Darum schaut sich Hamilton oft seine alten Nachrichten von Lauda an

Alex Kalinauckas

Zwei Todesfälle haben im Motorsport-Jahr 2019 die Herzen bewegt: Niki Lauda, der im Alter von 70 Jahren verstorben ist, und Anthoine Hubert, der mit gerade einmal 23 Jahren in Spa-Franchorchamps tödlich verunglückt ist. Beide Verluste haben Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton hart getroffen.

Lauda stand dem Briten sehr nahe und deshalb liest Hamilton gerne die alten Nachrichten, die er mit dem Österreicher geschrieben hat. In Gesprächen mit den Medien verrät der Formel-1-Weltmeister, dass er Lauda sehr vermissen würde.

"Ich vermisse die Textnachrichten", sagt er. "Ich vermisse, dass wir uns Videos teilen. Ich habe noch viele unserer Gespräche gespeichert und ich lese sie hin und wieder. Ohne seine Unterstützung wäre ich sicher nie in sein Team gewechselt. Ohne seine Unterstützung wäre ich sicher nicht mehr in diesem Team. Ohne seine Unterstützung hätte das Team auch nicht solch einen Erfolg gehabt."

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Lauda hat sich um Hamilton gekümmert

Außerdem spricht Hamilton davon, dass Lauda als ehemaliger Rennfahrer immer eine Brücke zwischen dem Team und Mercedes-Vorstand gebildet hat, wo sich der Österreicher immer für den Weltmeister eingesetzt habe. Deshalb konnte sich der Brite auch immer auf Lauda verlassen.

Dieses Vertrauensverhältnis hat sich aber erst mit der Zeit entwickelt. Hamilton erinnert sich an die ersten Worte mit Lauda, der ihm von einem Wechsel von McLaren zu Mercedes überzeugen wollte: "Auf einmal war ich in dieser Position, eine so große Entscheidung zu treffen. Ich hatte Niki am Telefon und ich dachte: 'Wow, du sprichst mit einem dreimaligen Weltmeister!' Ich kannte ihn nicht wirklich und habe ihm am Telefon auch nicht vertraut."

Anschließend gab es ein Treffen zwischen Ross Brawn, Lauda und Hamilton in einem Hotel. Das ist der Beginn einer einzigartigen Erfolgsgeschichte, aus der auch eine Freundschaft zwischen Hamilton und Lauda gewachsen ist. Mit Mercedes holte Hamilton bisher sechs WM-Titel.

Der letzte Besuch

Vor Laudas Tod hat Hamilton den ehemaligen Strippenzieher von Mercedes noch einmal besucht. Einfach war es für den Briten aber nicht: "Es war hart, ihn so zu sehen. Wir haben uns einander Videos zugeschickt. Ich habe ihn in seiner schwierigsten Phase gesehen und dann kam er zurück. Er war im Rollstuhl und ich hatte wirklich Hoffnung."

Danach verschlimmerte sich der Zustand des Österreichers aber wieder und das war der Moment, in dem Hamilton sich entschied, Lauda zu besuchen. "Es war ein Schock, seinen Freund im Bett zu sehen mit all den Kabeln und Zugängen. Ich war schon einmal in solch einer Situation. Meine Tante ist an Krebs gestorben und ich habe es miterlebt", erinnert sich Hamilton.

Hamilton kannte Lauda nur als Kämpfer, aber auch seine Kraft war eines Tages erloschen. "Das ist normal, wenn man so einen langen Kampf kämpft", glaubt der Brite. "Das hat mich wirklich sehr getroffen."

Mit Bildmaterial von Sutton.

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