Als ein schlimmer Unfall den deutschen Basketball schockte

Robin Wigger
·Lesedauer: 2 Min.

Wenn Matej Mamic an die Fans von ALBA Berlin zurückdenkt, wird dem ehemaligen Kapitän warm ums Herz.

"Ich hatte eine perfekte Verbindung zu den ALBA-Fans. Wie sie mit den Dingen um meine Verletzung umgegangen sind, wie sie mich unterstützt haben, hat meiner Genesung so sehr geholfen – das werde ich nie vergessen. Berlin wird immer in meinem Herzen sein. Für immer", schreibt Mamic bei Twitter.

Genau 15 Jahre ist der schockierende Unfall des früheren Basketballprofis nun her.

Mamic knallt auf den Boden - Spiel wird abgebrochen

Im Spiel gegen die TBB Trier am 26. November 2005 knallt Mamic nach einem fairen Block von Nate Doornekamp und einem anschließenden Kontakt mit Mitspieler Quadre Lollis auf den Hinterkopf. Der damals 30-Jährige bleibt mehrere Minuten bewusstlos liegen.

Die auf das Spielfeld geeilten Ärzten legen Mamic eine Halskrause um. Der Kroate kann sich nicht bewegen und wird erst Minuten später unter Tränen vom Feld getragen, ehe es per Hubschrauber in das Unfallkrankenhaus in Berlin-Marzahn geht.

In der Halle herrscht Entsetzen – folgerichtig wird die Partie vorzeitig abgebrochen. "Wir sind fassungslos. Das ist natürlich ein Schock", sagt ALBA-Manager Marco Baldi anschließend.

Rollstuhl drohte: Mamic kämpft sich zurück

Mamic ist zu Beginn vollständig gelähmt, er zieht sich eine schwere Halswirbelsäulenverletzung zu, ein Leben im Rollstuhl droht.

"Wäre es so geblieben wie am Anfang, hätte er es nicht mehr allein durch diese Welt geschafft", sagte Walter Schaffartzik, der Ärztliche Leiter des Krankenhaus.

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Doch Mamic ist auch abseits des Feldes ein bewundernswerter Kämpfer, sein Wille und eine medikamentöse Behandlung lassen die Lähmung abklingen.

Zwei Monate später kehrt er als Zuschauer in die Max-Schmeling-Halle zurück und wird von den Fans gefeiert.

Die aktive sportliche Karriere ist zwar trotz zwischenzeitlicher Hoffnungen vorbei, ein Jahr später kann Mamic aber wieder laufen, Auto fahren und Training absolvieren.

Mamic kehrt nach Berlin zurück

"Damit gewann ich bereits meinen größten Kampf: Ich kehrte zurück in mein normales Leben. Dafür danke ich Gott", sagt Mamic damals.

Er will Trainer oder Manager bei ALBA werden, schlussendlich zieht es ihn aus familiären Gründen aber zurück in die Heimat.

Bei Cedevita Zagreb übernimmt er ab 2008 für zehn Jahre als Sportdirektor das Ruder – und feiert in dieser Rolle 2017 im EuroCup eine emotionale Rückkehr nach Berlin.

Inzwischen arbeitet Mamic mit voller Leidenschaft bei der Quorum Sports Agency. Sein Herz schlägt aber weiterhin für Berlin.