aber wir mögen ihn. Er kam mit neuen Ideen und einem neuen System, das braucht Zeit. Aber er hat mir von Anfang an gezeigt, dass er an mich glaubt und gesagt, dass ich wichtig für das Team bin. Der Trainer findet die Intensität gut und hasst langsame Spiele, er setzt auf Konter. Ich finde es gut, dass wir unseren eigenen Stil haben.

SPORT1: Was ist das Besondere an Schalke 04?

Mascarell: Auf jeden Fall die Geschichte des Klubs. Und die Fans sind unglaublich. Vom ersten Tag an, den du hier bist, merkst du, dass Schalke ein großer Klub ist – nicht nur in Deutschland. In Frankfurt war ich sehr glücklich, ich hatte dort zwei tolle Saisons, es hat sich wie eine Familie angefühlt. Aber ich musste den nächsten Karriereschritt machen, und der perfekte Schritt für mich war Schalke. Ich habe einen langen Vertrag und mein Plan ist es, für viele Jahre hier zu bleiben, für den Klub und die Fans zu kämpfen. Ich hoffe, wir gewinnen in der Zukunft ein paar Trophäen.


SPORT1: Aktuell ist Schalke Sechster: Wohin geht die Reise?

Mascarell: Das ist schwierig zu sagen. Wir müssen jedes Spiel so spielen, als wäre es ein Finale. Die Champions League ist der beste Wettbewerb der Welt, und natürlich wollen wir dort spielen. Aber die Bundesliga ist auf einem hohen Niveau – viele Teams haben Qualität.

SPORT1: Im DFB-Pokal-Viertelfinale haben Sie außerdem noch den FC Bayern gezogen...
Mascarell: In der Rückrunde haben wir mit 0:5 verloren, aber im Fußball gibt es immer eine Revanche. Wir spielen im Pokal in der Veltins-Arena mit unseren Fans. Wir müssen positiv sein und dran glauben, dass wir sie schlagen können. Die Chance zu gewinnen, ist da. Ich würde den DFB-Pokal gern noch einmal gewinnen: Ich habe ihn mit Frankfurt gewonnen und weiß, wie es sich anfühlt. Es wäre großartig, die Fans verdienen das. Und wenn wir nächste Saison Champions League spielen würden, wäre da sehr gut.


SPORT1: Seit Januar sind Sie nun - anstatt Alexander Nübel - auch noch Kapitän.

Mascarell: Für mich ist es etwas Großes, Kapitän von Schalke zu sein – ein großer Verein mit großen Fans. Wir haben eine gute Stimmung im Team, jeder ist positiv. Es ist auch kein harter Job, denn jeder ist fokussiert und will sich verbessern. David Wagner hat mich während der Vorbereitung im Winter darüber informiert (Kapitän zu werden, Anm. d.Red.). Als jeder wusste, dass Alexander Nübel im Sommer zu Bayern München geht, war es normal, dass der Klub diese Entscheidung trifft, dass er nicht mehr länger Kapitän sein kann. Aber Alex respektiert das zu 100 Prozent. Er ist immer für mich da - wenn ich Fragen habe, hilft er mir sehr. Er ist ein sehr guter Mensch und noch bis Juni Schalke-Spieler - ich bin mir sicher, dass er alles geben wird, um unsere Ziele zu erreichen.

SPORT1: Sie sagen, Nübel hilft Ihnen - haben Sie auch Nübel geholfen?

Mascarell: Ja. Ich und die anderen Spieler haben ihm gesagt, dass wir bei ihm sind und ihn unterstützen. Wir kennen ihn jetzt schon eine lange Zeit. Ich weiß, dass er im Moment zu 100 Prozent bei Schalke ist.


SPORT1: Wie sehr belastet das Torwart-Thema generell die Mannschaft?

Mascarell: Wir können nicht entscheiden, wer spielt, das ist die Arbeit des Trainers. Es ist kein Thema, über das wir sprechen. Beide – Alex und Schubi (Markus Schubert, Anm. d. Red.) – sind gute Torhüter. Egal wer spielt, sie geben alles und sind natürlich gut.

SPORT1: Haben Sie – auch durch Ihre neue Position – Vorbilder, an denen Sie sich orientieren?

Mascarell: Wen ich schon immer beobachtet habe, ist Xabi Alonso. Als ich in Madrid in der zweiten Mannschaft spielte, war ich oft beim Training der ersten Mannschaft - für mich war es unglaublich, von ihm zu lernen. Als er dann bei den Bayern war und ich bei Eintracht Frankfurt, habe ich gegen ihn gespielt - für mich war das wie ein Spiegel, um mir etwas abzuschauen. Auch jetzt gucke ich mir noch Videos von ihm an, das hilft mir sehr.

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